11. März 2020

Universität Bonn erhält Zertifikat „Vielfalt gestalten“ Universität Bonn erhält Zertifikat „Vielfalt gestalten“

Die Universität Bonn hat erfolgreich das Diversity-Audit „Vielfalt gestalten“ des Stifterverbandes durchlaufen. Für die Universität Bonn hat Prof. Dr. Klaus Sandmann, Prorektor für Hochschulentwicklung und Chancengleichheit, die Auszeichnung kürzlich in Berlin entgegengenommen.

Vielfalt gestalten
Vielfalt gestalten - (v.l.) Dr. Volker Meyer-Guckel, stellvertretender Generalsekretär und Mitglied der Geschäftsleitung des Stifterverbandes, Marie Ullenboom, Leiterin der Stabsstelle Chancengleichheit und Diversität, Olaf Brodersen, Leiter der Stabsstelle für zentrale Aufgaben im International Office, Dr. Birgit von Seggern, Referentin für Hochschulentwicklung und Chancengleichheit, Prof. Dr. Klaus Sandmann, Prorektor für Hochschulentwicklung und Chancengleichheit). © Foto: Stifterverband/Kay Herschelmann
Mit dem Zertifikat werden Hochschulen gewürdigt, die Konzepte und Maßnahmen für einen wertschätzenden, diskriminierungsfreien und produktiven Umgang mit der Diversität ihrer Studierenden und Mitarbeitenden entwickeln. Die Universität Bonn beteiligte sich gemeinsam mit fünf weiteren Hochschulen im Zeitraum von 2017–2020 am Audit. Im Rahmen des Auditierungsprozesses wurde die diversitätssensible Weiterentwicklung der Universität vorangetrieben. 
 
Das Audit bestand aus fünf Workshop-Phasen, die der Strategie- und Maßnahmenentwicklung sowie ihrer praktischen Umsetzung gewidmet waren. Im Rahmen der Abschlussveranstaltung in Berlin stellte sich die Universität Bonn zunächst den Fragen und Rückmeldungen ausgewählter „critical friends“. Diese lobten die Universität Bonn für tiefgreifende strukturelle Veränderungen zugunsten einer diversitätssensiblen Hochschule sowie für ihren umfangreichen Maßnahmenkatalog. Dies seien optimale Voraussetzungen, sich auch zukünftig engagiert dem Thema zu widmen. Bei der anschließenden Zertifikatsverleihung durch Dr. Volker Meyer-Guckel, stellvertretender Generalsekretär und Mitglied der Geschäftsleitung des Stifterverbandes, konnte die Universität Bonn neben fünf weiteren Hochschulen das Zertifikat in Empfang nehmen.
 
Das Audit verschränkt Elemente der Organisationsentwicklung mit kollegialer Beratung und externer Begleitung. Die Auditorin Dr. Sylvie Klein-Franke nahm die im Rahmen von Workshops erarbeiteten diversitätsgeleiteten Ziele der Universität unter die Lupe und gab konstruktiv-kritisches Feedback. Unter Leitung des Prorektors für Hochschulentwicklung und Chancengleichheit begleitete auf Seiten der Universität eine Projektgruppe aus Mitgliedern der Hochschulleitung, Beschäftigten und weiteren Angehörigen den zweijährigen Auditierungsprozess. Einem umfangreichen Selbstreport der Universität Bonn folgten zunächst Interviews der Auditorin mit Universitätsmitgliedern aus verschiedenen zentralen und dezentralen Organisationseinheiten. Daraus leitete Dr. Klein-Franke Empfehlungen für die weitere Gestaltung des Auditierungsverfahrens ab.
 
Anstatt nur kurzfristige Verbesserungen durch eine Reihe von neuen Einzelmaßnahmen zu initiieren, wurden bereits vorhandene Unterstützungsmaßnahmen für Studierende und andere Universitätsangehörige evaluiert, um diese noch stärker an deren Bedarfen auszurichten. „Schon in Vorbereitung auf das Audit ist uns bewusst geworden, wie viele Kolleg*innen sich bereits mit dem Thema Diversität befassen. Dies zeigt sich an ganz vielfältigen und kreativen Maßnahmen“, betont Prorektor Sandmann. „Es gilt nun, dieses Engagement zu stärken und die Personen miteinander zu vernetzen.“
 
Den eingeschlagenen Weg wird die Universität Bonn auch nach Abschluss des Audits weiter verfolgen. Gelingen soll dies durch die Etablierung einer von gegenseitiger Wertschätzung und Anerkennung geprägten Organisationskultur, bei der Vielfalt als Chance begriffen und die individuellen Potentiale aller Universitätsangehörigen gefördert werden. Diversitätssensible Strukturen respektive hierdurch beförderte Chancengleichheit sind wesentliche Rahmenbedingungen für gelingende Lehre, erfolgreiches Studieren sowie produktive Arbeits- und Forschungsbedingungen. Ziel ist es, Diversität entsprechend als Querschnittsthema zu etablieren und universitätsweit abgestimmt zielgerichtete Maßnahmen zu entwickeln und umzusetzen.
 
Chancengleichheit in dieser Lesart bildet eine grundlegende Führungs- und Querschnittsaufgabe, weshalb bereits im Zuge des Auditierungsprozesses die Umbenennung des Prorektorats Hochschulentwicklung und -planung in „Hochschulentwicklung und Chancengleichheit“ sowie die Einrichtung einer an diesem Prorektorat verankerten Stabsstelle Chancengleichheit und Diversität erfolgten. Für die anstehenden Aufgaben einer in der Breite wirksamen Entwicklung konnte somit eine dauerhafte Struktur geschaffen werden.
 
 
Hintergrund
 
Die Universität Bonn hatte sich 2017 erfolgreich für die Teilnahme an dem Diversity Audit „Vielfalt gestalten“ des Stifterverbandes beworben. Gemeinsam mit fünf weiteren Hochschulen hat sie über zwei Jahre einen begleiteten Organisationsentwicklungsprozess durchlaufen und ist damit einen nächsten Schritt in Richtung einer Organisationsstruktur und -kultur gegangen, die von gegenseitigem Respekt und Wertschätzung aller geprägt ist. Dr. Sylvie Klein-Franke hat den Prozess als Auditorin begleitet.
 
Neben der Universität Bonn nahmen von 2017 bis 2020 an der Auditierung teil: 
 
  • Frankfurt University of Applied Sciences
  • Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW)
  • Hochschule Hannover
  • Universität Siegen
  • Universität Vechta
 
Das Zertifikat ist für drei Jahre gültig und kann anschließend durch ein Re-Audit um weitere drei Jahre verlängert werden.
 
 
Kontakt:
Prof. Dr. Klaus Sandmann
Prorektor für Hochschulentwicklung und Chancengleichheit
Tel.: 0228-73-9228
prorektor.sandmann@uni-bonn.de
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