Wissen ist Macht
In ihrer Forschung setzt sich die Soziologin Prof. Dr. Anna-Katharina Hornidge, Direktorin des German Institute of Development and Sustainability (IDOS), einem Institut der Johannes-Rau-Forschungsgemeinschaft, und Professorin für Globale Nachhaltige Entwicklung an der Universität Bonn, mit der Produktion, dem Transfer und der Verbreitung von Wissen auseinander. Sie geht der Frage nach, welche Rolle verschiedene Arten von Wissen für die Bewältigung ökologischer, politischer, sozialer und wirtschaftlicher Veränderungsprozesse spielen. Ihr regionaler Schwerpunkt liegt dabei auf den Gesellschaften Südost- und Zentralasiens sowie Ost- und Westafrikas. Als Direktorin des IDOS berät Anna-Katharina Hornidge basierend auf ihrer eigenen Forschung und der des Institutes die Politik. Sie ist in mehreren Gremien auf nationaler, europäischer und UN-Ebene aktiv, zum Beispiel als (Co-)Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirates der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) und des Fachausschuss Wissenschaft der Deutschen UNESCO Kommission. Hornidge wird in die Klasse für Geisteswissenschaften aufgenommen. Sie ist Mitglied in dem Transdisziplinären Forschungsbereich (TRA) „Individuals and Societies“ der Universität Bonn.
Auch Investitionen erzeugen Treibhausgase
Rund zehn Tonnen CO₂ verursacht jede in Deutschland lebende Person im Durchschnitt pro Jahr. Wer seinen persönlichen ökologischen Fußabdruck wissen will, kann diesen mit wenigen Klicks im Netz ermitteln. Basierend auf klassischen Konsumfragen, ermittelt der Rechner die damit verbundenen Treibhausgasemissionen und addiert sie. Das Ergebnis soll zeigen, wie groß der eigene Anteil am Klimawandel ist. Prof. Dr. Hendrik Hakenes vom Institut für Finanzmarktökonomie & Statistik an der Universität Bonn hat ein Modell zur CO₂-Berechnung entwickelt, das auch Finanzentscheidungen berücksichtigt und um weitere Faktoren wie zum Beispiel die Wahl des Arbeitgebers ergänzt werden kann. Prof. Dr. Hendrik Hakenes ist Mitglied in dem Exzellenzcluster ECONtribute und dem TRA „Individuals and Societies“. Seine Forschungsschwerpunkte sind neben „Green Finance“ „Corporate Finance“ und „Finance Theory“. Er wird in die Klasse für Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften aufgenommen.
Dialekte vor dem Aussterben retten
Prof. Dr. Claudia Wich-Reif, Professorin für Geschichte der Deutschen Sprache und Sprachliche Variation, erforscht gemeinsam mit Kolleg*innen der Universitäten Paderborn, Münster und Siegen, wie viel Dialekt die Menschen in Nordrhein-Westfalen heute noch sprechen. Anhand von sprachlichen Merkmalen lokalisieren sie die Interviewten und schauen, wie verbreitet die Dialekt-Begriffe heute noch sind. Die Ergebnisse werden online zur Verfügung gestellt, eine Art virtuelles Museum der Mundarten, das dieses besondere kulturelle Erbe für die Zukunft bewahrt. Claudia Wich-Reif wird in die Klasse für Geisteswissenschaften aufgenommen. Ihre Lehr- und Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen historische Syntax und Morphologie sowie Regionalsprachenforschung. Sie fungiert als Vertrauensdozentin der Studienstiftung des deutschen Volkes; sie ist Mitglied des Kuratoriums des Fraunhofer-Instituts für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie (FKIE) sowie in den TRA „Individuals and Societies“ und „Present Pasts“.
Die Akademie
Die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und Künste wurde im Jahr 1970 gegründet. Zusätzlich zu den Wissenschaften integriert sie als einzige deutsche Wissenschaftsakademie seit 2008 auch die Künste unter ihrem Dach. Die Mitglieder pflegen den Dialog untereinander ebenso wie mit handelnden Personen aus Politik, Wirtschaft und Kultur sowie mit Forschungs- und Kultureinrichtungen im In- und Ausland. Aufgenommen wird nur, wer sich „durch wissenschaftliche oder künstlerische Leistungen ausgezeichnet“. Derzeit hat die Akademie 406 Mitglieder, 285 ordentliche (mit Dienstort in NRW) und 121 korrespondierende.
Informationen: https://www.awk.nrw/