31. März 2020

Matheclub trotz Corona-Krise – Nullen und Einsen sei Dank! Lebenszeichen: Matheclub trotz Corona-Krise – Nullen und Einsen sei Dank!

Stefan Hartmann steht am Flipchart und beginnt den Bonner Matheclub für Schülerinnen und Schüler der Klassen sechs bis acht. Und das, obwohl außer ihm niemand anderes im Raum ist. Denn in Zeiten der Corona-Krise findet der Kurs von nun an digital statt.

Stefan Hartmann vom HCM
Stefan Hartmann vom HCM © Foto: privat
So ganz wollte sich Stefan Hartmann dann doch nicht auf das Home-Office einlassen. „Eigentlich könnte ich auch von meiner Couch zu Hause die Aufgaben erklären, aber ich brauche einfach eine Tafel oder ein Flipchart, um die Inhalte besser vermitteln zu können.“ Deshalb hat er sich auch an diesem Sonntag in die Villa Maria neben dem Bonner Mathezentrum begeben, in dem der Mathe-Club normalerweise stattfindet. Ungewohnt ist es natürlich trotzdem, denn lehren musste Hartmann noch nie via Videochat.
 
Über E-Mail-Ketten und Aufrufe auf Facebook hat er in der Woche zuvor auf das neue Angebot aufmerksam gemacht. „Gerade in der aktuellen Situation sind die Schülerinnen und Schüler zu Hause, haben viel Zeit und fühlen sich eventuell ziemlich unterfordert. Deshalb wollten wir den Matheclub weiterführen um ihnen die Möglichkeit zu geben ein wenig zu knobeln und neue Mathematik-Ansätze kennenzulernen.“ 
 
Und die Werbung hat ihre Wirkung nicht verfehlt. 15 Schülerinnen und Schüler haben sich um 14 Uhr vor den heimischen Computern eingefunden und über das Konferenzprogramm „Zoom“ in den Videochat zugeschaltet. Matti und sein Freund Vincent sind normalerweise in Köln in einem ähnlichen Club und erstmalig „in“ Bonn mit dabei. Mattis Mutter hatte über Facebook vom virtuellen Matheclub erfahren. „Es ist natürlich schön, dass wir unseren Kreis so erweitern können, aber wir wollen niemandem Mitglieder abspenstig machen“, so Hartmann schmunzelnd. „Uns geht es darum so gut es geht den Uni-Alltag aufrecht zu erhalten und solche Angebote gehören da nun mal zu.
 
Wir freuen uns über jeden, der Lust hat spannende Mathematik zu entdecken.“ Heute geht es darum auch große Quadratzahlen einfach im Kopf auszurechnen und die Struktur der Quadratzahlen mit Hilfe von modularer Arithmetik besser zu verstehen. Der Unterricht unterscheidet sich in diesem Punkt nur geringfügig. Beispiele werden an der Tafel erklärt, und Aufgaben zum Selberlösen vorgegeben. Sogar melden können sich die Schüler wie immer, vorausgesetzt sie haben eine Web-Cam. Auf seinem Bildschirm kann Hartmann alle Schüler gleichzeitig sehen und wie gewohnt auf die Handzeichen reagieren. „Vielleicht habe ich in diesem neuen Format einen etwas größeren Redeanteil als normalerweise, aber bei allem was an dieser Situation neu ist, ist das eher eine Kleinigkeit.“
 
Viel größere Sorgen hatte Hartmann im Vorfeld wegen der Technik, aber die Premiere über das Internet funktioniert tadellos. Auch die Schüler sind zufrieden. „Mir hat es so auch Spaß gemacht,“ sagt Matti. „Einige Sachen heute kannte ich zwar schon, aber das meiste war mir neu.“ Stefan Hartmann ist die Erleichterung anzumerken. „Es lief besser als gedacht. Alle haben sich ohne Probleme in die Video-Konferenz zuschalten können und konnten mich sehen und hören.“ Ein paar Kleinigkeiten will er für die nächsten Male noch verändern, aber vorerst kann ein erfolgreicher Auftakt verzeichnet werden. 
 
Das Konferenz-Programm stellt für Hartmann eine große Chance dar. „Jetzt grade geht es ja darum, wie das Semester für alle Studierenden und Angehörige der Uni aufgezogen werden kann, da ist so eine Videokonferenz definitiv ein naheliegender Lösungsansatz.“
 
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Beispielsequenzen aus dem ersten virtuellen Bonner Matheclub am 28.03.2020.

 

 

Kinder und Jugendliche der Klassen 6 bis 8, die an einer der nächsten Sitzungen teilnehmen möchten, können sich bei stefan.hartmann@hcm.uni-bonn.de melden und werden dann zur Videokonferenz eingeladen. Weitere Informationen zum Matheclub gibt es hier: http://matheclub.math.uni-bonn.de

 

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