Am Stand von Healthy Campus – dem Gesundheitsmanagement der Uni – einen Smoothie aus frischem Obst und Gemüse genießen und nebenbei Infos über gesunde Pausen mitnehmen, beim Green Office aus einer kaputten Jeans ein kleines Täschchen nähen, am Stand der Agrarökologie Bienen durch eine Glasscheibe beobachten – der Tag der Nachhaltigkeit bot auch in diesem Jahr allen Besucher*innen ein abwechslungsreiches Programm.
Niedrigschwellige Angebote für alle Universitätsmitglieder
Veranstaltet wurde der Aktionstag vom Team N, zu dem das Prorektorat und die Stabsstelle für Nachhaltigkeit sowie das studentisch geführte Green Office gehören. „Als Team N arbeiten wir daran, Nachhaltigkeit als grundlegendes Motiv in unserer Uni zu verankern. Es freut mich, dass so viele engagierte Menschen aus Forschung, Lehre, Betrieb und Transfer gemeinsam den Tag heute gestalten und niedrigschwellige Aktionsangebote für alle Universitätsmitglieder machen“, bekräftigte Prof. Dr. Annette Scheersoi, Prorektorin für Nachhaltigkeit.
Bei dem Aktionstag ging es auch darum, den Besucher*innen wissenschaftliche Hintergründe zu Nachhaltigkeitsthemen zu liefern. Am Stand der Gruppe Sustainable Chemistry etwa demonstrierten Studierende in einem Live-Experiment mit Hilfe einer Brennstoffzelle im Miniaturformat, wie Wasserstoff und Sauerstoff reagieren und so Energie gewonnen wird. Besucher*innen lernten aber nicht nur den chemischen Prozess kennen, sondern nebenbei auch, dass Wasserstoff der Energieträger der Zukunft ist und welche Hürden noch genommen werden müssen, damit er nachhaltig gewonnen und in der Industrie flächendeckend eingesetzt werden kann.
Spielerische Wissensvermittlung – auch in der Lehre
Um spielerische Wissensvermittlung ging es auch am Stand des Lab for Analog Games and Imaginative Play (LAGIP). Hier konnten Interessierte zahlreiche Brettspiele rund um das Thema Nachhaltigkeit entdecken und sich darüber informieren, was zu einem guten Spieledesign dazugehört. Das Simulations- und Rollenspiel „7’rizons“ beispielsweise, das uniweit noch bis 2028 läuft, verbindet zukunftsorientiertes, nachhaltiges Denken und eine kreative Gestaltung universitärer Lehre.
Dass aus der Forschung an der Universität Bonn immer wieder nachhaltige Produkte und Dienstleistungen entstehen, zeigte beispielsweise der Stand vom Transfer Center enaCom. Hier präsentierte Xiadani Orozco Angelino den Prototypen der Frühstückscerealien „Kuali“, den sie im Rahmen ihrer Bachelorarbeit in den Ernährungswissenschaften entwickelt hat. Der Clou daran: Die proteinreichen Getreidebällchen werden aus Gerste-Resten hergestellt, die beim Bierbrauen anfallen und normalerweise entsorgt werden. Um den Prototypen zu entwickeln, wurde Orozco Angelino von enaCom mit dem „EXIST Women“-Stipendium für Gründerinnen unterstützt.
Biodiversität auf dem Campus stärken
Über Gebäudebrüter wie Mauersegler, Zwergfledermäuse und Mauerbienen informierte der Stand der Fachdidaktik Biologie. Die „Initiative Gebäudebrüter“, gegründet von Mitarbeitenden und Studierenden, hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Arten an Uni-Gebäuden zu erfassen und ihre Nist- und Ruheplätze zu schützen. Das große Ziel dahinter: die Biodiversität zu stärken. „Auf dem Campus Poppelsdorf mit seinen modernen Gebäuden finden Gebäudebrüter keine geeigneten Nistplätze“, erläuterte Dr. Julian Kokott. Gerade wenn die Universität Bonn selbst Bauherrin sei, könnten aber bei Neubauten auch die Bedürfnisse von Gebäudebrütern berücksichtigt werden. Beim neuen Proben- und Vegetationszentrum für die Agrar-, Ernährungs- und Ingenieurwissenschaftliche Fakultät (AEI) etwa wurden auf Rat der „Initiative Gebäudebrüter“ mit künstlichen Schwalbennestern, Hohlsteinen und Fledermauskästen zahlreiche Nist- und Ruheplätze geschaffen – für eine artenreiche Universität.
Wer das Jubiläum verpasst hat, kann sich auf nächstes Jahr freuen. Denn auch im Mai 2027 werden wieder Engagierte rund um die nachhaltige Transformation an der Uni Bonn auf dem Campus Poppelsdorf zusammenkommen.