10. Juni 2021

Ein Jahr für die Umwelt Gelungener Start des Freiwilligen Ökologischen Jahres an der Universität Bonn

Gelungener Start des Freiwilligen Ökologischen Jahres an der Universität Bonn

Seit letztem Jahr können erstmalig Interessierte zwischen 16 und 26 Jahren ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) an den Lehr- und Forschungsstationen Wiesengut oder Frankenforst der Universität Bonn absolvieren. Sie unterstützen Forschende unter anderem bei der Anlage und Durchführung ihrer Feldversuche sowie bei unterschiedlichen agrarökologischen Projekten. Aufgrund der positiven Rückmeldungen aller Beteiligten werden auch in diesem Jahr wieder FÖJ-Stellen angeboten. Ein Artikel aus der forsch 2021/01.

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Maximilian Weitkemper übernimmt  die Feinsteuerung der Hacke im Mohnfeld.
Maximilian Weitkemper übernimmt die Feinsteuerung der Hacke im Mohnfeld. - Maximilian Weitkemper übernimmt die Feinsteuerung der Hacke im Mohnfeld. © Gregor Hübl
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„Eigentlich wollte ich nach meinem Schulabschluss erst einmal ein Jahr ins Ausland, aber dann kam Corona.“ So oder so ähnlich begannen die meisten Bewerbungsgespräche, die mit vielen FÖJ-Bewerbenden im letzten Jahr leider nur virtuell geführt werden konnten, erinnert sich Dr. Martin Berg, Leiter der Lehr- und Forschungsstation für Organischen Landbau Wiesengut.

„Die Idee, ein Freiwilliges Ökologisches Jahr anzubieten, stand innerhalb der Professur Agrarökologie und Organischer Landbau (AOL) schon seit Langem im Raum“, so Berg weiter. Trotz widriger Corona-Umstände konnte sie dann im ersten Halbjahr 2020 in Kooperation mit dem Landschaftsverband Rheinland (LVR) und der Personalverwaltung der Universität Bonn tatsächlich verwirklicht werden.

„Wir sind beide sehr froh, dass wir hier sein können. Die Erfahrungen, die wir machen, sind genau das, was wir uns vorgestellt haben“, berichtet Lea Kamps, bevor ihr Mitstreiter Maximilian Weitkemper ergänzt: „Vor allem während der Vegetationsperiode sind wir jeden Tag draußen.“

Seit August im FÖJ-Einsatz

Seit August sind sie nun schon im FÖJ-Einsatz und assistieren bei den vielfältigen Versuchs- und Forschungsaktivitäten des Lehrstuhls. Das Tätigkeitsspektrum ist enorm und reicht von der Assistenz bei der Anlage, Betreuung und Beerntung wissenschaftlicher Feldversuche über die Entnahme und Aufarbeitung entnommener Boden-, Pflanzen- und Tierproben bis hin zur Pflege wertvoller zoologischer Sammlungsbestände. Die beiden FÖJ‘ler wirken ferner bei der sogenannten Landschaftspflege tatkräftig mit. Dazu gehört, dass die Freiwilligen unter anderem Hecken und Streuobstbäume schneiden. Außerdem helfen sie in der Versuchsimkerei und bei Forschungsprojekten zum Insektenmonitoring und Insektenschutz mit. Dabei bekommen die Beiden neben einem ersten Einblick ins Berufsleben auch einen umfassenden Überblick über ein Forschungsfeld, das passgenau den Bildungsauftrag des FÖJ trifft.

„Für uns ist die von der UNESCO skizzierte Bildung für nachhaltige Entwicklung vorrangiges Ziel nicht nur der universitären Lehre“, bekräftigt Prof. Dr. Thomas Döring, Leiter der Arbeitsgruppe Agrarökologie und Organischer Landbau. Sich selbst zu finden und den Fragen nachzugehen, welchen Einfluss man lokal und global auf die Welt habe, seien Themen, die Jugendliche heute drängender denn je beschäftigen. Das FÖJ als Bildungs- und Orientierungsjahr könne bei der Beantwortung dieser Fragen hervorragende Unterstützung bieten.

Weitere FÖJ-Plätze eingerichtet

Neben den beiden Stellen am Wiesengut wurden durch die Universität Bonn und das Institut für Tierwissenschaften noch zwei weitere FÖJ-Plätze auf der Lehr- und Forschungsstation Frankenforst eingerichtet. Seit nunmehr 25 Jahren engagieren sich im Rheinland mittlerweile über 300 Freiwillige in 80 Einsatzstellen für den Natur- und Umweltschutz. Die FÖJ-Zentralstelle des LVR-Landesjugendamtes begleitet junge Menschen beim Übergang von der Schule in den Beruf und führt während der Tätigkeit in der Einsatzstelle Bildungsseminare etwa zu den Themen Wasser, Energie und Klima sowie zu Globalisierung und Konsum durch. Hier wird vor allem der Frage nachgegangen, wie eine ökologische und sozial gerechte Welt von morgen aussehen kann, in der die Ressourcen auch für nachfolgende Generationen reichen werden.

Für Maximilian Weitkemper steht fest: „Die Entscheidung für ein Freiwilliges Ökologisches Jahr würde ich jederzeit wieder treffen.“ Lea Kamps bekräftigt: „Ich würde mich auch ohne coronabedingte Auslandsreisebeschränkungen nochmal dafür entscheiden.“

Wer sich für das Freiwillige Ökologische Jahr an der Universität Bonn interessiert, kann sich mit den Lehr- und Forschungsstationen Wiesengut oder Frankenforst in Verbindung setzen.

Lea Kamps prüft, ob die Kartoffeln ausreichend gekeimt haben, bevor sie gepflanzt werden.
Lea Kamps prüft, ob die Kartoffeln ausreichend gekeimt haben, bevor sie gepflanzt werden. - Lea Kamps prüft, ob die Kartoffeln ausreichend gekeimt haben, bevor sie gepflanzt werden. © Gregor Hübl
Anlage eines Biodiversitätsschutzstreifens:  Lea Kamps steuert die Saatmaschine und Maximilian Weitkemper  füllt das Saatgut nach.
Anlage eines Biodiversitätsschutzstreifens: Lea Kamps steuert die Saatmaschine und Maximilian Weitkemper füllt das Saatgut nach. - Anlage eines Biodiversitätsschutzstreifens: Lea Kamps steuert die Saatmaschine und Maximilian Weitkemper füllt das Saatgut nach. © Gregor Hübl
Lea Kamps und Käfer
Lea Kamps und Käfer - Lea Kamps bestimmt mit einer Lupe einen Käfer. Eine wichtige Forschungsfrage auf dem Wiesengut ist, wie durch die Bewirtschaftung der Felder die Biodiversität der Insekten beeinflusst wird. © Gregor Hübl
Lea Kamps und Maximilian Weitkemper
Lea Kamps und Maximilian Weitkemper - Lea Kamps und Maximilian Weitkemper bei der Arbeit © Gregor Hübl
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