12. November 2020

Klimawandel und Wetterextreme erforschen Klimawandel und Wetterextreme erforschen

Forscher unter Koordination der Universität Bonn bündeln im BMBF-Programm ihre Expertise

In der Wissenschaft ist man sich grundsätzlich einig, dass die in der jüngsten Vergangenheit aufgetretenen Extreme – waren sie noch so kleinräumig und kurzfristig – von dem rapiden und nie zuvor beobachteten Anstieg der globalen Kohlendioxidkonzentration und der globalen Erwärmung beeinflusst sind. Aber inwieweit hat der Klimawandel bereits zu extremeren Wetterereignissen geführt? Wird der zukünftige Klimawandel das Auftreten extremer Wetterereignisse verändern? Um diese Fragen wissenschaftlich fundiert zu beantworten, fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung seit März dieses Jahres das Forschungsprogramm „ClimXtreme – Klimawandel und Extremereignisse“, koordiniert an der Universität Bonn. Heute (12. November) findet das Kickoff-Treffen der beteiligten Forschergruppen in einer Online-Veranstaltung statt.

Im BMBF-Forschungsprogramm
Im BMBF-Forschungsprogramm - ClimXtreme untersuchen Forscher den Zusammenhang von Klimawandel und Wetterextremen. © COLOURBOX.de [Alle Rechte vorbehalten.]

Das Forschungsprogramm ist in vier übergeordnete Bereiche aufgeteilt. Mehr als 100 Wissenschaftler an 26 deutschen Institutionen untersuchen darin unter anderem die physikalischen Abläufe bei extremen Ereignissen, statistische Aspekte und die Auswirkungen von Wetterextremen. Um die in Mitteleuropa auftretenden Starkregen- und Sturmereignisse, Hitzewellen und Dürren eingehend zu untersuchen, setzen die Wissenschaftler eine gemeinsame Plattform mit umfangreichen Beobachtungs- und Simulationsdatensätzen ein. Das neue Wissen soll es Behörden ermöglichen, eventuelle Schäden und Kosten durch Extremereignisse in Abhängigkeit verschiedener Emissionsszenarien differenziert zu bewerten.

In ihren einzelnen Projekten analysieren die Forscher unter anderem wiederkehrende Auslöser extremer Wetterereignisse, indem sie lokale und regionale Prozesse mit großräumigen Zirkulationsmustern in der Atmosphäre verknüpfen. Darüber hinaus arbeiten sie daran, statistische Methoden zur Bewertung extremer Ereignisse zu verbessern, wodurch sich die Häufigkeit und die Intensität von Extremen deutlich präziser beschreiben lassen. Insbesondere können die Forscher mit solchen Verfahren überprüfen, ob extreme Ereignisse dem anthropogenen Klimawandel zugeordnet werden können.

Darüber hinaus betrachten die Wissenschaftler die atmosphärischen Bedingungen und deren zeitliche Abläufe, die die Wirkung der extremen Ereignisse beeinflussen. Dabei werden sogenannte Impaktmodelle und entsprechende Daten verknüpft, um vor allem die Auswirkungen extremer Ereignisse in einem sich ändernden Klima besser erfassen zu können.

Die vier Schwerpunktbereiche des Programms werden vom Karlsruher Institut für Technologie, der Universität Bonn, der Freien Universität Berlin und vom Deutschen Wetterdienst geleitet. Die Gesamtkoordination des Programms liegt bei der Universität Bonn. Weitere Informationen zum Forschungsprogramm: www.climxtreme.net

Kontakt:

Prof. Dr. Andreas Hense
Institut für Geowissenschaften, Universität Bonn
Phone: +49 228 735184
E-mail: ahense@uni-bonn.de
http://www.ifgeo.uni-bonn.de/forschung/gruppen/klimadynamik

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