31. Mai 2021

Prof. Bernhard Korte erhält Ehrenpreis des Innovationspreises NRW Prof. Bernhard Korte erhält Ehrenpreis des Innovationspreises NRW

Prof. Dr. Dr. h.c. Bernhard Korte erhält den Innovationspreis des Landes NRW in der Kategorie „Ehrenpreis“. Wirtschafts- und Innovationsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart übergibt den Ehrenpreis an den Direktor des Forschungsinstituts für diskrete Mathematik der Universität Bonn in Würdigung seines Lebenswerks. Die Preisübergabe findet im Rahmen einer hybriden Feier in Düsseldorf und online statt.

Ehrenpreisträger
Ehrenpreisträger - Prof. Dr. Dr. h.c. Bernhard Korte © Foto: Patrick Rocca, Arithmeum
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Der Innovationspreis des Landes Nordrhein-Westfalen ist neben dem Innovationspreis des Bundespräsidenten der bedeutendste Preis für Innovationen in Deutschland. Er wird jährlich für überragende Leistungen und exzellente Forschung in drei Kategorien: Nachwuchs, Innovation und Ehrenpreis verliehen. Der undotierte Ehrenpreis wird an herausragende Persönlichkeiten für deren Lebenswerk verliehen.

Bernhard Korte (Jahrgang 1938) wuchs im Ruhrgebiet auf. Er studierte Mathematik, Physik und Chemie in Bonn, wo er auch promoviert wurde und sich habilitierte. Nach Professuren in Regensburg und Bielefeld wurde er 1972 auf eine Professur zurück an die Universität Bonn berufen. Seither hat er zahlreiche Rufe an ausgezeichnete Universitäten im In- und Ausland erhalten. Er ist aber der Universität Bonn treu geblieben und hier seit nunmehr 50 Jahren aktiv als ordentlicher Professor tätig. Seit 1988 ist er Direktor des Forschungsinstituts für Diskrete Mathematik. Er ist auch Gründer des Arithmeums, eines Museums der Universität Bonn.

Auszeichnung für das Lebenswerk

Der Preisträger sagte: „Der Ehrenpreis des Innovationspreises NRW wird für ein Lebenswerk verliehen. Mein Lebenswerk manifestiert sich in Forschungsinstitut für Diskrete Mathematik und Arithmeum. Insofern sehe ich diesen Preis auch als eine Auszeichnung für diese beiden Institutionen, deren Professoren, Mitarbeiterin und Studierenden.“

Der Rektor der Universität Bonn, Prof. Dr. Dr. h.c. Michael Hoch, sagte: „Im Namen der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn gratuliere ich Bernhard Korte sehr herzlich zu dieser ganz besonderen Ehrung. Ihm ist es als herausragender Wissenschaftler und Pionier des Technologietransfers gelungen, Erkenntnisse seiner exzellenten Grundlagenforschung im Bereich der Diskreten Mathematik in eine praktische Anwendung, dem Design von Chips und Mikroprozessoren der schnellsten Supercomputer, zu überführen. Von seinen Innovationen profitieren seit mehreren Jahrzehnten nicht zuletzt weltweit führende Unternehmen.“

Weltweit beste und umfassendste Sammlung historischer Rechenmaschinen

Das Arithmeum hat die weltweit beste und umfassendste Sammlung historischer Rechenmaschinen mit rund 10.000 Objekten. Diese Sammlung war ursprünglich eine Privatsammlung von Bernhard Korte, die er bereits als Student begonnen hatte. Sie spannt einen Bogen von den Anfängen des mechanischen Rechnens im 17. Jahrhundert bis zu den Computerchips von heute. Er hat diese Sammlung vor einigen Jahren der Universität und dem Land NRW geschenkt. Die weltweit beste Sammlung historischer Mathematik- und Rechenbücher mit Schwerpunkt 15. bis 17. Jahrhundert und eine hervorragende Sammlung konstruktiver und konkreter Kunst runden das Sammlungsprofil des Arithmeums ab. Auch diese Sammlungen sind von Professor Korte angestiftet worden.

Mehr als 3.000 Mikroprozessoren optimiert

Im Zentrum seines wissenschaftlichen Schaffens steht die kombinatorische Optimierung hoch komplexer Probleme. Vor allem im Chipdesign hat Prof. Korte weltweit Maßstäbe gesetzt. Die unter seiner Leitung entwickelten „BonnTools“ sind Programme, mit denen die Hersteller von Computerchips das Layout ihrer Produkte optimieren und sie so stromsparend und möglichst klein und schnell gestalten können. Mehr als 3.000 hochkomplexe Mikroprozessoren wurden damit schon entwickelt, darunter unter anderen der Chip, gegen den Kasparov im Schach verloren hat, und der Prozessor von SUMMIT aus dem Oak Ridge National Laboratory, USA, der über mehrere Jahre der schnellste Computer der Welt war. Die BonnTools haben ganz wesentlich zum technologischen Fortschritt in diesem Bereich beigetragen. Es gibt wohl kaum noch einen Mikroprozessor in heutigen elektronischen Geräten, in dem nicht auch Knowhow aus dem Bonner Forschungsinstitut steckt.

Auch auf anderen Gebieten sind die Optimierungsmethoden aus Bonn eine große Hilfe. Erst kürzlich vereinbarten die Universität Bonn und die Deutsche Post DHL Group eine unbefristete Verlängerung ihrer Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Tourenplanung. Das Forschungsinstitut für Diskrete Mathematik hat Algorithmen für eine optimierte Planung entwickelt, die sich bereits in der Praxis bewährt haben und dazu beitrugen, dass Pakete und Fracht ressourcensparender und umweltfreundlicher an ihr Ziel kommen.

Professor Korte gehört dem Exzellenzcluster Hausdorff Center for Mathematics und dem Transdisziplinären Forschungsbereich "Mathematik, Modellierung und Simulation komplexer Systeme" der Universität Bonn an. Er ist Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina in Halle an der Saale, der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste in Düsseldorf und der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech). Zahlreiche Preise und Auszeichnungen hat er für seine wissenschaftliche Arbeit bereits erhalten, darunter 1990 den Prix Gay-Lussac / Alexandre de Humboldt der Französischen Republik, 1993 den Verdienstorden NRW, 1997 den Staatspreis des Landes Nordrhein-Westfalen und 2002 das Große Bundesverdienstkreuz. Er ist Ehrendoktor der Universität La Sapienza, Rom und Ehrenprofessor der Academia Sinica, Beijing und der Ponteficia Universidade Católica, Rio de Janeiro.

Ein Video zur Ehrung von Prof. Korte finden Sie hier: https://youtu.be/ox_R-KekfBA

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