Entlang der vier Ausstellungskapitel Frühling, Sommer, Herbst und Winter werden Prozesse von Wachstum, Verlust, Erinnerung und des Wandels sichtbar gemacht, um der Frage auf den Grund zu gehen, welche neuen Formen des Forschens und Handelns in den Beziehungen zwischen Menschen, Pflanzen und Wissen entstehen können. Künstlerinnen mit familiären Bezügen zu Chile, Australien und Neuseeland, Nigeria, Mauritius, Indien und Jamaika bringen ihre kulturellen und biografischen Perspektiven in den Dialog mit den Wissenschaftlerinnen der Universität Bonn ein.
Im ersten Kapitel, „Frühling: Wovon träumt Pewen?“, sind Kunstwerke von Neyen Pailamilla zu sehen. Ihre Arbeiten "machen Pflanzenwissen als verkörperten, spirituellen und gemeinschaftlichen Prozess erfahrbar — zwischen Menschen, Pflanzen, Gewässern und Erinnerung", erklärt Prof. Dr. Julia Binter. Sie hat die Ausstellung kuratiert. Die ausgestellten Arbeiten thematisieren Erfahrungen von Diaspora, Entwurzelung und fortbestehender Verbundenheit sowie die Weitergabe von Wissen in der Spiritualität und Philosophie der Mapuche. Neyen Pailamilla ist queere:r Mapuche-Künstler:in und arbeitet mit Performance, Textil und audiovisuellen Medien. Pailamilla lebt und arbeitet in Zürich.
Über die künstlerischen Positionen hinaus, laden partizipative Angebote ein, sich aktiv an der Ausstellung zu beteiligen.
Duftlabor in Kooperation mit dem Institut für Pharmazeutische Biologie: Im Duftlabor lassen sich Pflanzen riechen, unter dem Mikroskop betrachten und zeichnerisch untersuchen. In Workshops können auch Pflanzen destilliert werden und das Riechen als Zusammenspiel der Sinne – an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft – erforscht werden.
Familien-Leseteppich in Kooperation mit Der Kleine Laden e.V.: Für Familien und junge Leser:innen gibt es hier einen eigenen Bereich: den Familien-Leseteppich, kuratiert vom Bonner Verein Der kleine Laden. Der Verein zur Förderung von Kinder- und Jugendliteratur hat eine Auswahl von Büchern zusammengestellt, die Lust auf Geschichten über Pflanzen, Gärten, Wasser und Lebensräume machen.
Bibliothek für Schwarze Ökologien in Kooperation mit der Theodor Wonja Michael Bibliothek: Die erste Schwarze Bibliothek NRWs hat für die Ausstellung eine Auswahl an Literatur kuratiert, die Perspektiven afrikanischer und afro-diasporischer Menschen sichtbar macht. Die Bücher erzählen von ihren Beziehungen zu Land, Pflanzen, Gewässern und urbanen Räumen. Sie handeln von den ökologischen Folgen von Versklavung und Kolonialismus ebenso wie von Wissen, Widerstand und Vorstellungen selbstbestimmter Zukünfte. Die Besucher sind eingeladen, Sätze oder Gedanken aus den Büchern, die sie besonders berührt haben, in der Ausstellung zu teilen.
Lehrforschungsprojekt Botanic Futures in Kooperation mit den Botanischen Gärten der Universität Bonn: Studierende der Universität Bonn haben mit der Künstlerin Parisa Karimi Zyanotypien (Pflanzendrucke) und Zines (selbstgemachte Magazine) geschaffen, die zur Neubegegnung mit Pflanzen einladen. Dabei werden Fragen nach Migration, Widerstand, Wahrnehmung und Namensgebung diskutiert. Karimi hat zusätzlich die Zyanotypien animiert. Besucher können eine Augmented-Reality-App herunterladen und beobachten, wie die Zyanotypien zum Leben erwachen.
Die Ausstellung wird vom Bonn Center for Dependency and Slavery Studies (BCDSS) gefördert. Sie entsteht in Kooperation mit den Botanischen Gärten der Universität Bonn sowie der Pharmazeutischen Biologie der Universität Bonn.