Das Thema ist von hoher gesellschaftlicher Relevanz: Desinformation verbreitet sich im digitalen Raum schnell, gezielt und oft mit großer Wirkung auf öffentliche Debatten, demokratische Prozesse und das Vertrauen in Institutionen. Prof. Dr. Michael Meier von der Universität Bonn betont: „Desinformation lässt sich nur dann wirksam bekämpfen, wenn wir technisches Wissen, gesellschaftliche Wahrnehmung und politische Verantwortung zusammendenken – genau dafür steht der Bonner Dialog für Cybersicherheit.“ Am Ende dieser Pressemitteilung gibt er Bürgerinnen und Bürgern praktische Tipps, um Fakten von Fakes im Netz besser unterscheiden zu können.
Der Bonner Dialog für Cybersicherheit ist ein gutes Beispiel für den transdisziplinären Ansatz, der wissenschaftliche Expertise mit gesellschafts- und sicherheitspolitischen Fragen verknüpft. Transdisziplinarität, also der Dialog verschiedener Fachdisziplinen unter Einbeziehung der Perspektive aus der Praxis, ist auch ein zentrales Konzept des Zukunftskonzepts der Exzellenzuniversität Bonn.
Hochkarätige Vortragende
Den inhaltlichen Auftakt der Veranstaltung bildet eine Keynote von Oberst i.G. Sönke Marahrens, Abteilungsleiter des Zentrums für Digitalisierung der Bundeswehr, der sicherheitspolitische Perspektiven auf Desinformation und hybride Bedrohungen im digitalen Raum beleuchtet.
Im anschließenden Podiumsgespräch kommen verschiedene fachliche Blickwinkel zusammen. Dr. Rüdiger Peusquens, Mitglied der erweiterten Geschäftsführung der Deutschen Telekom Security, bringt die Perspektive der IT‑Sicherheitswirtschaft ein, während Alena Epifanova, Research Fellow bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik e.V. (DGAP), das Thema aus außen- und sicherheitspolitischer Sicht einordnet. Zudem gewährt Silvia Stöber, Senior Reporterin bei CORRECTIV, Einblicke in den journalistischen Umgang mit Desinformation.
Die Diskussion wird moderiert von Prof. Dr. Michael Meier, Informatik-Professor an der Universität Bonn und Leiter der Abteilung Cyber Security am Fraunhofer FKIE, der die Verbindung zwischen Forschung, Praxis und Politik herstellt.
Weitere Informationen zur Veranstaltung und Anmeldung finden Sie hier:
https://www.fkie.fraunhofer.de/bdcs
Ein Überblick über alle bisherigen Veranstaltungen des Bonner Dialogs für Cybersicherheit finden sich unter: https://www.fkie.fraunhofer.de/de/Veranstaltungen/bonner-dialog-fuer-cybersicherheit.html
Fragen können während der Veranstaltung oder vorab per E-Mail an kontakt@fkie.fraunhofer.de eingesendet werden.
Der Bonner Dialog für Cybersicherheit (BDCS)
Expertinnen und Experten der Cyber-Security-Szene diskutieren kontrovers aktuelle Fragen und Herausforderungen der Cybersicherheit. Das seit Jahren etablierte und kostenfreie Veranstaltungsformat wird durch die Partner Bundesstadt Bonn, Deutsche Telekom, Fraunhofer FKIE, Industrie- und Handelskammer (IHK) Bonn/Rhein-Sieg, Allianz für Cybersicherheit, Universität Bonn, HiSolutions AG und Cyber Security Cluster Bonn e.V. getragen und dient darüber hinaus der lokalen und überregionalen Vernetzung. Im März 2026 findet bereits das 24. BDCS statt.
Fünf Experten-Tipps gegen Fakes im Internet
1. Erst prüfen, wer die Information veröffentlicht hat
Prof. Meier sagt: „Schauen Sie sich an, von welcher Website, welchem Account oder welchem Medium eine Behauptung kommt. Ist die Quelle bekannt, seriös und transparent? Wenn nicht klar ist, wer dahintersteckt, ist Vorsicht angesagt.“
2. Nicht nur die Überschrift glauben
„Viele Falschmeldungen arbeiten mit reißerischen Überschriften. Lesen Sie den ganzen Text und prüfen Sie, ob die Überschrift wirklich zum Inhalt passt. Oft wird in der Überschrift übertrieben oder verkürzt.“
3. Nach einer zweiten zuverlässigen Quelle suchen
„Echte Nachrichten verbreiten sich heutzutage schnell. Wenn etwas wirklich wichtig oder spektakulär ist, berichten meist auch andere seriöse Medien darüber. Finden Sie die Information jedoch nur an einer Stelle, ist das ein Warnsignal.“
4. Auf Datum, Bilder und Zusammenhang achten
„Oft sind Inhalte nicht komplett erfunden, sondern aus dem Zusammenhang gerissen. Ein altes Foto kann als angeblich neues Ereignis verbreitet werden. Deshalb immer prüfen: Wann wurde etwas veröffentlicht, und passt das Bild wirklich zu der Behauptung? Und: Da Bilderzeugung mit KI immer besser wird, haben Bilder allein keine Beweiskraft mehr.“
5. Bei starken Gefühlen besonders misstrauisch sein
Prof. Meier sagt: „Fakes sollen oft schockieren, wütend machen oder Angst erzeugen, damit man sie schnell weiterteilt, ohne viel nachzudenken. Genau dann lohnt es sich, kurz innezuhalten und zu prüfen, statt sofort zu glauben, zu kommentieren oder zu verbreiten.“