Das Testen eines solchen Prototyps - also eines Modells oder einer Arbeitsversion – ist eine bewährte Methode bei der Entwicklung von Produkten oder Dienstleistungen, die für den Markt vorbereitet werden sollen. Auch bei anderen Produkten, wie beispielsweise Nahrungsmittel, Apps oder medizinische Produkte setzen Gründer*innen auf ausgiebiges Testing und durchlaufen einen sogenannten Validierungsprozess bis zur Marktreife.
Live-Show mit Live-Feedback
Thematisch geht es bei der Science Musical Show „Auf Kurs?“ um aktuelle Probleme der Menschheit wie Klimawandel und Energiewende, die Dr. Jana Heysel humorvoll, nachdenklich und ironisch verdeutlicht. Sie visualisiert diese abstrakten Konzepte anhand von physikalischen Experimenten und macht sie so selbst für jüngere Besucher*innen verständlich.
„Auf Kurs?“ lebt von der Interaktion mit den Zuschauenden – während der Performance selbst und während der Ideen-Entwicklung. Auf der Bühne spricht Dr. Jana Heysel das Publikum direkt an, macht Witze und bittet Zuschauende als Assistenz bei den Experimenten auf die Bühne. Auch im Anschluss an die Show ist die Beteiligung der Zuschauenden gefragt, diesmal in Form eines digitalen Feedback-Bogens, mit dem das Test-Publikum Lob, Kritik und Verbesserungsvorschläge äußern kann. So erhält Dr. Jana Heysel Rückmeldungen, mit denen sie ihre Show verbessern kann. „Ich bin dankbar für jedes Feedback, ob kritische Anmerkungen oder auch einfach nur positive Bemerkungen, die mir zeigen, dass ich mit meiner Show auf dem richtigen Weg bin“, sagt Dr. Jana Heysel.
Testing von Nahrungsmitteln: die Verkostung
Auch Gründerin Mercy Grunwald testet ihren Prototyp: Sie bietet ein westafrikanisches Erfrischungsgetränk zur Verkostung in Unverpackt-Läden und bei Netzwerkveranstaltungen an und holt sich so Rückmeldungen über mögliche Veränderungen im Geschmacksprofil und potenzielle Zielgruppen. Dieses Feedback ist besonders wichtig bei neuartigen oder hierzulande bisher noch unbekannten Produkten wie Mercy Grunwalds Getränk, das durch Inhaltsstoffe aus der traditionellen afrikanischen Medizin neben Erfrischung auch gesundheitlichen Nutzen bieten soll. Für eine zielgerichtete Vermarktung solcher bislang unbekannten Produkte lohnt es sich, den eigenen Kunden- und Kundinnengeschmack gut zu kennen.
Daten für eine App-Entwicklung: Bewegungsmuster sammeln
Das Produkt von PD Dr. Jennifer Faber wurde aus einer wissenschaftlichen Fragestellung heraus entwickelt. Eine App für Ataxie-Patient*innen, die unter einer neurologischen Bewegungsstörung leiden. Die App soll Bewegungsparameter unabhängig von klinischer Untersuchung genau erfassen und durch direktes Feedback die Therapie der Bewegungssymptome verbessern. Pilottestungen der App führen Patient*innen durch. Für die Wissenschaft hinter der Idee benötigt Dr. Jennifer Faber auch Daten über Bewegungsmuster von gesunden Menschen. Unter dem Motto „Donate your Gait“ sammeln sie und ihr Team Bewegungsmuster des gesunden Gehens von freiwilligen Testpersonen in jeder Altersspanne. Mehr Informationen gibt es beim Team Cerebellum oder bei der Bonner Wissenschaftsnacht 2026 (21.-22.5.2026).
Validierung und Zielgruppen-Kenntnis essentiell für Gründung
„Ein möglichst breites Kund*innen-Feedback gibt wertvolle Informationen für junge Gründer*innen und Start-ups und wird daher sowohl zur Marktforschung als auch zur Ideenentwicklung gerne genutzt“, erklärt Gründungsberaterin Anna Villwock vom Transfer Center enaCom, die die drei Gründerinnen begleitet. Sie ergänzt: „Das Testen von Prototypen und Produkten ist ein wichtiger Schritt in der Entwicklung jeder Idee. Ich rate jeder Gründerin und jedem Gründer, intensiv Feedback von Kundinnen und Kunden einzuholen, bevor sie auf den Markt gehen.“
Anna Villwock koordiniert das exist Women Programm für Gründerinnen an der Universität Bonn, über das auch Dr. Jana Heysel und PD Dr. Jennifer Faber gefördert werden, bzw. wurden. exist Women wird seit 2023 an der Universität Bonn angeboten und vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert.