Ein Gebäude mit Geschichte – und neuen Anforderungen
Seit der Universitätsgründung 1818 prägt das Schloss die Stadt und das Selbstverständnis der Universität. Zugleich entspricht das denkmalgeschützte Ensemble heute nicht mehr den Anforderungen an ein zeitgemäßes Universitätsgebäude. Es ist sanierungsbedürftig und muss für die anstehenden Arbeiten vollständig geräumt werden. Der Wettbewerb hatte deshalb eine klare Leitfrage: Wie lassen sich moderne Arbeits- und Lernwelten schaffen, ohne den Denkmalcharakter zu verlieren? Neben der funktionalen Neustrukturierung sollten die Konzepte auch energieeffizientes und nachhaltiges Bauen von Beginn an mitdenken. Das Preisgericht vergab einen 1. Preis, einen 3. Preis sowie drei Anerkennungen.
1. Preis: Knerer und Lang Architekten (München)
Der Siegerentwurf setzt nach Darstellung der Jury auf den Erhalt der Aula im 1. Obergeschoss als zentralen Raum und ergänzt sie funktional durch einen rückwärtig angebundenen großen Hörsaal. Der Arkadenhof – als bestehendes Herz des Schlosses – fungiert in dem Entwurf als zentraler "Verteiler", aber auch als ein „Dritter Ort“ für Austausch und Veranstaltungen jenseits der Hörsäle. Rampen in den Arkaden dienen dem Niveauausgleich und führen in ein neu entwickeltes Foyer, das mit einer repräsentativen Freitreppe in der Sichtachse des Eingangs der Universität ein angemessenes Entree verschafft. Im Erdgeschoss sind außerdem Café- und Bistroflächen verortet. Sie könnten laut Jury dazu beitragen, das Ensemble stärker in das Stadtgefüge einzubinden. Hervorzuheben sei insbesondere die Setzung des Schlosscafés in der ehemaligen Blauen Grotte (Durchgang zwischen Arkadenhof und Schlosskirchenplatz), die dem Ort eine neue Attraktivität und Aufenthaltsqualität verleiht.
3. Preis und Anerkennungen: Arkadenhof und neue Mitte im Fokus
3. Preis: Staab Architekten (Berlin): Staab schlägt unter anderem eine leichte Überdachung des Arkadenhofs vor – als „luftiges“ und zugleich gedecktes Entrée. Außerdem will der Entwurf im Erdgeschoss den westlichen Bereich von Foyer und Lichthof zur Aula als festlichem Mittelpunkt umwidmen und damit neue kommunikative Räume schaffen.
Mit Anerkennungen wurden folgende Entwürfe ausgezeichnet:
- asp Architekten (Stuttgart)
- &MICA (Berlin) mit Henchion Reuter Architekten (Berlin)
- h4a Gessert Randecker Architekten (Stuttgart)
Der Wettbewerb wurde als einstufiger, nicht offener Realisierungswettbewerb mit anschließendem Verhandlungsverfahren durchgeführt. Das Preisgeld betrug: 1. Platz 220.000 Euro, 3. Platz 101.000 Euro, Anerkennung 45.000 Euro. Das Preisgericht kam am 24. und 25. November 2025 an der Universität Bonn zusammen. Das Sachpreisgericht war hochrangig besetzt mit Vertreter*innen des Landes, der Bundesstadt Bonn sowie der Universität Bonn (unter anderem waren Rektor und Kanzler beteiligt).
Weitere Informationen gibt es beim Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW.