21. Januar 2026

Spotlight: Promotionsstipendiatin Eva-Maria Frank Interview mit Eva-Maria Frank

Wir freuen uns, Eva-Maria Frank vorstellen zu dürfen! Um ihre Promotion in Philosophie zu machen, hat sie sich 2024 erfolgreich um ein Stipendium der Heinrich-Böll-Stiftung beworben. In diesem Interview berichtet sie von ihren Erfahrungen mit dem Bewerbungsprozess und gibt Tipps für eine erfolgreiche Bewerbung.

Eva-Maria Frank
Eva-Maria Frank © privat
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Wieso haben Sie sich dafür entschieden, Ihre Promotion über ein Stipendium zu finanzieren?

Die anderen Finanzierungsmöglichkeiten – etwa eine Stelle an einem anderen Lehrstuhl oder eine Teilzeitstelle außerhalb der Uni – passten nicht zu meiner Situation. Ich wollte mein Forschungsvorhaben unbedingt bei meiner jetzigen Doktormutter umsetzen, an deren Institut es aber keine freien Stellen gab. Eine Finanzierung über eine externe Stelle wäre eine Notlösung gewesen, denn meine Promotion hätte sich vermutlich durch die Mehrarbeit deutlich verlängert. Wichtiger wurden für mich erst danach Aspekte wie flexible Zeit für akademisches und nicht-akademisches Engagement in der Promotionsphase und die Vernetzung mit anderen Promovierenden.

Wie sind Sie auf das passende Stipendium aufmerksam geworden oder was hat Ihnen bei der Entscheidungsfindung geholfen?

Die Auswahl des passenden Stipendiums fiel mir bei den Begabtenförderungswerken relativ leicht, weil ich einige Optionen direkt ausschließen konnte. Ich bin konfessionslos, und fachlich stark gebundene Stipendien passten nicht zu meinem Forschungsvorhaben. Deshalb wurde schnell klar, dass eine parteinahe oder gewerkschaftliche Stiftung für mich am ehesten infrage kommt. Zudem konnte ich durch mein politisches Engagement und die Informationen auf den Websites der Stiftungen gut einschätzen, welche Stiftung am besten zu mir passt.

Welche Unterstützungsangebote haben Sie zur Vorbereitung Ihrer Stipendienbewerbung genutzt?

Die Kapazitäten für die Vorbereitung der Stipendienbewerbung hängt stark von den persönlichen Umständen und Fristen der Förderwerke ab. Ich stand regelmäßig in Kontakt mit der Promotionsberatung des Bonner Graduiertenzentrums, die das mich über Erfolgsaussichten und wichtige Voraussetzungen informierte. Für konkrete Fragen habe ich direkt bei den Stiftungen nachgefragt. Rückblickend beschreibt „Augen zu und durch“ wohl am besten meine kurze, aber intensive Vorbereitungsphase. Eine Bewerbung ist auch in kurzer Zeit möglich.

Was waren aus Ihrer Sicht die größten Herausforderungen bei der Bewerbung und im Auswahlverfahren?

Eine große Herausforderung war der Druck, dass eine erfolgreiche Bewerbung darüber entschied, ob ich in der geplanten Form promovieren kann. Im Auswahlverfahren fiel es mir schwer, meine Chancen einzuschätzen und nicht ständig darüber nachzudenken, was ich hätte besser machen können. Hinzu kam die finanzielle Unsicherheit in der Übergangszeit. Außerdem bestehen durch die Erwartungen mancher Stiftungen strukturelle Hürden, die insbesondere für Personen, die zur Finanzierung ihres Studiums einem Nebenjob nachgehen müssen oder andere Verpflichtung haben, nur schwer erfüllbar sind.

Welche drei wichtigsten Tipps würden Sie Bewerber*innen auf ein Promotionsstipendium mit auf den Weg geben?

Mir haben insbesondere diese Überlegungen geholfen:

(1) Achte darauf, dass das Stipendium gut zu dir und deinen Interessen passt, und informiere dich vorher genau über die Erwartungen der Stiftung, denn das erhöht die Chancen auf eine erfolgreiche Bewerbung.

 (2) In den Auswahlgesprächen ist es wichtig, klar zu deinen eigenen Haltungen zu stehen. Du wurdest aufgrund deiner Person und deinen Fähigkeiten eingeladen, sodass die Stiftungsvertreter*innen ein grundsätzliches Interesse an dir haben.

(3) Hol dir Unterstützung von nahestehenden Personen, um Druck und Unsicherheiten besser zu bewältigen.


Wir bedanken uns für das Interview und wünschen alles Gute und viel Erfolg für die Zukunft!

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