04. Juli 2014

Internationale Wissenschaftsstadt Bonn gewinnt an Boden Internationale Wissenschaftsstadt Bonn gewinnt an Boden

DFG bekennt sich zu Bonn

Der Ausbau der Internationalen Wissenschaftsstadt Bonn geht erfolgreich weiter. Die Generalsekretärin der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Dorothee Dzwonnek, Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch und der Rektor der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität, Professor Dr. Jürgen Fohrmann, haben heute ein gemeinsames Strategiepapier zum Ausbau der Wissenschaftsstadt Bonn vorgestellt.

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PK-Internationale-Wissenschaftsstadt-Juli-2014-01-a.jpg - Unser Foto (v.l.n.r.): Jürgen Nimptsch, Dorothee Dzwonnek und Professor Dr. Jürgen Fohrmann stellen das gemeinsames Strategiepapier vor. © Foto: Michael Sondermann/Bundesstadt Bonn
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Sie betonen darin die besonderen Möglichkeiten Bonns, durch das Zusammenwirken der zahlreichen hier ansässigen internationalen und nationalen Organisationen und Wissenschaftseinrichtungen besonders hochwertige Forschungsergebnisse zu erzielen. „Die Wissenschaftsregion Bonn ist seit jeher stark. Wir wollen sie international sichtbarer machen und ihre Konkurrenzfähigkeit erhöhen“, fasst OB Nimptsch das Ziel zusammen. „Die herausragende Expertise am Standort Bonn soll genutzt werden, um zukunftsrelevante Themen des globalen Wandels zu bearbeiten.“

Bonn als Zukunftslabor

Bonn kann dazu auf Besonderheiten und Alleinstellungsmerkmale verweisen. Die deutsche  Stadt der Vereinten Nationen mit ihrem Leitgedanken „UNO in Bonn – für nachhaltige Entwicklung weltweit“ bietet ein einmaliges Umfeld für die Universität und andere Wissenschaftseinrichtungen. Themen des globalen Strukturwandels – menschliche Sicherheit, Klima- und Wasserforschung, biologische Vielfalt, Ernährungssicherheit – assoziiert die internationale Fachszene inzwischen mit Bonn. „Der Wissenschaftsstandort Bonn hat das Potenzial, sich zu einem Zukunftslabor zu entwickeln“, sind sich die drei Autoren des Strategiepapiers einig.

Für die Generalsekretärin der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Dorothee Dzwonnek, verfügt Bonn mit seiner überdurchschnittlichen Präsenz an Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Wissenschaftspolitik und Wissenschaftsförderern über ein „sichtbares Alleinstellungsmerkmal mit internationaler Strahlkraft“. Dieses ‚Wissenschafts-Dreieck“ gelte es strategischer zu nutzen und durch gezielte Kooperationen zu verbinden.

DFG schreibt Bonn als Sitz fest

Die DFG als zentrale Selbstverwaltungsorganisation für die Wissenschaft in Deutschland und größte Forschungsförderorganisation in ganz Europa bringe hier erhebliches Potenzial und vielfältige Expertise ein – sei es durch die mehr als 2500 nationalen und internationalen Expertinnen und Experten, die auf Einladung der DFG regelmäßig zu Sitzungen ihrer Fachkollegien, Gutachtergremien und Ausschüsse in der Bonn zusammenkommen, um jährlich über weit mehr als 10.000 Förderanträge zu entscheiden, sei es mit den inzwischen rund 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Bonner Geschäftsstelle der DFG.

Ihrer schon jahrzehntelangen engen Verbundenheit zu Bonn gibt die DFG künftig auch in ihrer Satzung noch deutlicheren Ausdruck. Wie Dzwonnek berichtete, hat die Mitgliederversammlung der DFG in dieser Woche in Frankfurt/Main eine Novelle der Satzung der DFG beschlossen und dabei auch die Regelung zum Sitz der DFG neu gefasst. In der bisherigen Satzung der DFG aus dem Jahre 1951 hatte es geheißen, Sitz der DFG sei „zunächst“ Bonn. „Diese Formulierung als Übergangslösung im Stile der damaligen Zeit war schon lange nicht mehr zeitgemäß“, sagte Dzwonnek. In der novellierten Satzung ist das Wort „zunächst“ deshalb gestrichen – es heißt nun: Der Sitz der DFG „ist Bonn“.

„Ich freue mich, dass die DFG als familienfreundlicher und innovativer Arbeitgeber und nach so vielen Jahren erfolgreicher Arbeit in Bonn und von Bonn aus nun auch ganz offiziell in dieser Stadt verankert ist und auch heute so herzlich willkommen geheißen wird. Mit diesem Bekenntnis zu Bonn möchte die DFG einen Beitrag zur Profilbildung und Strahlkraft der Wissenschaftsstadt Bonn leisten und zu weiteren Kooperationen einladen“, betonte Dzwonnek. Die DFG befinde sich hierzu bereits in einem institutionellen Diskussionskontext mit der HRK, AvH und DAAD und hoffe, dass ihr klares Signal für Bonn auch Reflexe auf deren Standortentscheidung hat. Letztlich, so Dzwonnek, gehe es auch „um die Frage der wissenschaftlichen Selbstverwaltung und Eigenverantwortung“.

Bonn hat ein einmaliges Umfeld

Rektor Professor Dr. Jürgen Fohrmann stellte  die gemeinsamen Aktivitäten zu Bonn als Internationaler Wissenschaftsstadt vor. Erst kürzlich hatten die Stadt und die Universität ein Kooperationsabkommen geschlossen, dessen Ziel es ist, Wissenschaftseinrichtungen, internationale Organisationen, nationale Institutionen, Kulturpartner und Medien zu ausgewählten Themen zu vernetzen. Fohrmann: „Die Voraussetzungen dafür sind besonders gut, da Bonn ein in Deutschland einmaliges Umfeld aufweist: Internationale Organisationen treffen auf das Umfeld einer Wissenschaftsstadt, in der Wissenschaft, Wissenschaftsförder- und Mittlerorganisationen sowie Wissenschaftspolitik gleichermaßen vertreten sind.“ Derzeit streben Stadt und Universität neue Netzwerke unter anderem auf den Gebieten globale Transformationsprozesse, digitale Gesellschaft und Klimawandel an.

Beispiele für erfolgreiches Zusammenwirken gibt es bereits: Da ist das zur Zeit entstehende transdisziplinäre Netzwerk BION, das – mit der Universität als Kern – die gesamte Bandbreite der natur- und geisteswissenschaftlichen Forschung zu biologischer Vielfalt, ihrer nachhaltigen Nutzung und dem globalen Umweltwandelt umfasst. Oder das „Forum internationale Wissenschaft Bonn“ der Universität. Es verbindet unter der Perspektive von ‚Weltgesellschaft‘ die Analyse von Strukturen demokratischer Gesellschaften mit einer international vergleichend ausgerichteten Wissenschaftsforschung und Forschungsbereichen, die Fragen globaler Adressierung und Prozesse der ‚digitalen Gesellschaft‘ untersuchen.

Mit wissenschaftsgetriebenen Aktivitäten zur Weiterentwicklung des deutschen Wissenschaftssystems unter dem gemeinsamen Leitmotiv „Internationalität als wesentliches Merkmal von Wissenschaft und wettbewerblichen Auswahlverfahren“ schaffen die Forschungsförderungs- und Mittlerorganisationen jeweils entsprechend ihrem originären Satzungsauftrag wesentliche, durch ihre Expertise und ihre Gremien legitimierte Rahmenbedingungen für Wissenschaft und Forschung in Deutschland. Gerade für diese Rolle als Organisationen der Wissenschaft an der Schnittstelle zwischen Politik und Selbstverwaltung hat sich der Standort Bonn bewährt.

In gemeinsamen Projekten werben die vier Partner AvH, DAAD, DFG und die FhG gemeinsam in dem vom BMBF geförderten Verbund „Internationales Forschungsmarketing „Research in Germany- Land of ideas“ durch ein breites Spektrum unterschiedlicher Aktivitäten im In- und Ausland für den Forschungsstandort Deutschland und führen verschiedene Maßnahmen durch, die die internationale Sichtbarkeit der deutschen Spitzenforschung erhöhen, Innovationspotentiale stärken, Mobilitätsinteressen wecken und Kooperationsanbahnung fördern.

Das Strategiepapier steht unter www.bonn.de zur Verfügung.

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