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Datum: 21.08.2020

Momentaufnahme der pandemischen Erfahrung Käte Hamburger Kolleg „Recht als Kultur“ legt Buchpublikation zur Corona-Krise vor

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„In the Realm of Corona Normativities. A Momentary Snapshot of a Dynamic Discourse“ ist ein Werk mit über 50 Beiträgen internationaler Forschender aus aller Welt und unter dem Eindruck der Corona-Pandemie entstanden. Herausgeber des Bandes ist der Gründungsdirektor des Käte Hamburger Kollegs „Recht als Kultur“ der Universität Bonn, Prof. Dr. Dr. h.c. Werner Gephart.

Auf über 500 Seiten zeichnet das Buch eine Momentaufnahme der pandemischen Erfahrung nach. Da dieses Phänomen globaler Natur ist, stammen auch die über 50 Beitragenden aus aller Welt. Sie sind als ehemalige oder gegenwärtige Fellows oder Forschende aus unterschiedlichsten Disziplinen (von den Medical Humanities bis zur Kunstgeschichte, der Römischen Rechtsgeschichte bis zur Kultursoziologie des Rechts) dem Kolleg verbunden. Prof. Gephart sagt: „Alle Beitragenden teilen miteinander die Überzeugung, dass die normative Dimension des sozialen Lebens für die pandemische Erfahrung eine besondere Rolle spielt: so wie in archaischen Gesellschaften in der Beachtung von Reinheitsvorschriften ein Mittel der Heilserlangung gesehen wird, ist die Beachtung der hygienischen Regeln das entscheidende Mittel einer Heilung der Welt vom Übel der Covid-19 Erkrankung geworden.“

Der Charakter dieser Normativität und dieses Regelungsglaubens im Ausnahmezustand interessiert in diesem Band als ein eigener Typus der „pandemischen Geltungskultur“, so Gephart. Er fragt: „Finden wir darin unsere Alltagserfahrungen wieder, im aufreibenden Rhythmus zwischen Einfrierung des sozialen Lebens und Öffnung mit anschließender Rücknahme der Erleichterungen und einer verbleibenden Grundstimmung der Unsicherheit? Ist der Blick auf normative Dynamiken der Krise ein Schlüssel zum besseren kulturwissenschaftlichen Verständnis der Pandemie?“ Die Beiträge machen nach Überzeugung des Herausgebers der medizinischen Expertise den Raum nicht unsinnigerweise streitig, sondern sie betonen die Eigendynamik der moralischen, rechtlichen, ethischen, konventionsartigen Regeln oder Manieren im unheimlichen Reich des Normativen.

Das Käte Hamburger Kolleg „Recht als Kultur“

Das Käte Hamburger Kolleg „Recht als Kultur“ wird seit 2010 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) an der Universität Bonn gefördert. Das internationale geisteswissenschaftliche Forschungskolleg hat sich zum Ziel gesetzt, einen Beitrag zum Verständnis von Recht in Zeiten einer voranschreitenden Globalisierung normativer Ordnungen leisten. Internationalen Gastwissenschaftlern bietet das Kolleg als „Fellows“ einen kreativen Ort geisteswissenschaftlicher Forschung.


Publikation: Werner Gephart (Hrsg.) In the Realm of Corona Normativities. A Momentary Snapshot of a Dynamic Discourse; Frankfurt am Main, 2020 (Klostermann Verlag)


Kontakt für die Medien:
Prof. Dr. Dr. h.c. Werner Gephart
Direktor am Käte Hamburger Kolleg „Recht als Kultur“ (Gründungsdirektor)
Universität Bonn
Tel.: 0228/73-54053
E-Mail: [Email protection active, please enable JavaScript.]

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