01. Juli 2019

Nachhaltigkeit und Globaler Wandel: Innovations-Campus Bonn ist eröffnet Nachhaltigkeit und Globaler Wandel: Innovations-Campus Bonn ist eröffnet

Die Symbolkraft war kaum zu verkennen: Ausgerechnet am heißesten Tag des Jahres haben sechs Bonner Institutionen, begleitet von hochrangigen Gästen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft, den Auftakt des Innovations-Campus Bonn (ICB) begangen, eine gemeinsame Plattform für Forschung an Themen der Nachhaltigkeit und des globalen Wandels. Bonn, die deutsche Stadt der Vereinten Nationen, etabliert sich mit dem ICB weiter als globales Forschungszentrum für Nachhaltigkeit und Globalen Wandel.

"Familienfoto" der Allianz-Partner
"Familienfoto" der Allianz-Partner © Foto: Barbara Frommann/Uni Bonn
Alle Bilder in Originalgröße herunterladen Der Abdruck im Zusammenhang mit der Nachricht ist kostenlos, dabei ist der angegebene Bildautor zu nennen.
Für das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen grüßte Staatsekretärin Annette Storsberg (Foto) in die Runde, die sich im Bonner Universitätsclub versammelt hatte. Ihr Ministerium hat dem neuen ICB eine Anschubfinanzierung in Höhe von 1,35 Millionen Euro in die Wiege gelegt. In ihrem Grußwort sagte die Staatssekretärin: „In Nordrhein-Westfalen entsteht mit dem ICB ein einzigartiges Wissenschaftszentrum, eine Denkfabrik für Nachhaltigkeit und Globalen Wandel.“ Der Erfolg des ICB fuße auf der Qualität der Zusammenarbeit seiner Partner. Bereits vor dem offiziellen Projektstart hätten die Beteiligten sehr großes Engagement gezeigt. Ebenfalls entscheidend für den künftigen Erfolg: Prof. Dr. Jakob Rhyner, ehemaliger Vize-Rektor der Universität der Vereinten Nationen, konnte als wissenschaftlicher Direktor gewonnen werden. Gleichzeitig hat er an der Landwirtschaftlichen Fakultät der Universität Bonn eine W3-Professur für Globalen Wandel und Systemische Risiken inne. 
 
„Die Welt, die wir kennen, verändert sich fundamental!“
 
Auch Oberbürgermeister Ashok Sridharan wünschte dem Vorhaben viel Erfolg: „Es eilt! Das Klima ändert sich, die Artenvielfalt sinkt, die globale Migration steigt. Die Welt, die wir kennen, verändert sich fundamental!“ Für das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sprach Petra Berkner ein Grußwort in Vertretung von Ministerialdirigent Frithjof Maennel. Sie sagte: „Der ICB ist ein spannendes Projekt mit viel Potential für den Wissenschafts- und UN-Standort Bonn.“ Mit dem Projekt „digitainable“ unterstützt ihr Ministerium das erste große wissenschaftliche Vorhaben des ICB mit einer Fördersumme von 500.000 Euro. 
 
Die öffentliche Förderung ermögliche dem ICB einen soliden Start, betonte der Wissenschaftliche Direktor, Prof. Rhyner. Das Projekt ‚digitainable‘ werde mit zwei Postdoktoranden beginnen. Sie werden die Einflüsse des rasanten Fortschritts in der Digitalisierung und der künstlichen Intelligenz auf Fragen nachhaltiger Entwicklung untersuchen. Die Ergebnisse sollen die Diskussion zum Spannungsfeld zwischen Digitalisierung und Nachhaltigkeit beleben und versachlichen.
 
 
Nachhaltigkeit transdisziplinär in die Forschung integriert
 
In einem anschließenden Podiumsgespräch standen die führenden Köpfe der Bonner Allianz, die Leiterinnen und Leiter  der am ICB beteiligten Einrichtungen, den Fragen der geladenen Gäste Rede und Antwort.  Rektor Prof. Dr. Dr. h.c. Michael Hoch erklärte, wie es zur Gründung des ICB gekommen sei: „Im Rahmen der Exzellenzstrategie haben wir nach Wegen gesucht, das Thema Nachhaltigkeit stärker in die Forschung zu integrieren und Schwerpunkte in diese Richtung zu verschieben.“ Dies habe auch zur Bildung eines transdisziplinären Forschungsbereichs zur Nachhaltigkeit geführt. „Der ICB ist mit neuen Professuren eine Kernstruktur dafür.“ Nun gelte es, den privaten Sektor und Nichtregierungsorganisationen zu integrieren. Der Forschungsdirektor des BICC, Prof. Dr. Conrad Schetter, sagte: „Die Kooperation mit der Zivilgesellschaft steht noch am Anfang.“ Gerne bringe das BICC seine Kontakte zu anderen Akteuren - lokal und global – ein. Prof. Dr. Katja Bender von der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg zeigte Möglichkeiten auf, Nachhaltigkeit und Studienprogramme miteinander zu verbinden. 
 
Podiumsdiskussion mit Rektor Michael Hoch (3.v.l.). Fotos: Frommann/Uni Bonn
 
Vortrag und Diskussion mit UN-Untergeneralsekretär Achim Steiner
 
Bereits am Vormittag hatten die Feierlichkeiten mit einem öffentlichen Vortrag vom höchsten deutschen UN-Beamten,  Achim Steiner, Untergeneralsekretär der Vereinten Nationen (Foto), vor Studierenden und lokalem Publikum aus der Nachhaltigkeitsszene in der Aula der Universität Bonn begonnen. Steiner leitet das UN-Entwicklungsprogramm (UNDP) und ist der ranghöchste Deutsche bei der UNO. Sein Vortrag „Auf dem Weg zu globaler Nachhaltigkeit: Chancen und Herausforderungen bei der Umsetzung der Agenda 2030“ setzte bei der aktuellen Klimaproblematik und der Umsetzung der 17 Nachhaltigkeitsziele an. Am Nachmittag fanden drei Workshops statt, die den formellen Auftakt der wissenschaftlichen Arbeit des ICB bildeten und die den Nachhaltigkeitsbegriff, Klimamigration und Digitalisierung im Gesundheitsbereich zum Thema hatten. 
 
Ideen, Expertisen und Perspektiven zum Thema Nachhaltigkeit
 
Mit dem Innovations-Campus Bonn wollen die sechs Allianz-Partner eine Plattform fu¨r die gesamtgesellschaftliche Arbeit an einer nachhaltigen Zukunft schaffen und verschiedensten Partnern eine Basis dafu¨r geben, sich mit Ideen, Expertisen und Perspektiven zum Thema Nachhaltigkeit einzubringen. Zunächst liegt der Fokus dabei auf den drei Forschungsschwerpunkten „Digitalisierung und ku¨nstliche Intelligenz“, „Mobilität und Migration“ und „Bioökonomie“.
 
Der ICB baut auf eine Initiative des Rektors der Universität Bonn und  des damaligen Vizerektors der Universität der Vereinten Nationen  auf, deren Ziel es war, mit der Gründung der Bonner Allianz fu¨r Nachhaltigkeitsforschung, die offiziell auf der UN-Weltklimakonferenz COP23 im Herbst 2017 stattfand, herausragende Partner mit internationaler Strahlkraft eng zu vernetzen. Zu den unterzeichnenden Institutionen gehören neben der Universität Bonn selbst, ihrem Zentrum fu¨r Entwicklungsforschung (ZEF), auch das Institut fu¨r Umwelt und menschliche Sicherheit der Universität der Vereinten Nationen (UNU-EHS), das International Center for Conversion (BICC), das Deutsche Institut fu¨r Entwicklungspolitik (DIE) sowie die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (H-BRS). 
 
Weitere Informationen:
 
 
 
Stimmen zum ICB:
 
„Mit dem Innovations-Campus Bonn schaffen wir ideale Bedingungen, um Strategien zur Umsetzung der UN-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung am Wissenschaftsstandort Bonn zu entwickeln.“ - Dr. Georg Schütte, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung 
 
„Der ICB geht nichts weniger als die großen Herausforderungen der Zukunft an, die vor allem auch junge Menschen derzeit mobilisieren. Und das gelingt, weil herausragende Partner mit internationaler Strahlkraft in Bonn, der deutschen Stadt der Vereinten Nationen, sich in der ‚Bonner Allianz‘ zusammengeschlossen haben und den ICB tragen. Es ist eben der Dialog der Partner, der den ICB spannend und stark macht: Wissenschaft, Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft, vereint unter einem Dach.“ – Prof. Dr. Dr. h.c. Michael Hoch, Rektor der Universität Bonn
 
„Als Hochschule für angewandte Wissenschaften wollen wir im ICB unsere Kompetenzen bei den Themen Nachhaltigkeit und Digitalisierung einbringen. Dabei spielt insbesondere die anwendungsorientiere Verschränkung von KI, Robotik, Nachhaltigkeit und Ethik eine Rolle.“ – Prof. Dr. Hartmut Ihne, Präsident der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (H-BRS) 
 
 „Der ICB wird Bonn zu einem der interessantesten Standorte für Nachhaltigkeit weltweit machen.“ – Prof. Dr. Dirk Messner, Direktor, Institute for Environment and Human Security, United Nations University (UNU-EHS)
 
„Die Bonner Allianz bringt Bonns wichtigste lokale Partner in der internationalen Entwicklungsforschung und -politik zusammen, um gemeinsam die großen globalen Fragen anzugehen. Das ZEF freut sich, dabei zu sein!“ – Prof. Dr. Christian Borgemeister, Direktor, Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF) der Universität Bonn
 
„Für das BICC ist das Thema Nachhaltigkeit zentral, da Kriege, Vertreibungen und zerstörerische Gewalt Gesellschaften um Jahrzehnte zurückwerfen. In der Bonner Allianz fokussiert BICC vor allem auf die Veränderung der Kriegsführung durch Digitalisierung. Hier spielen Drohnen, Cyber und KI eine zentrale Rolle.“ – Prof. Dr. Conrad Schetter, Direktor des Bonn International Center for Conversion (BICC)
 
„Für das DIE ist die Kooperation in der Bonner Allianz für Nachhaltigkeitsforschung eine große Chance, die Bedeutung der Zusammenarbeit mit Entwicklungs- und Schwellenländern in gemeinsame Forschungsvorhaben einzubringen. Der ICB bietet den Rahmen dafür sowie für Gastaufenthalte von Partnern aus dem Süden und für Dialogformate mit Politik und Gesellschaft zur Nachhaltigkeitstransformation.“ – Dr. Imme Scholz, Kommissarische Direktorin, Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE)
 
Podiumsdiskussion
UN-Untergeneralsekretär Achim Steiner
Annette Storsberg
Wird geladen