03. Dezember 2018

Rettungsroboter stellt sein Können unter Beweis Rettungsroboter stellt sein Können unter Beweis

Erfolgreicher Abschluss des CENTAURO-Projektes

Wie können humanoide Roboter in für Menschen zu gefährlichen Katastrophenszenarien als Helfer eingesetzt werden? Ein internationales Forscherteam unter der Koordination der Universität Bonn hat für solche Einsatzgebiete den Roboter „Centauro“ entwickelt. Die Gutachter waren beeindruckt von den Projektergebnissen. Darüber hinaus stellte der Roboter bei einem Pressetermin im Informatik-Zentrum auf dem Campus Poppelsdorf sein Können unter Beweis.

Live-Demonstration für die Medien:
Live-Demonstration für die Medien: - Rettungsroboter „Centauro“ zeigt im Informatik-Zentrum der Universität Bonn auf dem Campus Poppelsdorf sein Können. © Foto: Volker Lannert/Uni Bonn
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Das Forschungsprojekt “CENTAURO – Robust Mobility and Dexterous Manipulation in Disaster Response by Fullbody Telepresence in a Centaur-like Robot” wird von Prof. Dr. Sven Behnke vom Institut für Informatik der Universität Bonn koordiniert. Die Europäische Union förderte das Vorhaben des internationalen Teams aus Deutschland, Italien und Schweden mit rund 4,1 Millionen Euro. „Ziel ist ein Robotersystem, das nach Katastrophen wie etwa im Kernkraftwerk Fukushima helfend eingreifen kann“, sagt Prof. Dr. Sven Behnke von der Arbeitsgruppe Autonome Intelligente Systeme der Universität Bonn.

Der Centauro-Roboter erinnert in der Tat an einen Zentaur, das Mischwesen aus der griechischen Mythologie: Kopf, Oberkörper und Arme sehen einem Menschen ähnlich, darunter befindet sich eine Art Pferderumpf. Diese Konstruktion erlaubt dem Roboter, verschiedenartige Aufgaben in einer für Menschen gefährlichen Umgebung erfüllen zu können. Centauro verfügt über vier gelenkige Beine mit Rädern, weshalb er sich auch in unebenem Gelände flexibel bewegen, Treppen steigen und Hindernisse überwinden kann. Der menschenähnliche Oberkörper mit zwei Armen und einem Sensorkopf erlaubt ihm zum Beispiel, Türen zu öffnen oder Ventile, Schalter, Stecker und Messgeräte zu bedienen sowie Werkzeuge zu gebrauchen.

Bedienung mit dem Exoskelett

Aus sicherer Entfernung können sich Menschen mit Hilfe eines Exoskeletts und einer 3D-Visualisierung in den Roboter hineinversetzen und komplexe Aufgaben erledigen. Auf diese Weise werden die Armbewegungen des Bedieners zum Beispiel beim Festziehen einer Schraube eins zu eins auf den Roboter übertragen. Umgekehrt sind für den bedienenden Menschen über das Exoskelett Kräfte spürbar, zum Beispiel ob die Schraube greift.

Darüber hinaus kann Centauro 3D-Modelle der Einsatzumgebung erstellen, die Befahrbarkeit von Oberflächen einschätzen sowie Objekte erkennen und in ihrer Lage schätzen. Auf dieser Grundlage erstellt der Roboter Pläne für die hybride Fortbewegung durch Fahren und Schreiten, außerdem plant er Greif- und Armbewegungen, um autonom Navigations- und Manipulationsaufgaben durchzuführen. Das entwickelte Robotersystem hat im Oktober beim Anwendungspartner Kerntechnische Hilfsdienst GmbH in Karlsruhe sein Können unter Beweis gestellt und wurde nun in Bonn von internationalen Experten begutachtet.

Weitere Informationen auf der Projektwebseite:
https://www.centauro-project.eu


Kontakt für die Presse:

Prof. Dr. Sven Behnke
Universität Bonn
Institut für Informatik VI
Autonome Intelligente Systeme
Tel. 0228/734116
E-Mail: behnke@cs.uni-bonn.de
Web: www.ais.uni-bonn.de

Mit dem Laserscanner am Kopf
Mit dem Laserscanner am Kopf - erfasst Centauro die Umgebung, um sich zu orientieren. © Foto: Volker Lannert/Uni Bonn
Das Kontrollzentrum:
Das Kontrollzentrum: - Auf den Bildschirmen sind die wichtigsten aktuellen Daten zum Einsatz von Centauro zu sehen. © Foto: Volker Lannert/Uni Bonn
Arme und Hände von Dr. Massimiliano Solazzi
Arme und Hände von Dr. Massimiliano Solazzi - von der Scuola Superiore Sant’Anna (Pisa, Italien) stecken im Exoskelett. Mit dieser Maschine lässt sich der Roboter Centauro aus der Ferne bedienen. © Foto: Volker Lannert/Uni Bonn
Roboter Centauro überwindet einen Graben:
Roboter Centauro überwindet einen Graben: - Links Prof. Darwin G. Caldwell und rechts Paolo Guria, beide vom Italienischen Institut für Technologie (IIT). © Foto: Volker Lannert/Uni Bonn
Mit seinen fünf Fingern
Mit seinen fünf Fingern - kann Centauro Gegenstände wie einen Akkuschrauber greifen und damit Löcher bohren. © Foto: Volker Lannert/Uni Bonn
Michael Schreiber
Michael Schreiber - von der Universität Bonn justiert die Roboterhand von Centauro. © Foto: Volker Lannert/Uni Bonn
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