16. November 2018

Max-Planck-Humboldt-Forschungspreis für Catherine Heymans Max-Planck-Humboldt-Forschungspreis für Catherine Heymans

Catherine Heymans von der University of Edinburgh in Schottland ist erste Trägerin des neuen Max-Planck-Humboldt-Forschungspreises. Sie wird gemeinsam mit einem Wissenschaftlerteam um Prof. Dr. Peter Schneider vom Argelander-Institut für Astronomie der Universität Bonn die Dunkle Energie im Universum erforschen und das German Centre of Cosmological Lensing (GCCL) aufbauen.

Auszeichnung:
Auszeichnung: - Die Max-Planck-Humboldt-Forschungspreisträgerin Catherine Heymans mit Robert Wood (links) und Sam Peyne (rechts), die beide Max-Planck-Humboldt-Medaillen erhielten. © Foto: David Ausserhofer

Die mit 1,5 Millionen Euro dotierte Auszeichnung wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert und gemeinsam von der Max-Planck-Gesellschaft und der Alexander von Humboldt-Stiftung vergeben.  Neben der Astrophysikerin wurden außerdem der Mathematiker Sam Payne und der Robotik-Experte Robert Wood mit der Max-Planck-Humboldt-Medaille und einem Preisgeld von je 60.000 Euro geehrt. Der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, Martin Stratmann, der Präsident der Alexander von Humboldt-Stiftung, Hans-Christian Pape, sowie der Staatssekretär im BMBF, Michael Meister, überreichten die Preise in Berlin.

Die Astrophysikerin Catherine Heymans vom Institut für Astronomie der University of Edinburgh erforscht seit vielen Jahren die Dunkle Energie. Knapp Dreiviertel des Universums stecken in diesem rätselhaften Stoff, der unter anderem die beschleunigte Expansion des Weltalls erklären soll. Ebenso wie die Dunkle Materie – sie macht ungefähr ein Viertel des Kosmos aus – entzieht sich die Dunkle Energie bis heute jedoch hartnäckig der direkten Beobachtung. Die Jury hob hervor, dass Catherine Heymans dieses Gebiet mit ihren Arbeiten enorm vorangebracht habe.

„Um das dunkle Geheimnis zu verstehen, brauchen wir vielleicht eine neue Art von Physik, die für immer unseren Blick auf den Kosmos verändern wird“, sagte die Astrophysikerin. Anhand der Beobachtung von weit entfernten Himmelsobjekten versucht die Wissenschaftlerin herauszubekommen, ob Einsteins Theorie der Gravitation erweitert werden muss, um bestimmte Phänomene zu erklären. Heymans hat das Buch The Dark Universe geschrieben und ist Co-Autorin von mehr als 140 wissenschaftlichen Veröffentlichungen.

„Grundlagenforschung ist Zukunftsvorsorge für morgen und übermorgen. Sie bereichert unsere Gesellschaft auf vielfältige Weise: Sie mehrt unser Wissen und ist der Keim für Ideen und Innovationen der Zukunft. Wenn Spitzenwissenschaftlerinnen wie Catherine Heymans uns helfen, das Universum zu verstehen, dann schaffen sie damit auch eine Basis für Zukunftstechnologien. Deutschland zählt heute zu den Innovationsführern, gerade weil es in der Grundlagenforschung stark ist. Diese Stärke müssen wir uns bewahren. Deshalb freuen wir uns, wenn wir Spitzenwissenschaftlerinnen wie Catherine Heymans für unseren Forschungsstandort gewinnen können“, erklärte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek.

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