19. Oktober 2018

Eröffnung des akademischen Jahres: Exzellenz und Kritik Eröffnung des akademischen Jahres: Exzellenz und Kritik

Im kleineren Rahmen fand am Nachmittag des Jubiläumstages der Universität auch die traditionelle Eröffnung des akademischen Jahres statt. Der Ort der Zeremonie war wie in jedem Jahr die Aula des Universitäts-Hauptgebäudes.

Eröffnung des Akademischen Jahres 2018/2019
Eröffnung des Akademischen Jahres 2018/2019 © Foto: Volker Lannert/Uni Bonn

Mit einer Stunde fiel die Zeremonie diesmal kürzer aus als sonst, gab der AStA-Vorsitzenden die Gelegenheit zu unmissverständlich kritischen Anmerkungen und wagte gemeinsam mit dem Rektor einen Ausblick in eine mögliche Zukunft als Exzellenz-Universität.

Eröffnet wurde die Feier mit einem Stück des Jazzchors der Universität Bonn zum Einzug des Rektors und der Dekane, deren Reihen diesmal Verstärkung von einigen Magnifizenzen aus befreundeten Universitäten bekamen. Gratulanten waren eigens zu diesem Tag sogar aus Polen und Israel, aus Kanada, Chile, China und Japan angereist.

Nach dem Gedenken an die im akademischen Jahr 2017/2018 Verstorbenen der Alma Mater und im Abschluss an die Proklamation der neuen Senatsmitglieder und Dekane dankte Rektor Prof. Dr. Dr. h.c. Michael Hoch allen Fakultäten, Professorinnen und Professoren, Studierenden sowie den Mitarbeitenden aus Verwaltung und Technik für ihr Engagement im Jubiläumsjahr zum 200-jährigen Bestehen der Rheinischen Friedrich-Wilhems-Universität. Er rief Highlights des Jubiläumsjahres in Erinnerung, etwa die zu diesem runden Geburtstag herausgegebene Briefmarke.

 Bericht des Rektors

Rektor Prof. Dr. Dr. h.c. Michael Hoch rief die Highlights des Jubiläumsjahres in Erinnerung. Fotos: Volker Lannert/Uni Bonn

 

Doppelte Herausforderung gemeistert

Der Rektor hob in seiner Rede in der Aula die Bedeutung der Universität als Ort der Begegnung in der Stadt hervor und erinnerte bei dieser Gelegenheit nochmals an das Sommerfest am 9. Juni auf dem Campus Poppelsdorf, der sich in Zukunft zu einem weiteren Zentrum des Bonner Hochschullebens entwickeln werde. Die Universität hatte eine doppelte Herausforderung zu stemmen, nämlich ein großes Jubiläumsjahr angemessen zu feiern und gleichzeitig in der Exzellenzstrategie zu punkten. Beides ist gelungen. Im Jubiläumsjahr werden es am Ende rund 200 Veranstaltungen sein. Die Veranstaltungen des vierten Quartals unter dem Motto „Herausforderungen der Weltgesellschaft“ laufen noch bis Mitte Dezember.

Die Arbeit an den Exzellenzstrategie trug reichlich Früchte: Mit sechs ausgezeichneten Exzellenzclustern ist die Universität Bonn deutschlandweit "Spitze", undn nun seien alle gleichermaßen „glücklich und erschöpft“. Zeit zum Ausruhen bleibt indes nicht - der Antrag in der Förderlinie "Exzellenzuniversitäten" muss in den kommenden Wochen fertiggestellt werden.

Hoch betonte aber auch, dass die Aufgaben und Anstrengungen auf Weg zur Exzellenzuniversität Bonn nicht bedeuteten, Forschung und Lehre in der Breite dafür hintan zu stellen. Der Antrag werde im Dezember eingereicht, die Begutachtung folge im Februar 2019 – dem ersten Meilenstein des nunmehr begonnenen akademischen Jahres. „Wir haben herausragende Voraussetzungen geschaffen und wir haben es verdient, diesen Status zu erhalten“, erklärte der Rektor. „Der Weg wird wohl noch einmal steinig. Aber wenn Sie alle uns helfen, können wir es schaffen.“

 

AStA-Vorsitzende übt Kritik

Kritik an der Hochschulpolitk des Landes Nordrhein-Westfalen übte die Vorsitzende des Allgemeinen Studierndenauschusses (AStA), Sarah Mohamed. Sie fürchtet um die studentische Autonomie. „Das selbstbestimmte Studium wird durch das neue Hochschulfreiheitsgesetz bedroht." In dessen Fokus stehe beispielsweise die Anwesenheitspflicht, die sie als Affront gegen die grundsätzliche Fähigkeit und Bereitschaft der Studierenden sieht, eigenständig zu planen und diesem Plan auch während des Semesters konsequent zu folgen. Anwesenheit allein könne doch wohl kein Kriterium sein. Zumal die Realität so aussehe, dass ein großer Teil der Studierenden für ihren Lebensunterhalt arbeiten gehen müssten. Und zumal solche Anwesenheitspflichten auch eine Diskriminierung von jungen Eltern oder auch Kommilitonen mit körperlichen Einschränkungen bedeute. Auch die sogenannte „Studienverlaufsvereinbarung“ bedeutet einen Eingriff in persönliche Freiheit und erhöhe den Leistungsdruck.

Mohamed forderte den Rektor auf, das Gesetz nicht in allen möglichen Bereichen anzuwenden und vorher mit denen zu reden, die es direkt betreffe. Sie zitierte zum Abschluss ihrer Ansprache den irischen Dramatiker, Politiker, Satiriker, Musikkritiker und Pazifisten George Bernhard Shaw: „Freiheit bedeutet Verantwortung. Das ist der Grund, weshalb die meisten sie fürchten.“

AStA-Vorsitzende Sarah Mohamed

AStA-Vorsitzende Sarah Mohamed machte auch einige kritische Anmerkungen.

 

Er sei dankbar für diese Kritik und jederzeit zum Gespräch mit den Studierenden bereit. „Wir sind in vielem näher beieinander, als es scheinen mag“, fügte Hoch hinzu und versicherte, dass eine Einigung gelingen werde. Ein bewusst versöhnlicher Ausklang, der zum feierlichen Auszug der Magnifizienzen und Dekane überzuleitete, verabschiedet vom Stück „Sixteen Tons“ von Johnny Cash. Auch ein Symbol für die Arbeit, die vor der Bonner Universität liegt, wenn der Alltag dort wieder beginnt. Vorher gab es aber noch Gelegenheit, die Universität und ihr Jubiläum im Rahmen einer von der Studierendenschaft organisierten Party in der Säulenhalle der Universität und den angrenzenden Räumen zu feiern.

 

Party zum Unigeburtstag

Die Studierenden organisierten eine Party in der Säulenhalle des Hauptgebäudes, die im Anschluss an die Zeremonie zum Verweilen und zum Tanzen einlud.

 

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