18. Januar 2018

Junges Kolleg nimmt Forscher der Uni Bonn auf Physiker und Historiker neu in NRW-Akademie

Dr. Andrea Alberti und Dr. Lennart Gilhaus neue Mitglieder in NRW-Akademie

Die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste nahm in einer Festveranstaltung sieben neue Mitglieder in das Junge Kolleg auf. Unter ihnen sind auch zwei Angehörige der Universität Bonn: Dr. Andrea Alberti, Angewandte Physik, und Dr. Lennart Gilhaus, Geschichtswissenschaft.

Junges Kolleg 2018
Junges Kolleg 2018 - Glückwunsch an die neuen Mitglieder (v.l.n.r.): Isabel Pfeiffer-Poensgen, Ministerin für Kultur und Wissenschaft NRW, der Physiker Dr. Andrea Alberti, der Historiker Dr. Lennart Gilhaus und der Präsident der Akademie Prof. Dr. Wolfgang Löwer © awk/endermann

Die Aufnahme in das Junge Kolleg der Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste gehört zu den bedeutendsten Auszeichnungen für junge Wissenschaftler in Nordrhein-Westfalen. Akademiepräsident Prof. Dr. Wolfgang Löwer begrüßte vor etwa 400 Gästen die sieben neuen Kollegiaten aus den Standorten Aachen, Bochum, Bonn, Düsseldorf und Köln.

Dr. Lennart Gilhaus, Institut für Geschichtswissenschaft, wurde als Kollegiat in den Geisteswissenschaften aufgenommen. Gilhaus (Jahrgang 1986) ist Akademischer Rat auf Zeit in der Abteilung für Alte Geschichte. Er studierte von 2005 bis 2010 Alte Geschichte, Mittelalterliche und Neuere Geschichte und Klassische Archäologie sowie Klassische Philologie, Germanistik und Politikwissenschaft an den Universitäten Bonn, Paris IV und Münster. Im Anschluss an den Magister-Abschluss hatte er von 2010 bis 2017 eine Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung für Alte Geschichte an der Universität Bonn inne und war zudem von 2011 bis 2015 Mitglied im deutsch-französischen Graduiertenkolleg „Masse und Integration in antiken Gesellschaften“ der Universitäten Bonn, Straßburg und Bern. Im April 2015 schloss er seine Promotion ab. Seit 2014 ist er Review-Editor für H-Soz-Kult, die Informations- und Kommunikationsplattform für Historiker.
Im Fokus seiner Forschungsarbeiten stehen kulturgeschichtliche Fragen. Einen Schwerpunkt bilden die städtischen Gesellschaften im antiken Nordafrika. Dabei beschäftigt er sich vor allem mit den sozialen Funktionen des Inschriftensetzens, insbesondere mit der Praxis der Statutenaufstellung, und analysiert die Zusammenhänge zwischen städtischer Entwicklung und epigraphischer Kultur im römischen Reich. Daneben befasst er sich mit der Rolle physischer Gewalt in antiken Gesellschaften sowie Kriegsgewalt und den Diskursen um die Legitimität von Gewaltpraktiken in den Kriegen der Griechen der archaischen und klassischen Zeit.

Dr. Andrea Alberti wurde als Kollegiat der Naturwissenschaften und Medizin aufgenommen. Alberti (Jahrgang 1982) habilitiert derzeit am Institut für Angewandte Physik und ist Projektleiter im Sonderforschungsbereich OSCAR (SFB/TR 185). Er trat 2010 der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Dieter Meschede als Postdoktorand bei und erhielt 2011 ein Alexander von Humboldt-Forschungsstipendium. Von 2011 bis 2014 wurde er als Leiter einer Nachwuchsforschergruppe vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert.
Dr. Alberti arbeitet in der experimentellen Quantenphysik an der Entwicklung neuartiger Manipulationstechniken für die höchstpräzise Steuerung von einzelnen, individuell kontrollierbaren Atomen, die von Laserstrahlen gehalten werden. Es geht um die Fragestellung, wie individuelle Atome für die Verarbeitung von Quanteninformation verwendet werden können. Dahinter steht die Vision, mit Hilfe von Quantenalgorithmen bestimmte Probleme, wie die Berechnung komplexer Moleküle für die Entwicklung neuer Medikamente, extrem viel effizienter als mit herkömmlichen Computern zu lösen. Die Besonderheit seiner Vorgehensweise besteht darin, die Quanteninformation im Spin der Atome zu kodieren und einen spin- abhängigen Transport der Atome in einem Gitter aus Laserlicht zu verwenden, um die Atome in eine Quantenüberlagerung getrennter Orte aufzuspalten und gezielt in Kontakt miteinander zu bringen. So kann Quanteninformation effizient „ausgetauscht“ und verarbeitet werden.

Das Junge Kolleg bietet den Mitgliedern eine interdisziplinäre Plattform zum Austausch und zur gemeinsamen Erarbeitung kritischer Bewertung gesellschaftlich relevanter Fragen. Die Kollegiaten dürfen bei Aufnahme nicht älter als 36 Jahre sein und noch keine unbefristete Hochschullehrerstelle innehaben. Sie werden fachlich, finanziell und ideell unterstützt. Bis zu vier Jahre erhalten sie ein jährliches Stipendium in Höhe von 10.000 Euro und nehmen am Akademie-Leben teil. Voraussetzung für die Mitgliedschaft im Jungen Kolleg sind – zusätzlich zur Promotion – herausragende wissenschaftliche Leistungen an einer Hochschule oder Forschungseinrichtung in Nordrhein- Westfalen.


Kontakt für die Medien:

Dr. Lennart Gilhaus
Abteilung für Alte Geschichte
E-Mail: lgilhaus@uni-bonn.de

Dr. Andrea Alberti
Institut für Angewandte Physik
E-Mail: alberti@iap.uni-bonn.de

 

 

 

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