16. Oktober 2017

Bonner Schülerin forscht am CERN in Genf Bonner Schülerin forscht am CERN in Genf

Netzwerk Teilchenwelt ermöglicht Sophie Li einen Aufenthalt mit Wissenschaftlern der Uni Bonn

Für Sophie Li erfüllt sich ein Traum: Sie forscht am Europäischen Zentrum für Teilchenphysik CERN über Dunkle Materie. Die Schülerin nimmt an den Projektwochen teil, die das Netzwerk Teilchenwelt für besonders motivierte und begabte Jugendliche organisiert. Unterstützt wird sie dabei von Wissenschaftlern der Universität Bonn. Der Aufenthalt der Schülerin in Genf begann gestern und dauert noch bis 27. Oktober.

Die Schülerin Sophie Li,
Die Schülerin Sophie Li, - hier am HERA-Speicherring des DESY in Hamburg, forscht derzeit mit Unterstützung von Wissenschaftlern der Universität Bonn am Teilchenforschungszentrum CERN in Genf. © Foto: Privat

Die rätselhafte dunkle Materie hat es der Schülerin Sophie Li (17) von der Bonn International School angetan. Bei ihrem Projekt mit der Universität Bonn möchte sie mögliche Verbindungen zwischen Dunkler Materie und Supersymmetrie untersuchen. Sophie ist seit einigen Jahren in ihrer Freizeit in Sachen Teilchenphysik aktiv: „Besonders faszinierend finde ich, wie die allerkleinsten Bestandteile Auskunft geben können über die größten Zusammenhänge der Welt, sogar über das ganze Universum und vielleicht sogar über seine Entstehung.“ Deshalb möchte sie gerne am CERN inmitten der Forscher ihr eigenes Projekt verfolgen. In ihrem sehr anspruchsvollen Vorhaben wird sie von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Klaus Desch von der Universität Bonn am CERN betreut.

Sophie Li ist eine von fünf Jugendlichen aus Bonn, Dresden, Erlangen, Mainz und München, die an den diesjährigen Projektwochen von Netzwerk Teilchenwelt teilnehmen. Alle fünf haben sich bereits einige Jahre in ihrer Freizeit mit Astroteilchenphysik und Teilchenphysik beschäftigt. Sie nahmen an Veranstaltungen vom Netzwerk Teilchenwelt teil. Darüber hinaus organisierten sie an ihren Schulen Workshops, hielten Vorträge über Teilchenphysik oder fertigten Schülerforschungsarbeiten an. Insgesamt haben sie etliche Stunden ihrer Freizeit in die Welt der kleinsten Teilchen investiert. Ein Einsatz, der sich gelohnt hat! Die fünf Schülerinnen und Schüler haben sich für die Projektwochen qualifiziert und einen der begehrten Plätze erhalten.

Den gesamten Sommer über hat Sophie Li mit Privatdozent Dr. Philip Bechtle und Philipp König von der Universität Bonn Fragestellungen entworfen, die sie in ihrem Projekt untersuchen wird. Die Ergebnisse ihrer Forschung am CERN will sie zuhause fertigstellen. Auf diese Weise entstehen Beiträge für Jugend forscht oder eine „Besondere Lernleistung“ im Abitur. Die Erfahrung am CERN ist dabei ein zentraler Anreiz: Im Herzen der Teilchenphysik-Forschung in Europa eigene Messungen auf der Suche nach Phänomenen wie Dunkler Materie oder seltenen Teilchen anstellen zu können und zwei Wochen auf dem Gelände zu leben, das fasziniert die jungen Menschen.

„Wenn ich an die Projektwochen zurückdenke fällt mir zuerst die wundervolle Zeit ein, die wir alle zusammen verbracht haben“, erinnert sich Lavinia Thimm, die im Jahr 2014 am CERN zu Gast war und mittlerweile an der Universität Bonn Physik im fünften Semester studiert. Am meisten beeindruckt hat sie, dass sie beim Frühstück einfach ins Gespräch mit einer Forscherin aus Kanada kam, die sofort begeistert von ihrem Gebiet erzählte und Lavinia über ihre Arbeit, das Netzwerk und seine Programme ausfragte. „Diese lockere, offene und freundliche Art des Zusammenseins ist großer Teil der faszinierenden Atmosphäre am CERN, die sich so nirgendwo sonst findet. Ich würde auf der Stelle wieder hinfahren!“

Diese tollen Erfahrungen erhofft sich vom Aufenthalt am CERN auch Sophie: „Ich möchte von den Wissenschaftlern möglichst viel erfahren und im Detail alles über die Experimente und Theorien der Supersymmetrie herausfinden und wie diese angewendet werden bei der Suche nach der dunklen Materie.“ Sie freut sich aber auch sehr darauf, dort die anderen Schüler kennenzulernen und sich auszutauschen.

Unterstützt werden die Jugendlichen bei den Projektwochen durch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Universitäten und Forschungsinstituten vom Netzwerk Teilchenwelt und vom CERN. Die Arbeitsgruppe von Prof. Desch von der Universität Bonn betreut schon zum dritten Mal ein Schülerforschungsprojekt und freut sich über die erneute Herausforderung, die Schülerin Sophie Li an das schwierige Thema heranzuführen. „Es macht Spaß, die Begeisterung motivierter junger Menschen für die Naturwissenschaft aufzufangen und zu fördern. Von einem wissbegierigen, engagierten Nachwuchs kann neben der Universität auch unsere Gesellschaft nur profitieren“, sagt Prof. Dr. Klaus Desch.

Informationen zum Netzwerk Teilchenwelt: www.teilchenwelt.de

Informationen zum CERN: https://home.cern

Kontakt Netzwerk Teilchenwelt:

Projektkoordination
Anne Rockstroh
TU Dresden
Institut für Kern- und Teilchenphysik
Tel. 0351/46332957
E-Mail: anne.rockstroh@tu-dresden.de

Standort Bonn
Dr. Barbara Valeriani-Kaminski
Universität Bonn
Physikalisches Institut
Tel. 0228/732244
E-Mail: valeriani@physik.uni-bonn.de

Die Schülerin Sophie Li,
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