14. Mai 2017

Die gesamtwirtschaftlichen Folgen der Ungleichheit Die gesamtwirtschaftlichen Folgen der Ungleichheit

Neues Graduiertenkolleg an der Uni Bonn wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert

Ein neues Graduiertenkolleg an der Universität Bonn soll die gesamtwirtschaftlichen Folgen zunehmender Ungleichheit erforschen. Es wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) ab April 2018 über viereinhalb Jahren mit insgesamt rund 1,5 Millionen Euro gfördert. Mit dem Graduiertenkolleg sollen Nachwuchswissenschaftler zur Promotion geführt werden.

Prof. Dr. Christian Bayer
Prof. Dr. Christian Bayer - von der Universität Bonn ist Sprecher des neuen DFG-Graduiertenkollegs „Makroökonomik der Ungleichheit“. © Foto: Dr. Ralph Lütticke

Die Auseinandersetzung mit Fragen ökonomischer Ungleichheit prägt die aktuelle politische Diskussion. Vermögens- und Einkommensunterschiede haben in vielen entwickelten Volkswirtschaften in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen. Mancher Beobachter geht davon aus, dass Verteilungskonflikte im Zentrum künftiger gesellschaftspolitischer Auseinandersetzungen stehen werden. „Zunehmende Ungleichheit steht im Mittelpunkt der wirtschaftspolitischen Debatte in vielen Industrieländern - dennoch wissen wir aus ökonomischer Sicht zu wenig über die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen dieses Trends“, sagt Prof. Dr. Christian Bayer von der Universität Bonn, Sprecher des neuen DFG-Graduiertenkollegs „Makroökonomik der Ungleichheit“.

Müssen in Zeiten hoher Ungleichheit Theorien konjunktureller Schwankungen, die Funktionsweise von Geld- und Fiskalpolitik und wirtschaftliche Risiken für und durch den Bankensektor neu durchdacht und angepasst werden? Dieses Vorhaben steht im Zentrum des Forschungsprogramms des beantragten Kollegs. Zunächst gilt es, die vielfältigen Dimensionen ökonomischer Ungleichheit umfassend zu dokumentieren und die Ursachen steigender Ungleichheit zu verstehen. Dies wird in einem zweiten Schritt erlauben zu untersuchen, ob sich gesamtwirtschaftliche Veränderungen in ungleichen Gesellschaften anders ausbreiten und ob Ungleichheit neue Kanäle schafft, über die einzelwirtschaftliche Unsicherheit gesamtwirtschaftlich relevant wird. Eine empirisch und theoretisch fundierte Analyse dieser Zusammenhänge kann die wirtschaftspolitische Debatte bereichern und helfen, effektive und wohlfahrtssteigende makroökonomische Politiken zu entwerfen.

Hohes wissenschaftliches Niveau

Um diese Fragen zu beantworten, bringt das Graduiertenkolleg eine Reihe von wissenschaftlichen Experten des Themas zusammen – wie die Wirtschaftweise Prof. Dr. Isabel Schnabel, den Finanz- und Wirtschaftshistoriker Prof. Dr. Moritz Schularick oder den ehemaligen Zentralbanker Prof. Dr. Keith Küster. Die zehn beteiligten Professoren werden im Rahmen des Kollegs etwa 15 Nachwuchswissenschaftler ausbilden, die so lernen, eine der zentralen wirtschaftspolitischen Fragen unserer Zeit auf hohem wissenschaftlichen Niveau zu analysieren und zu beantworten.

Das Graduiertenkolleg profitiert von der Einbindung in die Graduiertenausbildung an der Bonn Graduate School of Economics, deren Absolventen heute an führenden wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten in der ganzen Welt lehren.

Öffentliche Vorlesung am 11. Juli

Am Dienstag, 11. Juli, eröffnet das Graduiertenkolleg seine Arbeit mit einer öffentliche Vorlesung zum Thema „Makroökonomik der Ungleichheit: Fakten, Fragen, Folgen“. Referenten sind Prof. Dr. Christian Bayer und Prof. Dr. Moritz Kuhn. Die Veranstaltung findet von 18 bis 20 Uhr im Hörsaal C des Juridicums, Adenauerallee 24-42, statt.

Kontakt für die Medien:

Prof. Dr. Christian Bayer
Institut für Makroökonomie und Ökonometrie
Hausdorff Zentrum für Mathematik
Universität Bonn
Tel. 0228/734073
E-Mail: christian.bayer@uni-bonn.de

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