03. Oktober 2016

Wolfgang Kubin erhält chinesischen Freundschaftspreis Wolfgang Kubin erhält chinesischen Freundschaftspreis

Höchste Ehre für Ausländer

Professor Dr. Wolfgang Kubin ist mit dem Freundschaftspreis der Regierung der Volksrepublik China geehrt worden. Es ist der höchste Preis, den der chinesische Staat an Ausländer vergibt. Grund für die Auszeichnung sind die Verdienste des Bonner Sinologen und emeritierten Professors „um die Reformen in China“. Prof. Kubin war unter den diesjährigen Preisträgern der einzige Geisteswissenschaftler.

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kubin bfsu.jpg - Prof. Kubin mit Premier Li Keqiang. © Foto: BFSU

Wolfgang Kubin (Jahrgang 1945) ist Emeritus der Universität Bonn und seit 2011 Seniorprofessor an der Beijing Foreign Studies University. Er unterrichtet in Peking, Qingdao und Shantou hauptsächlich chinesische und deutsche Literatur, Philosophie sowie Theologie und Geschichte. Er ist bereits mehrfach von China mit hohen Preisen ausgezeichnet worden.

Die Verleihung des Freundschaftspreises fand in der Halle des Politkomitees in Zhongnanhai statt. Vize-Premier Ma Kai übergab persönlich die Auszeichnung. In seiner Ansprache betonte er die Notwendigkeit der Unterstützung Chinas durch ausländische Experten. Über 600.000 ausländische Experten arbeiten derzeit nach Schätzungen an chinesischen Hochschulen.

Am Tag nach der Preisverleihung wurden Kubin und die anderen Preisträger in der Großen Halle des Volkes von Premier Li Keqiang empfangen. Prof. Kubin berichtet: „In freier Rede hielt er eine humorvolle Ansprache und dankte uns für unsere Kooperation im Namen des chinesischen Volkes von Herzen.“ Beim anschließenden Abendessen erschien auch noch "Landesvater" Xi Jinping.

Die chinesische Regierung hat seit 1949 ausländische Experten eingeladen, beim Landesauf- und -umbau mitzuhelfen. Für die Erfolgreichsten unter ihnen werden alljährlich Preise verliehen, darunter als höchster seit 1991 der „Freundschaftspreis“ durch die chinesische Regierung. Vorschläge kommen von den jeweiligen Hochschulen.

Prof. Kubin berichtet: „Auffällig war, dass unter den 50 Ausgezeichneten 46 Naturwissenschaftler, Mediziner, Wirtschaftler etc., waren, aber nur zwei Journalisten und ein Dolmetscher. Ich war der einzige Geisteswissenschaftler.“ Ein wenig verwundert war der Ausgezeichnete über seine Ehrung auch, weil er sich in der Vergangenheit nicht mit Kritik an den Verhältnissen in China zurückgehalten hatte. Dies tat seinem Renommee offenbar keinen Abbruch.

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