31. Mai 2016

Universität Bonn nimmt syrischen Professor auf Universität Bonn nimmt syrischen Professor auf

Förderung durch die Philipp Schwartz-Initiative der Alexander von Humboldt-Stiftung

Die Universität Bonn nimmt mit Unterstützung der Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH) einen Physik-Professor aus Syrien auf. Prof. Dr. Hassan Kamleh (59) wird als Stipendiat in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Karl Maier am Helmholtz-Institut für Strahlen- und Kernphysik der Universität tätig sein. Er ist einer von 23 gefährdeten Wissenschaftlern an 18 deutschen Universitäten und Forschungseinrichtungen, die in der Philipp Schwartz-Initiative der AvH berücksichtigt wurden und nun für zwei Jahre ein Vollstipendium erhalten.

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uni_vl_kamleh_310516_02.jpg - Prof. Dr. Hassan Kamleh. © Foto: Volker Lannert/Uni Bonn

Der Festkörperphysiker kommt von der Universität von Damaskus, die ihn für den Aufenthalt in Deutschland beurlaubt hat. Bürgerkrieg und Terror machten wissenschaftliches Arbeiten unmöglich und zwangen den Professor im Februar 2016 dazu, als Gastwissenschaftler nach Bonn zu gehen. Nun hofft er, möglichst rasch seine Frau und seine drei Kinder nach Deutschland holen zu können, die derzeit noch in Syrien sind. Dabei unterstützt ihn die Universität Bonn nach Kräften.

Nach Deutschland und nach Bonn hatte der Wissenschaftler, der gut Deutsch spricht, bereits früher gute Kontakte. Sein Physik-Diplom und die Promotion absolvierte er in den 80-er Jahren an der Humboldt-Universität zu Berlin. Danach war er mehrfach zu Forschungsaufenthalten an der Universität Bonn. Seit 1999 ist Kamleh an der Universität Damaskus als Dozent tätig, seit 2014 ist er dort Professor.

Mit der Philipp Schwartz-Initiative können ausgewählte deutsche Hochschulen und Forschungseinrichtungen gefährdete Wissenschaftler aufnehmen. Bei der Auswahl wurden auch die Konzepte der Gastgebereinrichtungen zur persönlichen und wissenschaftlichen Einbindung der Forscher bewertet. Die Philipp Schwartz-Initiative wurde von der Alexander von Humboldt- Stiftung mit Unterstützung des Auswärtigen Amts ins Leben gerufen. Sie wird finanziell unterstützt von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach- Stiftung, der Fritz Thyssen Stiftung, der Gerda Henkel Stiftung, der Klaus Tschira Stiftung, der Robert Bosch Stiftung und der Stiftung Mercator.

Hinweis für die Redaktionen: Gerne stellen wir für Sie den Kontakt zu Professor Kamleh her. Bitte melden Sie sich unter kommunikation@uni-bonn.de.

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