07. März 2014

Clevere Sieger bei Jugend forscht an der Uni Bonn Clevere Sieger bei Jugend forscht an der Uni Bonn

38 Teams stellen ihre Ergebnisse in der Aula vor. Gewinner qualifizieren sich für den Landeswettbewerb

Wie lässt sich die Energiepflanze „Durchwachsene Silphie“ am besten anbauen? Sind Simulationen von Galaxienkollisionen am Computer realistisch? Kann ein Roboter mit einem Smartphone gesteuert werden? Wie lassen sich die Auswirkungen der Nährstoffeinträge in den Rotter See in Troisdorf vorhersagen? Diese Projekte belegen erste Plätze bei Jugend forscht und Schüler experimentieren. Die Sieger des Regionalwettbewerbs Bonn/Köln wurden heute an der Universität Bonn gekürt. Insgesamt 38 Projektteams präsentierten am Nachmittag ihre Ergebnisse in der Universitätsaula der Öffentlichkeit. Die Gewinner nehmen demnächst am Landeswettbewerb teil und haben die Chance, sich für das Bundesfinale zu qualifizieren.

Gewannen bei Schüler experimentieren den ersten Preis im Fachgebiet Biologie:
Gewannen bei Schüler experimentieren den ersten Preis im Fachgebiet Biologie: - Anna Frentzen und Katja Stellmacher (von links) vom Städtischen Gymnasium zum Altenforst in Troisdorf untersuchten Nährstoffeinträge in den Rotter See. © Foto: Volker Lannert/Uni Bonn

Den ersten Preis in Biologie im Regionalwettbewerb Jugend forscht bekamen Ramona Pick (18 Jahre), Rolf Hartmann (17) und Laura Eschweiler (17) vom Städtischen St. Michael-Gymnasium Bad Münstereifel. Sie beschäftigten sich mit der Durchwachsenen Silphie, einer mehrjährigen Energiepflanze, die in Nordamerika ihre Heimat hat und bis zu drei Meter groß wird. „Mithilfe unterschiedlicher Versuchsreihen zu den Wachstumsbedingungen und dem Keimungsverhalten der Silphie haben wir ihre Effizienz, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit untersucht“, erläutern die drei Schüler. Da die Pflanze hinsichtlich der Wasserversorgung, der Nährstoffe und des Lichtangebots anspruchslos ist, lasse sie sich auch auf trockenen und sandigen Böden anbauen, die sonst ungenutzt blieben.

Im Fachgebiet Mathematik/Informatik erzielte Adrian Lenkeit (14) vom Städtischen St. Michael-Gymnasium Bad Münstereifel einen ersten Platz. Er simulierte unter anderem Galaxienkollisionen am Computer. „Meine Ergebnisse decken sich gut mit den Beobachtungen der Astrophysiker“, teilt der Schüler mit. Darüber hinaus testete er für Simulationen von Festkörpern, Flüssigkeiten und Gasen verschiedene numerische Integratoren, die er weiter optimierte.

Mit einem über ein Smartphone steuerbaren Roboter gewannen Matthias Bernard (19) und Sebastian Knopp (19) vom Heinrich Hertz Europakolleg Bonn und Collegium Josephinum Bonn den ersten Preis im Bereich Technik. Als Basis diente ihnen ein Einplatinencomputer, der mit Linux betrieben wird. Die Schüler entwickelten eine Software, die den Computer über WLAN mit einem Android-Smartphone kommunizieren lässt und damit die Steuerung des Roboters ermöglicht. „Als Antrieb nutzen wir eine dreirädrige Plattform, bei der zwei Räder über Getriebemotoren angetrieben werden“, berichten die Schüler. Darüber hinaus bauten die beiden einen GPS-Empfänger, ein Kompassmodul und eine Kamera ein, mit der Livebilder aus Sicht des Roboters übertragen werden können.

Sieger bei Schüler experimentieren im Fachgebiet Biologie sind Anna Frentzen (11) und Katja Stellmacher (11) vom Städtischen Gymnasium zum Altenforst Troisdorf. Die Schülerinnen entwickelten gemeinsam ein Umwelttestsystem zur Vorhersage der Nährstoffzufuhrauswirkungen in den Rotter See in Troisdorf, der im Sommer eine starke Algenblüte zeigt. Die jungen Forscherinnen vermuteten, dass zum Beispiel Entenfutter sowie Ackerflächen und Wohngebiete Ursache für die Nährstoffeinträge sind. „Zum Vergleich haben wir auch den Sieglarer See beobachtet, der als Naturschutzgebiet nicht so stark genutzt wird“, berichten die beiden.

Die Universität Bonn begeistert Schüler für die Wissenschaft

„Wir sind von den Projektideen und der cleveren Umsetzung durch die Schüler begeistert“, sagt Unirektor Prof. Dr. Jürgen Fohrmann. „Die überraschende Themenvielfalt deckt ein sehr breites Spektrum in der Wissenschaft ab.“ Der Regionalwettbewerb Jugend forscht/Schüler experimentieren stärke die Bemühungen der Universität Bonn, forschungsinteressierte Schüler für die Wissenschaft zu begeistern. Die Uni pflegt unter anderem zahlreiche Kooperationen mit Schulen in der Region, führt regelmäßig die Wissenschaftsrallye und seit Jahren die Kinderuni durch.

Die Bonner Alma mater veranstaltet bereits zum dritten Mal Jugend forscht/Schüler experimentieren und ist nach wie vor die einzige Universität in Nordrhein-Westfalen, die den Regionalwettbewerb für Schüler und junge Studenten ausrichtet. „Das Engagement der Universität Bonn hilft uns, möglichst viele junge Menschen durch die Teilnahme am Wettbewerb für MINT-Fächer zu begeistern“, sagt Dr. Sven Baszio, Geschäftsführender Vorstand der Stiftung Jugend forscht e.V. Angesichts des Fachkräftemangels eröffneten sich Jugendlichen in diesen Bereichen sehr gute Chancen für einen erfolgreichen Einstieg in ihre berufliche Karriere.

Alle haben durch ihre Teilnahme gewonnen

Am Nachmittag präsentierten die Teilnehmer anhand ihrer Exponate kluge Antworten auf knifflige wissenschaftliche Fragen. Das Interesse an den Projekten war wieder sehr groß. „Wir gratulieren den Teilnehmern, die sich für den Landeswettbewerb qualifiziert haben“, sagt Jugend forscht-Patenbeauftragte Dr. Andrea Grugel von der Universität Bonn. „Doch gewonnen haben mit ihren eindrucksvollen Projekten heute alle Teilnehmer.“

Kontakt:

Dr. Andrea Grugel
Abt. 10.1 – Identifikation und Veranstaltungen
Tel. 0228/739747
andrea.grugel@uni-bonn.de

Untersuchten die Wachstumsbedingungen
Ein per Smartphone steuerbarer Roboter
Simulierte Galaxienkollisionen am Computer:
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