19. August 2013

Neue Perspektiven auf die Schnittstellen zwischen Wissenschaft, Politik und Gesellschaft eröffnen Neue Perspektiven auf die Schnittstellen zwischen Wissenschaft, Politik und Gesellschaft eröffnen

Universität Bonn und Stiftung Mercator initiieren Forschungsprogramm „Soziologie und Politik des Wissenschaftssystems“

Am Forum Internationale Wissenschaft (FIW) der Universität Bonn wird ein neues Forschungsprogramm zum Thema „Soziologie und Politik des Wissenschaftssystems“ ins Leben gerufen. Die Stiftung Mercator hat es mit initiiert und fördert es mit 1,3 Millionen Euro. Finanziert werden dazu eine Stiftungsprofessur „Wissenschaftsforschung und Politik“ für fünf Jahre sowie eine Nachwuchsforschergruppe. Ziel des Forschungsprogramms ist es, neue Perspektiven auf die Schnittstellen zwischen Wissenschaft, Politik und Gesellschaft zu eröffnen.

2350_uni_stichweh_vl_200213_012.jpg
2350_uni_stichweh_vl_200213_012.jpg - Professor Dr. Rudolf Stichweh vor dem Bonner Universitätsforum. © Foto: Volker Lannert/Uni Bonn

„Das ist ein wichtiger Schritt für den Aufbau eines Zentrums für sozialwissenschaftliche Wissenschaftsforschung am FIW“, betont der Rektor der Universität, Professor Jürgen Fohrmann, und führt weiter aus: „Durch ihre Nähe zu vielen großen deutschen und internationalen Wissenschafts- und Politikinstitutionen ist die Universität Bonn in besonderer Weise geeignet, das Thema „Soziologie und Politik des Wissenschaftssystems“ voranzutreiben.“ Begleitet wird der Aufbau des Zentrums für Wissenschaftsforschung am FIW durch dessen Direktor, Professor Rudolf Stichweh. „Wir schaffen einen Ort, der die Geschichte und gegenwärtige Dynamik der Wissenschaft und der Universitäten mit den methodischen und theoretischen Mitteln der Sozialwissenschaften beobachtet“, erläutert er und kündigt an: „Es wird ein Ort des Austausches und der Beratung für vielfältige Interessen entstehen, die sich auf die Gestaltung der Institutionen der Wissenschaft und der Hochschulerziehung richten“.

Das Forschungsprogramm wurde zusammen mit Dr. David Kaldewey entwickelt, der im Rahmen einer Juniorprofessur die Nachwuchsforschergruppe zum Thema „Entdeckung, Erforschung und Bearbeitung gesellschaftlicher Großprobleme“ leiten wird. „Wissenschaftliche Erkenntnisse werden immer wichtiger für die Kommunikation und die Lösung gesellschaftspolitischer Probleme. Weil Wissenschaft aber unabhängig ist, kommt es darauf an, das wechselseitige Wirkungsverhältnis der Wissenschaft mit der Gesellschaft und der Politik besser zu verstehen, sowohl im Sinne eines Grundlagen-wissens als auch im Sinne eines anwendbaren Wissens“, erläutert Dr. Wolfgang Rohe, Leiter des Kompetenzzentrums Wissenschaft der Stiftung Mercator, die Motivation der Stiftung zur Förderung des Programms.


Forschungsprogramm


Untersucht werden soll einerseits die Resonanz, die verschiedene gesellschaftliche Teilbereiche im Wissenschaftssystem erzeugen, andererseits die daraus resultierenden Handlungsformen der Wissenschaft: Wie reagiert die Wissenschaft auf Leistungserwartungen, die zum Beispiel von der Politik, der Wirtschaft, dem Erziehungssystem oder dem Gesundheitssystem formuliert werden? Welche Mechanismen sind dafür verantwortlich, dass gesellschaftliche Probleme als wissenschaftliche Forschungsfragen verstanden werden und in der Folge wissenschaftliche Disziplinen sich dieser Probleme annehmen? Welchen Einfluss können diese Ergebnisse auf außerwissenschaftliche Institutionen haben, die sich der Bearbeitung und Lösung gesellschaftlicher Probleme widmen? Schließlich soll untersucht werden, inwieweit es greifbare Unterschiede in verschiedenen Weltregionen bezüglich der Interaktionskonstellationen der Wissenschaft und ihrer Umwelt gibt und worauf diese beruhen.


Über das Forum Internationale Wissenschaft


Das Forum Internationale Wissenschaft ist eine 2012 gegründete zentrale wissenschaftliche Einrichtung der Universität Bonn. Es konzentriert sich auf die Forschungs- und Handlungs¬felder Demokratie, Wissenschaft und Entwicklung und trägt damit der Präsenz nationaler und internationaler Organisationen in der Bundesstadt Bonn und der Region Köln/Bonn Rechnung. In den drei sozialwissenschaftlichen Abteilungen Demokratieforschung, Wissenschaftsforschung und Entwicklungsforschung wird Grundlagenforschung betrieben. Zudem werden ein Lehrprogramm und öffentliche Veranstaltungen angeboten.

www.fiw.uni-bonn.de

 


Über die Stiftung Mercator

Die Stiftung Mercator gehört zu den großen deutschen Stiftungen. Sie initiiert und
unterstützt Projekte für bessere Bildungsmöglichkeiten an Schulen und Hochschulen. Im Sinne Gerhard Mercators fördert sie Vorhaben, die den Gedanken der Weltoffenheit und Toleranz durch interkulturelle Begegnungen mit Leben erfüllen und die den Austausch von Wissen und Kultur anregen. Die Stiftung zeigt neue Wege auf und gibt Beispiele, damit Menschen – gleich welcher nationalen, kulturellen und sozialen Herkunft – ihre Persönlichkeit entfalten, Engagement entwickeln und Chancen nutzen können. So will sie Ideen beflügeln. Ihre Arbeitsweise ist geprägt von einer unternehmerischen, internationalen und professionellen Haltung. Dem Ruhrgebiet, der Heimat der Stifterfamilie, fühlt sie sich in besonderer Weise verbunden.

www.stiftung-mercator.de
www.facebook.com/StiftungMercator

Bei Fragen sprechen Sie uns gerne an:

Dr. Andreas Archut
Universität Bonn
Tel.: +49 (0) 228 73 76 47
kommunikation@uni-bonn.de

Cathrin Sengpiehl
Stiftung Mercator
Tel.: + 49 (0) 201 245 22 841
cathrin.sengpiehl@stiftung-mercator.de

Wird geladen