01. Juli 2013

Uni Bonn verteidigt Titel bei RoboCup-WM Uni Bonn verteidigt Titel bei RoboCup-WM

Zwei erste Plätze für das Team NimbRo im Roboter-Fußball und in der @Home-Liga der Serviceroboter

Die Fußballroboter und die Serviceroboter der Universität Bonn haben gestern bei der RoboCup-Weltmeisterschaft in Eindhoven in den Niederlanden erfolgreich ihre Titel in der Humanoid-TeenSize-Klasse der Fußballroboter und der @Home-Liga der Serviceroboter verteidigt. Die Fußballroboter setzten sich im Finale 4:0 gegen das japanische Team CIT-Brains durch. Die Haushaltsroboter überholten im Finale das chinesische Team Wright Eagle. Insgesamt beteiligten sich 2500 Teilnehmer aus 40 Ländern an dem größten internationalen Roboter-Wettbewerb. Zahlreiche Zuschauer verfolgten die spannenden Spiele und Demonstrationen.

Das Team NimbRo in Eindhoven:
Das Team NimbRo in Eindhoven: - Feldspieler "Copedo" (Mitte) und Torwart "Dynaped" von der Universität Bonn. © Foto: Uni Bonn

„Trotz unserer Favoritenrolle war es nicht einfach, die Titel zu verteidigen, da die internationale Konkurrenz hart ist“, sagt Prof. Dr. Sven Behnke, Leiter der Arbeitsgruppe Autonome Intelligente Systeme und Manager des Teams NimbRo am Institut für Informatik der Universität Bonn. „Umso mehr freut es mich, dass dies erneut gelungen ist.“ Das Team der Bonner Uni war in der Humanoid-TeenSize-Klasse der Fußballroboter und der @Home-Liga der Serviceroboter angetreten. In der Humanoid-TeenSize-Klasse spielen menschenähnliche Roboter, die 90 bis 120 Zentimeter groß sind, in Mannschaften mit jeweils zwei Spielern gegeneinander. In der @Home-Liga müssen autonome mobile Roboter im Haushaltsumfeld Aufgaben aus dem täglichen Leben erfüllen, wie beispielsweise die robuste Navigation in Innenräumen, das Finden und Erkennen von Menschen, das Finden und Erkennen von Objekten und die Handhabung von Objekten.

Im Fußball-Finale trafen zum fünften Mal in Folge das japanische Team CIT-Brains und das Bonner Team NimbRo aufeinander. Beide Teams dominieren seit Jahren die Liga. NimbRo trat mit den Robotern Copedo als Feldspieler und Dynaped im Tor an. Bei Bedarf kam der Bonner Torwart auch aus dem Tor heraus. Die Roboter beider Teams waren ähnlich schnell unterwegs, sodass sich spannende Zweikampfszenen entwickelten. Hier zeigte sich die Stärke der Bonner Roboter. Während diese sehr vorsichtig den Ball um den Gegner dribbelten, gingen die japanischen Roboter bei Zweikämpfen häufig zu Boden. Diesen Vorteil konnte NimbRo nutzen. Nach einem Halbzeitstand von 3:0 gewann NimbRo das Endspiel mit 4:0. Auch in den technischen Wettbewerben, in denen einzelne Fähigkeiten geprüft werden, konnte sich NimbRo durchsetzen. Die Roboter demonstrierten hier den Einwurf des Balls und den Doppelpass.

In der Liga der Haushaltsroboter war die Spannung noch größer. Hier müssen die Roboter unterschiedliche komplexe Aufgabenstellungen mit zunehmendem Schwierigkeitsgrad in Alltagsumgebungen lösen. Im Verlauf des Turniers wechselten sich das Bonner Team NimbRo und das Team Wright Eagle aus China an der Tabellenspitze ab. Vor dem Finale hatten die Chinesen einen knappen Vorsprung. Im Finale zeigte der Bonner Roboter Cosero seine Fähigkeiten im Gebrauch von Werkzeugen. Er benutzte eine Greifzange, um Würstchen auf den Grill zu legen, und einen Flaschenöffner, um eine Bierflasche zu öffnen. Das Bier servierte er dann einem Menschen. Diese Vorführung überzeugte die internationale Expertenjury voll, sodass NimbRo mit deutlichem Vorsprung vor Wright Eagle gewann.

Das NimbRo-Team ist seit Jahren sehr erfolgreich

Das NimbRo-Team ist seit Jahren im Wettkampf der Roboter auf Siegeskurs. In der Humanoid-TeenSize-Klasse und der @Home-Liga hat das Bonner NimbRo-Team bereits beim RoboCup 2012 in Mexiko-Stadt und bei der WM 2011 in Istanbul erste Plätze erzielt. Die Fußballroboter sind seit fünf Jahren ungeschlagen.

Der RoboCup ist eine internationale Initiative mit dem Ziel, die Weiterentwicklung intelligenter Roboter durch Wettbewerbe zu fördern. Bis zum Jahr 2050 sollen humanoide Fußballroboter entwickelt werden, die gegen den dann amtierenden menschlichen Weltmeister gewinnen können. Nach den Wettkämpfen findet ein Kongress statt, bei dem über neue wissenschaftliche Erkenntnisse aus Künstlicher Intelligenz und Robotik diskutiert wird. „Der RoboCup ist das Leuchtturmprojekt, bei dem komplette Systeme unter härtesten Anforderungen getestet werden“, sagt Prof. Behnke. „Die Fortschritte, die dabei in den vergangenen Jahren erreicht wurden, sind beeindruckende Team-Leistungen.“

Hier geht's zum Videopodcast zum Robocup 2013.

Weitere Informationen zur RoboCup-WM sowie Bilder im Internet:
http://www.ais.uni-bonn.de/nimbro/@Home
http://www.ais.uni-bonn.de/nimbro/Humanoid


Kontakt:

Prof. Dr. Sven Behnke
Institut für Informatik VI: Autonome Intelligente Systeme
Tel. 0228/734116, Mobil: 0176/240 64862
behnke@cs.uni-bonn.de
http://www.ais.uni-bonn.de/behnke

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