22. August 2012

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Astrophysiker bekommt den Sofja-Kovalevskaja-Preis der Humboldt-Stiftung und forscht an der Uni Bonn

Der britische Physiker Dr. Richard Stancliffe erhält den mit 1,5 Millionen Euro dotierten Sofja-Kovaleskaja-Preis der Alexander von Humboldt-Stiftung. Das Geld ist zum Aufbau einer Forschergruppe am Argelander-Institut für Astronomie an der Universität Bonn bestimmt. Mit der Auszeichnung sollen exzellente junge Wissenschaftler nach Deutschland geholt werden. Die Preisträger suchen sich ihre Gastgeber-Institution selbst aus. Der renommierte Wissenschaftler untersucht die Entstehung der chemischen Elemente in Sternen.

Dr. Richard Stancliffe
Dr. Richard Stancliffe - erhält den Sofja Kovalevskaja-Preis der Alexander von Humboldt-Stiftung und forscht ab Oktober am Argelander-Institut für Astronomie der Universität Bonn. © Foto: Humboldt-Stiftung

Dr. Richard Stancliffe, geboren 1980 in Großbritannien, forscht zurzeit noch mit einem Stipendium an der Australian National University in Canberra (Australien). Im Oktober wird er an das Argelander-Institut für Astronomie an die Universität Bonn wechseln. „Herr Stancliffe ist ein herausragender junger Astrophysiker“, sagt Prof. Dr. Norbert Langer, der Gastgeber am Argelander-Institut. Der Forscher sei weltweit führend auf seinem Spezialgebiet. „Es ist ein großer Erfolg, eine so viel versprechende Persönlichkeit an das Argelander-Institut der Universität Bonn binden zu können“, freut sich Prof. Langer.

Fahndung nach den chemischen Elementen in Sternen

Der Wissenschaftler berechnet die Entwicklungsgeschichte von Sternen und untersucht dabei die in Sternen ablaufenden Kernverschmelzungsprozesse, die zur Bildung der chemischen Elemente im Universum geführt haben und auch immer noch führen. Außerdem betrachtet Dr. Stancliffe im Sterninneren ablaufende Durchmischungsprozesse, die dazu führen können, dass neu gebildete Elemente an der Sternoberfläche sichtbar werden und durch Sternwinde und Sternexplosionen das Gas von Galaxien anreichern. Das Spezialgebiet des Astrophysikers ist, die Element-Häufigkeitsmuster der ältesten Sterne in unserer Milchstraße zu entziffern. Mit diesen Daten zieht er Rückschlüsse darauf, welcher Art die längst verschwundenen Sterne der ersten Generation waren.

Dr. Richard Stancliffe studierte Physik an der Universität Oxford und promovierte in theoretischer Astrophysik am Institute of Astronomy an der Universität Cambridge in Großbritannien. Er wechselte 2008 mit einem Stipendium des Australian Research Council an die Monash University nach Melbourne (Australien) und später an die Australian National University in Canberra.

Rund 1,5 Millionen Euro für den Aufbau einer Forschergruppe

Mit dem Sofja-Kovaleskaja-Preis stellt die Alexander von Humboldt-Stiftung Dr. Stancliffe rund 1,5 Millionen Euro für den Aufbau einer Forschergruppe bereit. Die Auszeichnung ist eine der höchst dotierten deutschen Wissenschaftspreise und ermöglicht den ausgezeichneten Forschern wissenschaftliche Arbeit unabhängig und ohne administrative Zwänge. Die Preisträger dürfen selbst auswählen, an welcher Forschungseinrichtung sie bis zu fünf Jahren tätig werden wollen. Ziel ist es, international umworbene Forschertalente bereits zu Beginn ihrer Karriere aus dem Ausland nach Deutschland zu holen. Der Preis wurde nach der 1850 geborenen russischen Mathematikerin Sofja Kovalevskaja benannt, die 1874 an der Universität Göttingen promovierte und später als Professorin in Stockholm lehrte und forschte. Insgesamt werden in diesem Jahr 14 Sofja Kovalevskaja-Preise verliehen, die am 20. November in Berlin übergeben werden.

Kontakt:

Prof. Dr. Norbert Langer
Argelander-Institut für Astronomie
Tel. 0228/733656
nlanger@astro.uni-bonn.de

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