22. Juni 2012

Musikalisch-literarische Gedenkveranstaltung Musikalisch-literarische Gedenkveranstaltung

Anlässlich des 70. Todesjahres erinnern die Bonner Mathematiker am Samstag, 30. Juni, an Felix Hausdorff

Die Mathematiker der Universität Bonn laden anlässlich des 70. Todesjahres des berühmten Bonner Mathematikers und Literaten Felix Hausdorff für Samstag, 30. Juni 2012, von 16:30 bis 18:00 Uhr zu einer musikalisch-literarischen Gedenkveranstaltung. Sie findet im Lipschitz-Saal im ersten Obergeschoss des Mathematikzentrums, Endenicher Allee 60, statt. Die Medien und alle Interessierten sind zu der öffentlichen Veranstaltung herzlich willkommen.

Professor Felix Hausdorff
Professor Felix Hausdorff - in seinem Arbeitszimmer. © Foto: Ludwig Hogrefe, Godesberg

Nach einer Einführung durch den Bonner Mathematikprofessor Walter Purkert, der die Herausgabe der gesammelten Werke von Felix Hausdorff koordiniert, gibt es musikalische Darbietungen des Klezmerduos „knakl“. Das Duo aus Vanessa Vromans und Georg Brinkmann hat einen besonderen Bezug zu dem Mathematiker, weil es dessen ehemaliges Haus an der nach ihm benannten Hausdorffstraße bewohnt. Außerdem finden Lesungen aus Felix Hausdorffs literarischen Werken mit Peter Glass, renommierter Geschichtenerzähler und ehemaliger Schauspieler beim Bonner Ensemble, statt. Die Besucher können in diesem Rahmen auch eine kleine Ausstellung zu Felix Hausdorff besichtigen. Im Anschluss an die Veranstaltung findet ein gemeinsamer Spaziergang zu seinem Grab auf dem Poppelsdorfer Friedhof statt.

Felix Hausdorff war einer der bedeutendsten Mathematiker des 20. Jahrhunderts. Seine Arbeiten zur Mengenlehre, Maßtheorie und Topologie waren wegweisend und schufen viele neue Begriffe, die heute mathematisches Allgemeingut geworden sind. Besonders hervorzuheben sind hier etwa die nach ihm benannten Hausdorff-Räume. Doch nicht nur mathematisch war er ein außergewöhnlicher Mensch: Unter dem Pseudonym Paul Mongré schuf er auch eine Vielzahl an philosophischen und literarischen Werken, darunter auch das äußerst erfolgreiche Theaterstück „Der Arzt seiner Ehre“. Nachdem die Nationalsozialisten ihn aufgrund seiner jüdischen Herkunft jahrelang gedemütigt hatten, entschied er sich 1942 mit seiner Frau und seiner Schwägerin für den Freitod, um der drohenden Deportation zu entgehen.

An vielen Orten in Bonn finden sich Spuren Felix Hausdorffs: Ein Glasstein mit seinem Portrait ist neben denen anderer Bonner Berühmtheiten wie Ludwig van Beethoven in der Bonngasse zu sehen. Drei Gedenksteine sind vor seinem ehemaligen Wohnhaus eingelassen. Seine heutigen Bonner Fachkollegen ehren ihn gleich zweimal: Im Eingangsbereich des ehemaligen Mathematischen Instituts an der Wegelerstraße befindet sich eine marmorne Gedenktafel. Und der Exzellenzcluster der Bonner Mathematik, der soeben in der zweiten Runde der Exzellenzinitiative erneut erfolgreich war, hat sich zu seinem Gedenken den Namen „Hausdorff Center for Mathematics“ gegeben.

Kontakt:

Dr. Michael Meier

Hausdorff Center for Mathematics

Tel. 0228/7362232

michael.meier@hcm.uni-bonn.de

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