03. April 2012

Suche nach den Kohlendioxidspeichern von morgen Suche nach den Kohlendioxidspeichern von morgen

Filmteam aus New York setzt Bonner Geologen in Szene

Das American Museum of Natural History in New York hat für einen Dokumentarfilm im Poppelsdorfer Schloss gedreht. Das Filmmaterial ist für eine Videoshow im Rahmen einer Ausstellung über Klimaschutz bestimmt. Dr. Georg Nover, Leiter der Petrophysik/Hochdruck am Steinmann-Institut für Geologie, Mineralogie und Paläontologie stellte dem Filmteam seine Forschungen über das Verhalten von CO2 im Untergrund vor.

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IMG_4463.JPG - Dr. Nover (links) im Gespräch mit einem Mitarbeiter. © Foto: Lea Hedrich/Uni Bonn

Der Kameramann trägt seine schweren Stative enge Wendeltreppen hinauf. Das Team braucht eine ganze Weile den neuen Drehort vorzubereiten, denn die kleinen Laborräume müssen perfekt ausgeleuchtet sein, der Ton wird gecheckt, die Forscher in Szene gesetzt. Dr. Nover und seine Mitarbeiter sollen „in action“ sein und zeigen, welches Potenzial hinter ihren trockenen Gesteinsproben steckt.

Zu dritt arbeitet das Team aus dem American Museum of Natural History in den Laboren des Steinmann-Instituts. Sie drehen einen kurzen Dokumentarfilm für eine Klimaschutzausstellung in ihrem Museum in New York. Aber was haben die Gesteinsproben von Dr. Nover mit Klimaschutz zu tun? Ziemlich viel! Genauer geht es nämlich um Kohlendioxid CO2, das bei der Energiegewinnung in Kraftwerken entsteht und die Erderwärmung vorantreibt. Das Museum möchte seinen Besuchern eine Variante der CO2-Minimierung vorstellen.

Direkt nach der Energiegewinnung kann CO2 separiert und dann in tiefe Erdschichten eingeschlossen werden. Um sicherzustellen, dass das Gas auch über viele Jahre hinweg unter der Erde eingeschlossen bleibt, muss man wissen, was mit dem CO2 unter der Erde passiert. „Um entscheiden zu können, ob die Abspaltung und Untertagespeicherung von CO2 eine sichere Alternative ist, muss man Chancen und Risiken abwägen“, erklärt Dr. Nover. Da er sich gerade mit diesen zentralen Fragen beschäftigt, hat sich das Team aus New York auf den Weg gemacht und ihn in Bonn besucht.

Nover erforscht, ob sich unter Druck-, Temperatur- oder Spannungsänderungen die Durchlässigkeit des Gebirges erhöht. Denn es könnte sein, dass durch steigenden Druck Risse im Erdboden entstehen und das CO2 dann unkontrolliert entweichen kann. Das Besondere an seiner Forschungen ist, dass er die Lagerung des CO2 unter „superkritischen“ Bedingungen, d.h. als extrem korrosive Flüssigkeit unter hohem Druck und hoher Temperatur, untersucht. Das heißt, CO2 wird nicht in ausgeförderten Erdöl- und Erdgaslagerstätten gespeichert, sondern in tiefen Sedimentsschichten. Diese können CO2 in ihren Poren aufnehmen, wie ein Schwamm Wasser aufsaugt. Solche Flächen sind auf der ganzen Welt verteilt und könnten das gesamte CO2 für einen langen Zeitraum speichern. „Dennoch ist diese Technik nur eine Übergangslösung, bis alternative Energien ohne CO2-Emission entwickelt sind“, erklärt Dr. Nover.

Kontakt:
Dr. Georg Nover
Steinmann-Institut für Geologie, Mineralogie und Paläontologie der Universität Bonn
Telefon: 0228/73-2732
E-Mail: g.nover@uni-bonn.de

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