17. August 2011

Schweinerei auf dem Sportplatz Schweinerei auf dem Sportplatz

Forscher Keiler gräbt Hochschulsportgelände der Uni um

Da staunten Studenten und Mitarbeiter der Universität Bonn nicht schlecht: Am helllichten Tage machte sich gestern Abend eine dicke Wildsau am Rasen des Hochschulsportgeländes Nachtigallenweg zu schaffen. Scheinbar ohne sich an der menschlichen Gesellschaft zu stören, riss der junge Keiler das saftige Grün in Furchen und hinterließ dabei auf dem sonst so gepflegten Sportplatz am Venusberg ein Bild der Verwüstung. Die Uni rief den örtlichen Jagdpächter und die Polizei zur Hilfe. Die Jäger und die Ordnungshüter konnten den Übeltäter jedoch nicht dingfest machen. Er entkam – 1 : 0 für das Wildschwein.

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sauerei6.jpg - Über 60 Kilogramm soll der junge Keiler gewogen haben, sagen die Jäger. © Foto: Archut/Uni Bonn

Dass Wildschweine gerne Wiesen umgraben, hat einen simplen Grund: Sie sind auf der Suche nach Käferlarven, sogenannten Engerlingen. Das tierische Eiweiß ist eine willkommene Ergänzung zum pflanzlichen Eiweiß, das in Form von Eicheln ganz oben auf dem Speiseplan der Schwarzkittel steht. Wo sich die Suche besonders lohnt, haben die Tiere nicht nur in der Nase, sie geben diese Information auch von Generation zu Generation weiter.

Das Außengelände des Hochschulsports am Venusberg ist so eine Stelle. Und so müssen die Mitarbeiter des universitären Grünpflege-Teams immer wieder die Spuren nächtlicher Festmahle beseitigen. Alle Versuche, Wildschweine durch Zäune und Barrikaden dauerhaft von dem im Wald gelegenen Gelände fernzuhalten, blieben bislang erfolglos. Der Schaden, den das Jungwildschwein in nur zwei Stunden angerichtet hat, wird auf mehrere Tausend Euro beziffert. Der Täter wurde von den Jägern als starker, d.h. mehr als 60 Kilogramm schwerer „Überläufer“ (= Wildschwein im Alter von 1-2 Jahren) identifiziert.

Nicht immer geht die Begegnung mit einem Wildschwein glimpflich aus, die, wenn sie sich in die Enge getrieben fühlen, auch schon mal zum Angriff übergehen können. Daher ruft die Universität Bonn die Nutzer ihrer Sportanlage jetzt zu erhöhter Wachsamkeit auf und hat für den Fall der neuerlichen Sichtung von Schwarzkitteln die unverzügliche Räumung des Außengeländes verfügt. Dann erhalten die Jäger die Chance auf eine Rückrunde.

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