30. April 2010

Längere Öffnungszeiten und mehr Literatur Längere Öffnungszeiten und mehr Literatur

Universitätsbibliothek hat Studierenden dank Studienbeiträgen mehr zu bieten

Die Universitäts- und Landesbibliothek Bonn (ULB) hat in den vergangenen zwei Jahren ihr Angebot für Studierende deutlich ausgeweitet. Sie hat ihre Lehrbuchsammlung aufgestockt und auch den Zugang zu elektronischen Medien ausgeweitet – Maßnahmen, die unmittelbar zur Verbesserung der Studienbedingungen beitragen. Ermöglicht wurden sie durch die Studienbeiträge der rund 27.000 Bonner Studierenden. Im Jahresbericht für das Jahr 2009 hat die zentrale Einrichtung der Uni ihre Arbeit jetzt dokumentiert.

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ulb2010_1.jpg - Universitäts- und Landesbibliothek. © Foto: Volker Lannert/Uni Bonn

„Die Studienbeitragsmittel sind für das Angebot auf dem heutige Niveau einfach unverzichtbar geworden“, sagt ULB-Direktorin Dr. Renate Vogt. „Die daraus finanzierten Öffnungszeiten, Lehrbücher, E-Books und E-Journals gehören inzwischen zum geschätzten Standardangebot der ULB, das die Studierenden nicht mehr missen möchten.“ Die Lehrbuchsammlung der ULB stellt unter anderem die Basisliteratur für die ersten Semester an der Uni zur Verfügung. Allein im Jahr 2009 flossen 210.000 Euro in diesen Bereich. Das Titelangebot bestimmen Fachschaften und Dozenten durch Vorschlagslisten mit. Weitere 60.000 Euro gab die ULB für den Erwerb geisteswissenschaftlicher Monographien und rund 400.000 Euro für die Erweiterung ihres elektronischen Angebotes aus. So finanziert die ULB einen Teil der Lizenzkosten für das auf 11.487 Titel angewachsene und mit über 1,2 Millionen Zugriffen gut genutzte Angebot an elektronischen Zeitschriften aus Studienbeiträgen. Davon profitieren vor allem die Studenten im Hauptstudium und in weiterführenden Studiengängen.

„Erstmals haben wir in größerem Umfang E-Books lizenziert, um die Akzeptanz dieses neuen Mediums zu erproben“, sagt Dr. Vogt. Der Erfolg übertraf alle Erwartungen: Jeder der rund 770 naturwissenschaftlich-medizinischen und der rund 650 geistes- und sozialwissenschaftlichen Titel wurde durchschnittlich 33 Mal aufgerufen. Trotz des zunehmenden Angebots an digitalen Medien behalten konventionelle Bücher im Studienalltag ihre Bedeutung. Rund 70 Prozent der Ausleihen entfallen auf Studierende der Universität. Diese haben dank Studienbeiträgen die Gelegenheit, die Bibliotheken in der Adenauerallee und der Nussallee täglich bis Mitternacht zu nutzen, und  nehmen diese attraktiven Arbeitsmöglichkeiten gerne an.

Zahl der Entleiher gestiegen


Die Zahl der Bibliotheksnutzer, die mindestens ein Buch ausgeliehen haben, stieg von 24.082 auf 27.020 im Jahr 2009. Mit 19.281 Studierenden, 1.647 Uni-Wissenschaftlern und 6.092 externen Entleihern sind in allen Gruppen Zuwächse zu verzeichnen.

„Alle Kosten zum Betrieb und Ausbau der Lehr- und Lernplattform eCampus werden aus Studienbeiträgen bestritten“, so Dr. Vogt. Insgesamt 153.329 Euro sind 2009 dafür verwendet worden. Das eCampus-Team unterstützte die Anwender mit zahlreichen Angeboten wie neuen Supportseiten, aktualisierten Anleitungen für Lehrende und Studierende, Schulungsveranstaltungen sowie Hilfestellung per E-Mail und Telefon. „Die Akzeptanz und Verbreitung der Lernplattform konnte dadurch gesteigert werden.“ Die hohen Lizenzkosten für eCampus waren mit ausschlaggebend dafür, dass die ULB gemeinsam mit dem Hochschulrechenzentrum den Umstieg auf eine Open-Source-Lösung vorbereitet.

„Die mit Hilfe der Studienbeiträge aufgebauten Dienstleistungen und inhaltlichen Angebote werden so gut angenommen, dass es für mich außer Frage steht, sie 2010 und hoffentlich auch in den nächsten Jahren im selben Umfang fortzuführen. Bei den E-Books wäre sogar ein weiterer Ausbau wünschenswert. Wir werden weiterhin beobachten, wie der Bedarf sich entwickelt“, sagt Dr. Vogt.

Den Jahresbericht der ULB gibt es auch im Internet unter:
http://www.ulb.uni-bonn.de/die-ulb/publikationen/jahresberichte


Zentrale und dezentrale Maßnahmen durch Studienbeiträge


Seit der Einführung der Studienbeiträge in Nordrhein-Westfalen im Jahre 2006 erhebt die Universität Bonn von ihren Studenten pro Semester einen Beitrag in Höhe von 500 Euro. Rund 20 Millionen Euro kommen so jährlich zusätzlich in das Uni-Budget. 80 Prozent des Geldes erhalten die Fakultäten und Institute für dezentrale Maßnahmen zur Verbesserung der Studienbedingungen, der Rest wird zentral eingesetzt. Alle Verwendungsentscheidungen werden von Kommissionen begleitet, die zur Hälfte mit Studentenvertretern besetzt sind. Die Studierendenschaft hat so einen maßgeblichen Einfluss auf den Einsatz ihrer Beiträge.

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