24. Juni 2008

Reichsapfel mit inneren Werten Reichsapfel mit inneren Werten

Der Granatapfel ist Pflanze des Monats Juli

Der Granatapfel (Punica granatum) setzt im Sommer mit seinen orangerote Blüten und apfelförmigen Früchten auffallende farbige Akzente. Aber auch seine "inneren Werte" sind beträchtlich: Die Früchte enthalten viel Vitamin C und Spurenelemente. In den Botanischen Gärten der Universität Bonn ist der Granatapfel die Pflanze des Monats Juli. Ein wunderschönes Exemplar befindet sich seit einigen Jahren im Nutzenpflanzengarten am Katzenburgweg " ein Geschenk der Bonner Firma Knauber.

Bild Reichsapfel mit inneren Werten
Bild Reichsapfel mit inneren Werten © Universität Bonn

Der Granatapfelbaum wird bis zu fünf Meter hoch, wächst nur sehr langsam, kann aber mehrere Hundert Jahre alt werden. Er stammt ursprünglich aus West- und Mittelasien, wird heute aber im ganzen Mittelmeergebiet und im Nahen Osten angebaut. Auch in Mitteleuropa wird er inzwischen häufig angeboten. Aufgrund seines wohlschmeckenden Fruchtfleisches ist er seit Jahrhunderten in Kultur, liefert Saft und dient zur Verzierung von Süßspeisen. Wegen der vielen Samen ist er nicht leicht zu genießen. Die einfachste Methode besteht darin, Granatäpfel vorsichtig weich zu kneten, ein Loch in die Schale zu bohren und den Saft zu trinken.

Viele Teile des Baumes, darunter Wurzel, Rinde und die gekochte Schale, wurden medizinisch genutzt. Seine Früchte sind in Kammern unterteilt, in denen sich viele Samen befinden, die von einem saftigen, roten Samenmantel umgeben sind. Er enthält viele bioaktive Stoffe in hoher Konzentration. Einige Bedeutung hat der Granatapfel für das Färben von Orientteppichen. Aus seiner Schale und dem Saft werden Gelb- und Schwarztöne gewonnen, unter verschiedenen Beimischungen von Eisenbeize ein tiefes dunkles Blau.

Der Granatapfel hat auch große symbolische Bedeutung. Er spielt in der Bibel, im Koran und in der griechischen Mythologie eine Rolle. Granatapfelfrüchte zieren außerdem viele Wappen und auch der Reichsapfel des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nationen geht auf ihn zurück. Wegen seiner großen Bedeutung verwundert es nicht, dass die älteste Gewächshauspflanze Europas ein Granatapfel ist. Bereits 1653 gelangte ein Exemplar von Venedig in die herrschaftlichen Gärten nach Hannover-Herrenhausen. Dieser Baum gedeiht heute noch dort und hat inzwischen das stattliche Alter von 355 Jahren erreicht.

Öffnungszeiten der Botanischen Gärten: Täglich außer samstags 9 bis 18 Uhr. Eintritt an Sonn- und Feiertagen 2 Euro, ermäßigt 1 Euro. Die Gewächshäuser sind Montag bis Freitag von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 16 Uhr und sonn- und feiertags von 10 bis 17.30 Uhr geöffnet.






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Blüte des Granatapfels. Foto: Dr. Wolfram Lobin/Uni Bonn



Früchte des Granatapfels. Foto: Dr. Wolfram Lobin/Uni Bonn




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