01. Juli 2007

Expedition zu den ältesten Gesteinen der Erde Expedition zu den ältesten Gesteinen der Erde

Bonner Geowissenschaftler verbringt zwei Monate an der Grenze zum ewigen Eis

Rund 200 Kilometer östlich der grönländischen Hauptstadt Nuùk, an der Grenze zum ewigen Eis, finden sich die ältesten Gesteine der Erde. Mit ihren stolzen 3,8 Milliarden Jahren handelt sich dabei um Überreste der ersten Kontinente und des ältesten Ozeanbodens. Elis Hoffmann, Geowissenschaftler vom Mineralogisch-Petrologischen Institut der Universität Bonn, macht sich im Rahmen einer dänischen Expedition auf den Weg in den hohen Norden. Sechs Wochen hat er Zeit um Proben von den ältesten Gesteinen der Erde zu nehmen, die er anschließend im Rahmen seiner Doktorarbeit untersuchen wird. Dabei sollen die Gesteine Auskunft über die Bedingungen auf der frühen Erde sowie über die Entstehung der ersten Kontinente geben.

Bild Expedition zu den ältesten Gesteinen der Erde
Bild Expedition zu den ältesten Gesteinen der Erde © Universität Bonn

Auf hochsommerliche Gefilde muss Elis Hoffman dieses Jahr verzichten. Er wird die nächsten zwei Monate im Zelt in West-Grönland verbringen, um Gesteine aus der Kinderstube der Erde zu erforschen. Als Teil eines internationalen Forscherteams, das sich mit der Frühgeschichte der Erde und der Entstehung des Lebens beschäftigt, wird er Proben von den ältesten Gesteinen der Erde nehmen.


"Von Nuùk aus werden wir mit einem Helikopter rund 200 Kilometer weiter in das Basislager an die Grenze zum ewigen Eis geflogen", erklärt Hoffmann. Abgeschieden von der Zivilisation, mit nur einem alten Funkgerät als Kontakt zur Außenwelt, werden sie ihrer Arbeit nachgehen und zwischen beeindruckenden Fjordlandschaften und Gletschern Forschungsmaterial sammeln. Dabei hoffen die Forscher auf gutes Wetter, denn "bei Stürmen muss man manchmal mehrere Tage im Zelt ausharren, bevor man wieder arbeiten kann", erläutert Hoffmann. Versorgt wird das Forscherteam alle fünf Tage aus der Luft. Dass sich die Arbeit im Gelände lohnt, da ist Hoffmann sich sicher, "weil diese alten Gesteine einzigartige Einblicke in die Frühgeschichte der Erde erlauben."


Zwischen der Entstehung der Erde vor 4,53 Milliarden Jahren und der Entstehung der ältesten Gesteine auf Grönland vor 3,8 Milliarden Jahren klafft in der Forschung eine große Wissenslücke. Durch Plattenbewegungen an der Erdoberfläche und Erosion wurden Gesteine aus diesem "dunklen" Erdzeitalter, dem Hadeum, komplett zerstört. Nur einige Körner des verwitterungsresistenten Minerals Zirkon haben überlebt. Man findet sie in alten Sedimentgesteinen. "Deswegen sind wir weitestgehend auf indirekte, chemische "Zeitzeugen" angewiesen", erklärt Hoffmann. Durch Messungen von Isotopen und Spurenelementen in den alten Gesteinen aus Grönland wollen Geowissenschaftler der Uni Bonn jetzt den alten Gesteinen die Geheimnisse der frühen Erdgeschichte entlocken. Möglich macht das ein so genanntes Hochpräzisionsmassenspektrometer das der Arbeitsgruppe Geochemie am Mineralogisch-Petrologischen Institut von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziert wurde. "Der wesentliche Teil meiner Arbeit wird anschließend im Labor stattfinden", sagt Hoffman. "Hier kann man die Gesteine datieren und aus ihren geochemischen Fingerabdrücken Rückschlüsse auf die Bedingungen auf der frühen Erde ziehen."


Kontakt:

Jörg Elis Hoffmann

Mineralogisch-Petrologisches Institut der Universität Bonn

Telefon: 0228/73-7967

hoffjoel@uni-bonn.de


Prof. Carsten Münker

Mineralogisch-Petrologisches
Institut der Universität Bonn

Telefon: 0228/73-2733

muenker@uni-bonn.de






Bilder zu dieser Pressemitteilung:

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Geowissenschaftler aus Bonn bei der Probennahme am ewigen Eis. (c) Professor Dr. Carsten Münker



Verfaltete Gesteine des Amitsoq Gneises, mit 3,85 Milliarden Jahren das älteste Gestein der Erde. (c) Professor Dr. Carsten Münker




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