08. April 2020

Einbruch in das Poppeldorfer Schloss Einbruch im Poppeldorfer Schloss: Giftige Chemikalien gestohlen

Giftige Schwermetall-Präparate gestohlen

Aus dem Poppelsdorfer Schloss ist am Dienstag neben EDV-Geräten ein Behälter mit chemischen Reagenzien entwendet worden. In dem historischen Gebäude sind naturwissenschaftliche Institute der Universität Bonn untergebracht. Diebe hatten sich über ein Baugerüst gewaltsam Zugang zum Gebäude verschafft und einen tresorähnlichen Behälter gestohlen, in dem die Substanzen und Labormaterial gelagert wurden.

Poppelsdorfer Schloss hinter Baugerüst
Poppelsdorfer Schloss hinter Baugerüst © Volker Lannert / Uni Bonn

Bei den entwendeten Substanzen handelt es sich um kleine Mengen von zum Teil schwach radioaktiven Schwermetall-Salzen in wässriger Lösung und in Pulverform. Die Geowissenschaftler im Poppelsdorfer Schloss nutzen diese in ihrer Forschung als sogenannte Tracer, also radioaktive Markierungsstoffe, zur Untersuchung der chemischen und physikalischen Prozesse, die zur Fossilisation von Knochen und Zähnen führen. Die Untersuchungen sind vergleichbar mit Methoden, die in der Humanmedizin eingesetzt werden, um zum Beispiel Gewebeveränderungnen zu identifizieren.

Vergiftungsgefahr besteht beim Einatmen oder Verschlucken der Substanzen. Von dem verschlossenen Behälter geht keine unmittelbare Gefahr aus, da die Stoffe versiegelt und durch eine massive Umverpackung gesichert sind. Bei unsachgemäßer Handhabung, beispielsweise durch gewaltsames Öffnen des Behälters, könnten die Präparate jedoch beschädigt werden und entweichen. Wie viele schwermetallhaltige Stoffe sind die Chemikalien stark giftig und können, wenn sie in den menschlichen Körper gelangen, zu schwerwiegenden Schädigungen führen.

 

Behälter nicht öffnen, sondern zurückgeben

 

Die Polizei und die Universität Bonn rufen die Diebe darum auf, zu ihrem und dem Schutz Dritter den Behälter nicht zu öffnen und in sichere Verwahrung zurückzugeben. Mögliche Zeugen werden gebeten, sich unter der Rufnummer 0228-150 oder über den polizeilichen Notruf 110 mit der Polizei in Verbindung zu setzen.

 

Derzeit untersuchen Polizei und Universität die Umstände des Diebstahls. Die Bestimmungen zum Umgang und zur Lagerung der Chemikalien wurden eingehalten und dokumentiert. Der Vorfall ist unverzüglich den zuständigen Behörden angezeigt worden.

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