09. November 2021

3.000 zusätzliche Quadratmeter für Spitzenforschung 3.000 zusätzliche Quadratmeter für Spitzenforschung

Forschungs- und Technologiezentrum Detektorphysik der Universität Bonn eingeweiht

Die Universität Bonn hat ihr neuestes Forschungsgebäude eingeweiht: Im Beisein der Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, Isabel Pfeiffer-Poensgen, Geschäftsführung BLB NRW, Gabriele Willems, Rektor Prof. Dr. Dr. h.c. Michael Hoch und weiteren Gästen ist am Kreuzbergweg das Forschungs- und Technologiezentrum Detektorphysik (FTD) eingeweiht worden.

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Auf rund 7.000 Quadratmetern Grundstücksfläche schafft der Neubau mit 3.000 Quadratmetern Nutzfläche Platz für Spitzenforschung im Bereich der Detektorphysik. In dem Gebäude wird zukünftig die Expertise verschiedener Arbeitsgruppen gebündelt, die deutschland- und weltweit führend an der Entwicklung neuer Nachweisgeräte für kleinste Teilchen arbeiten. Diese kommen unter anderem an internationalen Großprojekten wie dem Teilchenbeschleuniger Large Hadron Collider (LHC) in Genf zum Einsatz.

„Das FTD schafft ideale Bedingungen für die Detektorentwicklung. Es ist mit hoch technisierten Laboren und Reinräumen zur Herstellung winziger Sensoren und elektronischer Chips und einer Montagehalle zum Aufbau größerer Detektorkomponenten ausgestattet. Im zweiten Untergeschoss befindet sich ein besonders stark abgeschirmtes Tieflabor“, sagt Prof. Dr. Bernhard Ketzer vom Helmholtz-Institut für Strahlen- und Kernphysik der Universität Bonn. „Mit den hier entwickelten hochmodernen Detektortechnologien erforschen wir die kleinsten Bausteine der Materie und suchen auch nach neuen Teilchen“, ergänzt Prof. Dr. Jochen Dingfelder vom Physikalischen Institut, der zusammen mit Prof. Ketzer als Co-Sprecher des neuen Forschungszentrums fungiert.

Ministerin Pfeiffer-Poensgen lobte den Neubau als wichtige Investition in die Zukunft: „Der Standort Bonn gilt national wie international als ausgewiesenes Zentrum der Teilchen-, Hadronen- und Astroteilchenphysik. Die Fokussierung auf den Bereich der Detektorphysik ist dabei ein zentrales Alleinstellungsmerkmal der Universität Bonn. Mit dem neuen Forschungs- und Technologiezentrum Detektorphysik wollen wir als Landesregierung gemeinsam mit dem Bund die Grundlagenforschung auf diesem Gebiet und damit die Spitzenforschung in Nordrhein-Westfalen weiter stärken.“

Ulrich Schüller, Abteilungsleiter Hochschul- und Wissenschaftssystem des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, gratulierte der Universität zur Umsetzung des ambitionierten Vorhabens: „Dass die Universität Bonn sich im harten Wettbewerb um den Zuschlag für eine gemeinsame Förderung des Bundes und der Länder durchgesetzt hat, ist eine Auszeichnung allererster Güte und zeigt, auf welch hohem Niveau hier geforscht wird. Die Bedeutung des Gebäudes und der Forschung geht weit über den Standort Bonn hinaus.“

Auch Rektor Prof. Dr. Dr. h.c. Michael Hoch betont die Bedeutung des Neubaus für die weitere Entwicklung der Universität: „Das FTD schafft nicht nur optimale Voraussetzungen für die komplexen Forschungsaufgaben, die künftig hier bearbeitet werden, es sorgt auch dafür, Bonn als einen führenden Standort für Kern- und Teilchenphysik weiter zu stärken und zusammen mit den großen Teilchenphysik-Zentren internationale Spitzenforschung zu betreiben.“

Der Neubau wurde vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB NRW) Köln realisiert. Baukörper und Fassade wurden mit der Stadt Bonn, dem Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, der Uni Bonn und dem BLB NRW abgestimmt. Gabriele Willems, Geschäftsführerin des BLB NRW: „Mit dem FTD konnten wir ein hochmodernes Forschungsgebäude der Spitzenklasse an die Universität Bonn übergeben. Das Gebäude fügt sich mit seiner hellen Optik nicht nur behutsam in die umliegende Wohnbebauung ein, es ist auch ein weiteres wichtiges Puzzleteil bei der Entwicklung des Campus Poppelsdorf.“

Mit Blick auf die nachhaltige Entwicklung der Universität besitzt das FTD eine intelligente technische Gebäudeausstattung. Unter anderem wird ein Blockheizkraftwerk eingesetzt, um Strom, Heizung und Kühlung sicherzustellen. Die Gesamtkosten des Projekts betragen rund 55 Millionen Euro, von denen 13,9 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wurden. Die Restfinanzierung hat das Land Nordrhein-Westfalen übernommen.

Kontakt für die Medien:
Prof. Dr. Bernhard Ketzer
Helmholtz-Institut für Strahlen- und Kernphysik der Universität Bonn
Telefon: 0228/73-2539
E-Mail: bernhard.ketzer@uni-bonn.de

Im Innenhof des neuen Forschungs- und Technologiezentrums Detektorphysik.
Im Innenhof des neuen Forschungs- und Technologiezentrums Detektorphysik. - Von links nach rechts: Prof. Dr. Walter Witke, Kanzler Holger Gottschalk, Prof. Dr. Bernhard Ketzer, Prorektorin Prof. Dr. Irmgard Förster, Dr. Ulrich Schüller (BMBF), Rektor Prof. Dr. Dr. h.c. Michael Hoch, Prorektor Prof. Dr. Andreas Zimmer, Ministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen, Prof. Dr. Jochen Dingfelder und Gabriele Willems. © Universität Bonn/ Gregor Hübl
Bei einer Führung konnten die Gäste die Besonderheiten des Gebäudes entdecken.
Bei einer Führung konnten die Gäste die Besonderheiten des Gebäudes entdecken. - Das FTD beinhaltet mehrere Reinräume, die nur von außen besichtigt werden dürfen. © Universität Bonn/ Gregor Hübl
Prof. Dr. Bernhard Ketzer (rechts) gibt eine Einführung in die Arbeit am FTD.
Prof. Dr. Bernhard Ketzer (rechts) gibt eine Einführung in die Arbeit am FTD. © Universität Bonn/ Gregor Hübl
Prof. Dr. Jochen Dingfelder (rechts) erklärt den Gästen ein Bauteil, das für die Detektormessungen benötigt wird.
Prof. Dr. Jochen Dingfelder (rechts) erklärt den Gästen ein Bauteil, das für die Detektormessungen benötigt wird. © Universität Bonn/Gregor Hübl
Einblick in eines der Laborräume im Untergeschoss des Gebäudes.
Einblick in eines der Laborräume im Untergeschoss des Gebäudes. © Universität Bonn/ Gregor Hübl
Ministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen wünschte den Forschenden einen "hohen Wirkungsgrat" der Forschung.
Ministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen wünschte den Forschenden einen "hohen Wirkungsgrat" der Forschung. © Universität Bonn/ Gregor Hübl
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