27. November 2025

„Her mit den Portr[AI]ts!“ für European Excellence Award nominiert „Her mit den Portr[AI]ts!“ für European Excellence Award nominiert

Ausstellung der Universität Bonn auf Shortlist in der Kategorie „AI-Driven Content Creation“

Die Universität Bonn ist mit ihrem Ausstellungsprojekt „Her mit den Portr[AI]ts!“ für den European Excellence Award nominiert. In der Kategorie „AI-Driven Content Creation“ hat es die KI-gestützte Fotoausstellung über „versäumte“ Bilder Bonner Wissenschaftlerinnen auf die Shortlist des europaweiten Wettbewerbs geschafft. Die Jury würdigt die innovative Verbindung von Chancengerechtigkeit, Künstlicher Intelligenz und kreativer Wissenschaftskommunikation. Die Ausstellung ist ab 1. Dezember auf dem Campus Poppelsdorf zu sehen.

Her mit den Portr[AI]ts!
Her mit den Portr[AI]ts! - KI macht möglich, versäumte Bilder nachzuholen. © Bild; Gesine Born/Bilderinstitut
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Die European Excellence Awards gelten als einer der wichtigsten Preise für PR und Kommunikation in Europa. Sie zeichnen seit vielen Jahren herausragende Kampagnen und Projekte in zahlreichen Kategorien aus – von interner Kommunikation bis hin zu umfassenden Public-Relations-Initiativen – und liefern damit einen Überblick über exzellente Kommunikationsprojekte in ganz Europa. Die Preisträgerinnen und Preisträger werden von einer internationalen Fachjury gekürt. Die Gewinnerinnen und Gewinner der diesjährigen European Excellence Awards werden Anfang Dezember bei einer Gala in Berlin bekannt gegeben.

KI macht „versäumte“ Wissenschaftlerinnen sichtbar

Die Ausstellung „Her mit den Portr[AI]ts!“ wurde erstmalig im Frühjahr 2025 im Universitätsmuseum der Universität Bonn gezeigt. Im Mittelpunkt stehen zwölf Wissenschaftlerinnen der Universität Bonn, die in ihrer Zeit Großes geleistet haben, deren Gesichter der Öffentlichkeit aber kaum bekannt sind. Mit Hilfe der KI-Plattform Midjourney hat die Berliner Fotografin und Wissenschaftskommunikatorin Gesine Born realitätsnahe Porträts dieser Frauen geschaffen – Bilder, die es so nie gegeben hat, die aber hätten entstehen können.

Auf Initiative der Zentralen Gleichstellungsbeauftragten der Universität Bonn, Gabriele Alonso Rodriguez und in enger Zusammenarbeit mit dem Bilderinstitut von Gesine Born und dem Dezernat für Hochschulkommunikation der Universität entstand ein Projekt, das künstlerische, gesellschaftspolitische und technologische Perspektiven verbindet: Es macht Pionierinnen der Wissenschaft sichtbar und macht zugleich deutlich, wie stark Geschlechterbilder auch in KI-Systemen fortgeschrieben werden.

Gabriele Alonso Rodriguez verweist darauf, dass Frauen in der Wissenschaft über Jahrzehnte hinweg oft unsichtbar geblieben sind – trotz herausragender Leistungen. „Die Ausstellung setzt genau hier an, indem sie neue, prägnante Bilder anbietet, die sich im Gedächtnis festsetzen und die Vorstellung davon verändern, wer Wissenschaft repräsentiert“, sagt Alonso Rodriguez.

Gesine Born betont, sie wolle die porträtierten Wissenschaftlerinnen „in die erste Reihe holen“ und den traditionellen Ahnengalerien männlicher Forscher etwas entgegensetzen. Dafür nutzt sie bewusst hartes Licht und starke Posen – Inszenierungen, wie sie aus der Historie eher von Männern bekannt sind. Die KI verarbeitet dafür historische Informationen, überliefertes Bildmaterial, Orte und Daten zu neuen, plausiblen Bildwelten, die zeigen, wie eine angemessene Würdigung hätte aussehen können. Zugleich mache das Projekt sichtbar, wie stark KI von den – häufig verzerrten – Bildbeständen geprägt ist, mit denen sie trainiert wird.

Wirkung weit über Bonn hinaus

Schon kurz nach der Eröffnung in Bonn hat „Her mit den Portr[AI]ts!“ bundesweit Resonanz ausgelöst. Unter anderem war ein Teil der Bonner Motive Ausgangspunkt einer gemeinsamen Ausstellung in Berlin und Bonn, bei der im Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt zusätzliche Porträts von Wissenschaftlerinnen aus anderen Ländern und Hochschulen hinzukamen. Dort würdigten unter anderem Bundesforschungsministerin Dorothee Bär und Bundeskanzlerin a. D. Dr. Angela Merkel den Ansatz, mit KI die Leistungen von Forscherinnen sichtbar zu machen.

Ausstellung kommt auf den Campus Poppelsdorf

Von 1. Dezember bis 10. Februar wird die Schau im Foyer des Hörsaalzentrums in Poppelsdorf zu sehen sein. Die Porträts der „versäumten“ Wissenschaftlerinnen bleiben über die Ausstellung hinaus online zugänglich und können weiterhin über die Seiten der Universität Bonn abgerufen werden. Damit wirkt das Projekt langfristig in Lehre, Forschung und Gleichstellungspolitik hinein – und liefert zugleich einen konkreten Diskussionsanlass für den Umgang mit KI-Bildgenerierung in der Wissenschaftskommunikation.

Wer die diesjährigen European Excellence Awards gewinnt, entscheidet sich Anfang Dezember. Prof. Dr. Andreas Archut, Dezernent für Hochschulkommunikation der Universität Bonn, sagt: „Die Nominierung unterstreicht schon jetzt, dass das Ausstellungsprojekt „Her mit den Portr[AI]ts!“ auch außerhalb des Hochschulkontextes als beispielhaft für den sinnvollen und kreativen Einsatz von KI in der Kommunikationsarbeit wahrgenommen wird.“ Die initiale Ausstellung im Universitätsmuseum Bonn hatte bereits mehrere Tausend Besuchende angelockt. Hinzu kommen zahlreiche Seiten- und Videoaufrufe im Internet. Alle Informationen sind unter https://uni-bonn.de/portraits zu finden.

Hintergrund: European Excellence Awards

Die European Excellence Awards würdigen seit 2007 herausragende Leistungen der Kommunikationsbranche. Prämiert werden Projekte, Kampagnen und Teams, die durch Strategie, Kreativität, innovative Umsetzung und messbare Wirkung überzeugen. Die Kategorie „AI-Driven Content Creation“, in der „Her mit den Portr[AI]ts!“ nominiert ist, fokussiert Initiativen, die KI auf besonders überzeugende Weise in die Entwicklung und Produktion von Inhalten integrieren – von datengetriebenen Formaten bis hin zu experimentellem Storytelling.

Kontakt für die Medien:
Gabriele Alonso Rodriguez
Zentrale Gleichstellungsbeauftragte der Universität Bonn
Tel. +49 228 73-7490
E-Mail: gleichstellungsbeauftragte@zgb.uni-bonn.de

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