Die Wege, auf denen Objekte in die Sammlungen gelangen, sind so vielfältig wie die Sammlungen selbst. Neben Feldforschung und Ausgrabungen spielen Schenkungen eine große Rolle. Hinzu kommen Tausch, Nachlässe, Leihgaben oder selten auch Ankauf. Auch durch Kooperationen mit inner- und außeruniversitären Einrichtungen und Museen gelangen neue Objekte in die Sammlungen. Diese stellen Forschende auch schon mal vor Herausforderungen – etwa, wenn die Herkunft der Objekte unklar ist.
Die Ausstellung stellt anhand ausgewählter Neuzugänge die Arbeit der Universitätsmuseen und -sammlungen vor und geht dabei der Frage nach, welche Funktion die Objekte im Forschungs- und Lehrbetrieb haben. Es beteiligen sich mehr als 20 Universitätsmuseen und -sammlungen unterschiedlichster Disziplinen. Unter „Neu gesammelt“, „Neu erforscht“, „Neu gesehen – neu gedacht“, „Neu erfasst“ oder „Neu aufbereitet“ zeigt die Ausstellung, wie neue Technologien, Methode und Zugänge dabei helfen, alte und neue Objekte (neu) zu erforschen, beispielsweise durch Materialanalysen, Röntgen- und MRT-Aufnahmen sowie 3D-Erfassung und Digitalisierung.
Wie entsteht Wissen?
Zahlenmäßig gelangen die meisten neuen Objekte als Forschungsmaterial und zu Dokumentationszwecken in die Sammlungen. Dies gilt vor allem für naturwissenschaftliche, medizinische und landwirtschaftliche Sammlungen. Ausgestellt sind beispielsweise Herbarbelege, die als Dokumentation eines Forschungsprojekts der Botanischen Gärten im Herbarium hinterlegt wurden. Die Lebendsammlung dient nicht nur als Grundlage für genetische und morphologische Untersuchungen, sondern auch zur Bewahrung gefährdeter Arten und für künftige Forschungsprojekte. Gemeinsam bilden Lebend- und Belegsammlung ein integratives Archiv pflanzlicher Vielfalt, das Forschung, Naturschutz und Wissenschaftsgeschichte dauerhaft miteinander verknüpft.
Exotische Souvenirs und Einblicke in Schicksale jüdischer Sammler*innen
Schenkungen privater Sammler*innen und Künstler*innen sind für Universitätssammlungen wichtig, auch wenn sie zuweilen mit ethischen und rechtlichen Herausforderungen verbunden sind, so zum Beispiel, wenn exotische Tierpräparate übergeben werden, die als Souvenirs in den 1970er Jahren im Ausland legal erworben wurden, heute jedoch im Hinblick auf den Artenschutz problematisch sind. Diese werden vielfach in der Lehre eingesetzt, nicht zuletzt um den Wandel im Umgang mit dem Artenschutz zu vermitteln.
Oft sind es Studierende und Doktoranden, die in Lehrveranstaltungen und ihren Qualifikationsarbeiten neue Perspektiven auf bestehende Objekte eröffnen. Kürzlich erforschten Studierende der Kunstgeschichte im Rahmen eines Lehrprojekts die Hintergründe einer Fotosammlung, für die in der Ausstellung eine auf Karton montierte Fotografie einer Deckelkanne aus der Sammlung der jüdischen Antiquitätenhändler Jacob und Isaac Rosenbaum stellvertretend gezeigt wird. Sie stammt wahrscheinlich aus dem Nachlass des Kunsthistorikers Marc Rosenberg (1851–1930), der seit 1930 im Kunsthistorischen Institut verwahrt wird. Die Aufnahmen dokumentieren sein Netzwerk jüdischer Sammler im frühen 20. Jahrhundert und bieten, da viele der abgebildeten Objekte heute verschollen sind, wertvolle Einblicke in die Schicksale jüdischer Sammler*innen und ihrer Sammlungen.
Ausstellungseröffnung am 26. November
Die Ausstellung wurde kuratiert von Sandra Müller-Tietz und der Sammlungsbeauftragten der Universität Bonn, Alma Hannig. Die Ausstellung wird am Donnerstag, 26. November 2025, 17.00 Uhr, eröffnet und wird bis zum 29. März 2026 im P26, dem Haus des Wissens und der Forschung der Universität Bonn in der Poststraße 26, gezeigt. Der Eintritt ist frei. Gruppenführungen können auf Anfrage gebucht werden. Erläuterungen in der Ausstellung werden auf Deutsch und Englisch vermittelt. Führungen durch Studierende der Universität Bonn finden freitags um 15.00 Uhr statt. Ein begleitendes Veranstaltungsprogramm, darunter auch Veranstaltungen mit und für Kinder, ist abrufbar unter: https://www.uni-bonn.de/de/universitaet/unileben/p26/p26