04. Mai 2020

„Dear Friend“ Universitätsangehörige schreiben unter dem Eindruck der Corona-Pandemie

Universitätsangehörige schreiben unter dem Eindruck der Corona-Pandemie

Eine Doktorandin in der Anglistik hatte zu Semesterbeginn eine Idee, wie ihre Studierenden ihre Eindrücke von der Corona-Pandemie kreativ verarbeiten könnten. Entstanden ist eine Online-Sammlung von Briefen, die weiter wächst. Alle Universitätsangehörigen können dazu beitragen.

Marthe-Siobhán Hecke
Marthe-Siobhán Hecke - Bei einem Besuch in Wales. © Foto: privat

Marthe-Siobhán Hecke unterrichtet Studierende im dritten Studienjahr in der Anglistik (Thema: „Power and Pitfalls of Young Adult Literature“). Kurz vor Semesterbeginn hatte sie ihre Studierenden gefragt, ob sie in kreativen Projekten ihre Studienleistung absolvieren möchten. „Alle waren dafür und auch der Meinung, dass Corona das Thema sein sollte, das es kreativ zu bearbeiten gilt“, sagt Hecke. Als passenden Gegenstand wählte sie Stephen Chboskys Roman „Perks of Being a Wallflower“ („Das Leben als Mauerblümchen“) aus. „Da sowohl Inhalt als auch das Format wirklich gut passten, habe ich diese Vorlage gewählt und es den Studierenden freigestellt, ob sie ein Essay schreiben, kreativ arbeiten, oder einen Brief verfassen möchten“, erzählt die Dozentin. „Ich unterrichte den Kurs digital mit Hilfe eines Readers, den ich von Kolleginnen habe Korrektur lesen lassen und alle waren so begeistert, dass ich im Anschluss das Projekt für alle Angehörigen der Uni Bonn geöffnet habe.“ 

 
Unter https://perksoflivingthroughapandemic.wordpress.com kann man die Ergebnisse des Projekts bewundern, das den Titel „Dear Friend – A Collective Pandemic Art Project“ erhielt. Die darin veröffentlichten Briefe stammen allesamt aus der Feder von Studierenden, aber nicht nur aus der Anglistik. Nur wenige davon waren  Studienleistungen. Auch eine Liste mit Hilfsangeboten zur psychischen Gesundheit, vom AStA über die Zentrale Studienberatung bis zur deutschen Depressionshilfe, ist dort zu finden.
 
Die Anglistin lädt alle Mitglieder der Universität ein, die Sammlung zu erweitern und Beiträge per E-Mail einzureichen. Auch anonyme Einreichungen und Beiträge unter einem Pseudonym sind willkommen. Marthe-Siobhán Hecke ist überzeugt: „Vielleicht hilft diese Möglichkeit ja einigen, die Pandemie kreativ zu bearbeiten und auch die eigenen Gefühle durchs Schreiben zu verarbeiten bzw. zu akzeptieren.“
 

Die Autorin

Marthe-Siobhán Hecke ist wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin am Institut für Anglistik, Amerikanistik und Keltologie der Universität Bonn. Kontakt: E-Mail: mshecke@uni-bonn.de

 

Lebenszeichen – Wir bleiben im Gespräch! 

Das Dezernat für Hochschulkommunikation veröffentlicht unter dem Titel: „Lebenszeichen – Wir bleiben im Gespräch!“ Beiträge aus der Universität Bonn, die unter dem Eindruck der Bekämpfung des Coronavirus und der daraus resultierenden Bedingungen entstanden sind. Als Bildungseinrichtung will die Universität Bonn damit auch in schwierigen Zeiten im Diskurs bleiben und die universitäre Gemeinschaft fördern. In loser Folge erscheinen dazu auf der Website der Universität Bonn Beiträge von Universitätsangehörigen, die das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten, Dialoge in Gang setzen, Tipps und Denkanstöße austauschen wollen. Wer dazu beitragen möchte, wendet sich bitte an das Dezernat für Hochschulkommunikation, kommunikation@uni-bonn.de.

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