13. Mai 2020

Auszeichnung als “John von Neumann Exzellenzprojekt” Auszeichnung als “John von Neumann Exzellenzprojekt”

Prof. Ulf-G. Meißner von der Uni Bonn erhält für Simulationen von Atomkernen mehr Rechenzeit

Wie entstehen chemische Elemente in den Sternen? Wann sind die Grenzen der Stabilität von Atomkernen erreicht? Prof. Dr. Dr. h.c. Ulf-G. Meißner vom Helmholtz-Institut für Strahlen- und Kernphysik der Universität Bonn erforscht mit Simulationen Atomkerne auf Raum-Zeit-Gittern. Eines seiner Vorhaben wurde nun als „John von Neumann Exzellenzprojekt 2020“ ausgezeichnet.

Prof. Dr. Dr. h.c. Ulf-G. Meißner
Prof. Dr. Dr. h.c. Ulf-G. Meißner - vom Helmholtz-Institut für Strahlen- und Kernphysik der Universität Bonn. © Foto: Volker Lannert/Uni Bonn

Das John von Neumann-Institut für Computing (NIC) stellt Supercomputer-Rechenzeit für Forschungsprojekte aus Wissenschaft und Industrie auf den Gebieten der Modellierung und Computersimulation bereit. Die NIC-Rechenzeitkommission zeichnet jährlich nur ein oder zwei Vorhaben als Exzellenzprojekte aus, die zusätzliche Rechenzeit erhalten. Das Projekt von Prof. Meißner wurde aufgrund seiner ausgezeichneten Vorarbeiten, der hohen Bedeutung der zu erwartenden Erkenntnisse und der Qualität der eingesetzten Methoden ausgewählt, begründet das John von Neumann-Institut für Computing.

„Ziel des Projektes der Simulationen von Atomkernen auf Raum-Zeit-Gittern ist es, ein tieferes Verständnis der vielen bemerkenswerten Phänomene in der Kernphysik zu erlangen“, sagt Meißner. Die Wissenschaftler simulieren zum Beispiel die Elemententstehung in den Sternen und die Grenzen der Stabilität von Atomkernen. Die Entwicklung immer besserer Algorithmen macht die Simulationen präziser. „Dadurch ist zum Beispiel möglich, Reaktionen wie die Erzeugung von Sauerstoffkernen in Sternen durch Einfang eines Alpha-Teilchens am Kohlenstoff ohne jegliche Näherung auszurechnen“, erläutert der Physiker.

Für das aktuelle Projekt hat Meißners Team insgesamt 29 Millionen Stunden Prozessorzeit auf dem Supercomputer „JUWELS“ im Forschungszentrum Jülich beantragt. Diese aufwendigen Berechnungen sollen binnen eines Jahres von dem Supercomputer abgearbeitet sein. Der Physiker der Universität Bonn nutzt praktisch ständig die Supercomputer des Jülicher Supercomputer Centers (JSC) für seine Simulationen von Atomkernen. Seit 2012 bringt es Meißner auf rund 550 Millionen Stunden Prozessorzeit von Supercomputern am JSC. Dass sein Vorhaben nun als Exzellenzprojekt ausgewählt wurde, kommt auch der Wissenschaft zugute: Die als Auszeichnung zusätzlich in Aussicht gestellte Rechenzeit ermöglicht noch genauere und weitergehende Berechnungen.

Informationen: http://www.john-von-neumann-institut.de/nic/meissner

Kontakt für die Medien:

Prof. Dr. Dr. h.c. Ulf-G. Meißner
Helmholtz-Institut für Strahlen- und Kernphysik
Universität Bonn
Tel. 0228/7323-65 oder -66
E-Mail: meissner@hiskp.uni-bonn.de

Darstellung des Gas-Flüssigkeits-Übergangs
Wird geladen