24. Februar 2026

Neue Wege zum Umweltfrieden in Kolumbien Neue Wege zum Umweltfrieden in Kolumbien

Neues Projekt „iakumama 2050“ am Zentrum für Entwicklungsforschung der Uni Bonn verbindet digitale Technologie mit indigenem Wissen

Neue und bestehende Technologien mit indigenen Wissenssystemen untersuchen und kombinieren – das ist das Ziel von „iakumama 2050”. Das neue Forschungsprojekt des Zentrums für Entwicklungsforschung der Universität Bonn (ZEF) verfolgt das Ziel, Szenarien zu entwickeln, wie Mensch und Natur gemeinsam in Regionen leben können, die von bewaffneten Konflikten und Rohstoffabbau betroffen sind. Die VolkswagenStiftung fördert das Vorhaben, das im Juli 2026 beginnt und dann anderthalb Jahre gefördert wird.

Im indigenen Bildungszentrum Yachaikuri
Im indigenen Bildungszentrum Yachaikuri - in Caquetá (Kolumbien) spielen Kinder aus der Inga-Gemeinde in der Pause Fußball. © Foto: Clément Roux/ZEF
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iakumama bedeutet wörtlich „Mutter des Wassers” in der Sprache der Inga. Das indigene Volk lebt im Südosten Kolumbiens und ist vom Drogenhandel und bewaffneten Konflikten betroffen. Das iakumama-Ritual wird von Frauen des Inga-Volkes angewendet und soll den Dialog zwischen Mensch und Natur ermöglichen.

Das danach benannte Projekt „iakumama 2050“ bringt Forschende aus den Bereichen Digitale Geisteswissenschaften und Kulturwissenschaften mit indigenen Wissensproduzierenden in Caquetá zusammen, einem entwaldeten Gebiet im Amazonas-Regenwald im Süden Kolumbiens. Das Projekt ist eine kollaborative, transdisziplinäre Forschungsinitiative, die langfristige Wege zu Umweltfrieden und friedlicher Koexistenz im kolumbianischen Amazonasgebiet untersucht.

Die Forschung basiert auf drei miteinander verbundenen Methoden: Ein KI-basierter Chatbot, der für die Interaktion mit indigenen Wissenssystemen entwickelt wurde. Eine Podcast-Reihe, die Geschichten, Lieder und Reflexionen über die Beziehung der Inga-Nation zur übermenschlichen Natur miteinander verwebt. Die Wiederbelebung eines weiblichen Inga-Rituals, in dem die Kommunikation mit nicht-menschlichen Akteuren eine zentrale Rolle spielt. Alle Phasen des Projekts werden gemeinsam von Forschenden aus Bonn und indigenen Forschenden in Kolumbien entwickelt.

„Inspiriert von den Arbeiten von Bruno Latour ist das Projekt als eine ‚ökopolitische Fantasie oder Vorstellungsübung‘ konzipiert“, sagt Professorin Eva Youkhana, Leiterin der ZEF-Arbeitsgruppe Kultur und politischer Wandel. „In unserem Forschungsprozess werden wir nicht nur aus wissenschaftlicher Perspektive analysieren, sondern auch aktiv alternative Konzepte von Frieden, Natur und der nicht-menschlichen Welt einbeziehen.” Professorin Youkhana leitet das Projekt gemeinsam mit ZEF Senior Researcher Clément Roux.

Die Förderung wurde im Rahmen der Ausschreibung „Open Up – Neue Forschungsräume für Geistes- und Kulturwissenschaften“ der VolkswagenStiftung gewährt. Das Programm richtet sich an Teams aus zwei oder drei Forschenden, die neue und originelle Forschungsgebiete und Wissenskoproduktionen erschließen möchten. Von den 161 eingereichten Vorschlägen wurden schließlich 18 Projekte für eine Förderung ausgewählt.

Das Projekt beginnt im Juli 2026 und läuft über 18 Monate. Das Team wird eng mit Yachaikury zusammenarbeiten, einer indigenen Schule und einem Inga-Forschungszentrum in Yurayako, Caquetá, Kolumbien. Die Feldforschung wird von Waira Jacanamijoy und Flora Macas unterstützt, zwei prominenten Vertreterinnen der Inga-Gemeinden. 

Alma van der Veen
Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF)
Universität Bonn
Tel. 0228/731846
E-Mail: aveen@uni-bonn.de 

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