„Es ist mir eine große Ehre, den renommierten Humboldt-Forschungspreis zu erhalten“, sagt Prof. Shin-ichi Ohta von der Universität Osaka. „Ich bin Professor Karl-Theodor Sturm für seine freundliche Nominierung sehr dankbar.“ Der Mathematiker aus Japan arbeitet an der Schnittstelle von Geometrie und Wahrscheinlichkeit. Er war mehrmals als Gastwissenschaftler an der Universität Bonn und am Max-Planck-Institut für Mathematik in Bonn tätig. Der längste Aufenthalt dauerte zwei Jahre, von April 2006 bis März 2008, und wurde von der Japan Society for the Promotion of Science unterstützt.
„Zu dieser Zeit schloss ich mich Theos Gruppe an, und es war eine sehr aktive Zeit nach Theos einflussreichen Arbeiten zur Einführung der Krümmungs-Dimensions-Bedingung“, berichtet Ohta. „Ich empfinde die Verleihung dieses Preises als Ergebnis dieser langen und fruchtbaren Zusammenarbeit.“ Der Preisträger plant, im Frühjahr oder Sommer nach Bonn zu kommen. „Ich freue mich darauf, wieder mit Theo und seinem Team an der Fortsetzung des Projekts zu arbeiten“, sagt Ohta.
Fundamental neue Konzepte
„Aus der damaligen Zusammenarbeit resultierten fundamentale neue Konzepte und Resultate über optimalen Massentransport und Wärmefluss auf Finslerschen Mannigfaltigkeiten, einer wichtigen und weitreichenden Verallgemeinerung der bekannten Klasse der Riemannschen Mannigfaltigkeiten“, berichtet Prof. Dr. Karl-Theodor Sturm vom Institut für Angewandte Mathematik und dem Exzellenzcluster Hausdorff Center for Mathematics. Einige bedeutsame Fragen seien allerdings seit diesen Tagen ungelöst. „Hier hoffen wir nun auf neue Durchbrüche“, sagt Sturm.
Wichtige Anwendungen finden diese Konzepte beispielsweise in der Analyse großer Datenmengen sowie in kosmologischen Modellen, insbesondere singulären Lorentzsche Raum-Zeit-Geometrien inspiriert durch die Einsteinsche Gravitationstheorie. „Die Verleihung des Humboldt-Forschungspreises an Prof. Ohta ist natürlich auch eine Anerkennung der Strahlkraft der Bonner Mathematik und der internationalen Attraktivität des hiesigen Forschungsschwerpunkts“, sagt Sturm.