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Studienaufbau

Das Studium der Humanmedizin ist in zwei große Abschnitte gegliedert: Die Vorklinik und die Klinik. Im letzten Jahr des Medizinstudiums wird das Praktische
Jahr durchgeführt. Insgesamt dauert das Studium laut Approbationsordnung mindestens 12 Semester und drei Monate.

Vorklinik

In den ersten vier Semestern, der so genannten Vorklinik, liegt der Schwerpunkt auf dem allgemeinen naturwissenschaftlichen Bereich.

So spielen eingangs die Fächer Chemie, Physik und Biologie eine große Rolle. Deren Inhalte werden Ihnen mittels Vorlesungen und intensiver Praktika vermittelt werden.
Anschließend werden die so erworbenen Kenntnisse in den Fächern Physiologie und Biochemie auf die Mechanismen des menschlichen Körpers übertragen.
Vermutlich haben Sie auch schon von dem berühmten Präparierkurs des Medizinstudiums gehört – auch dieser findet in der Vorklinik seinen Platz. Nachdem in der Histologie der mikroskopische Aufbau gesunder menschlicher Gewebe einstudiert wurde, lernen Sie im dritten vorklinischen Semester alle wichtigen Knochen, Muskeln, Organe, Gefäße und Nerven des Menschen durch die eigene Arbeit an einem Leichnam kennen.

Krankenpflegepraktikum

Ihre ersten Erfahrungen im Krankenhaus sammeln Sie durch ein dreimonatiges Krankenpflegepraktikum, das Sie wahlweise vor dem Studium oder in der vorlesungsfreien Zeit in einem Krankenhaus Ihrer Wahl ableisten dürfen.

Erster Abschnitt der Ärztlichen Prüfung

Nach Bestehen aller Einzelprüfungen in den Fachbereichen der Vorklinik können Sie sich beim Landesprüfungsamt zum Ersten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung melden. Mit dieser Prüfung, umgangssprachlich dem „Physikum“, schließen Sie dann die Vorklinik ab. Sie besteht aus einem schriftlichen und einem mündlich-praktischen Teil und deckt alle Fächer der Vorklinik ab.

  

Klinik

Nach dem „Physikum“ beginnt der zweite Abschnitt des Studiums, die so genannte Klinik (5. - 10. Semester). Es geht dann „auf den (Venus-)Berg“, wie man in Bonn so gerne sagt. Während die Kurse der Vorklinik hauptsächlich auf dem Campus Poppelsdorf stattfinden, liegt das Universitätsklinikum, in dem Sie die nächsten Semester verbringen werden, auf dem Bonner Venusberg.

Hier sind die Erkrankungen des Menschen und die Untersuchungs- und Behandlungsmethoden Hauptgegenstände der Lehrveranstaltungen. Neben Vorlesungen, die Ihnen die theoretischen Kenntnisse zu möglichen Krankheiten vermitteln, nehmen Sie auch an zahlreichen Praktika teil, in denen Sie den praktischen Umgang mit Patienten erlernen.

Weitere Informationen...

Die ersten beiden Semester des klinischen Studienabschnitts beinhalten sowohl recht theoretische Fächer wie Humangenetik, medizinische Statistik, medizinische Informatik, Hygiene, Pharmakologie/Toxikologie und Geschichte/Theorie/Ethik der Medizin, als auch praktisch orientierte Bereiche wie Pathologie, Klinische Chemie/Hämatologie und Mikrobiologie/Virologie.
Höhepunkte sind sicherlich die die „GKUs“ („Grundlagen klinischer Untersuchung“), in denen Sie einmal pro Woche nach und nach alle großen Fachbereiche vor Ort kennen lernen und dort entweder direkt am Patienten oder an Übungspuppen im SkillsLab verschiedene Untersuchungsmethoden erlernen.
Sehr beliebt ist auch der Kurs zu Gesprächsführung und Kommunikation. Hier übt man in Rollenspielen, schwierige Gespräche mit Patienten oder Kollegen zu meistern.

Im dritten bis sechsten klinischen Semester liegt der Schwerpunkt darauf, Ihnen die einzelnen medizinischen Fachbereiche näher zu bringen, die jeweils in Form einer Vorlesung und eines ein- bis dreiwöchigen Praktikums in Ihrem Stundenplan vertreten sind. Hierzu zählen die Fächer Innere Medizin, Dermatologie, Augenheilkunde, HNO, Anästhesie, Allgemeinmedizin, Orthopädie, Urologie, Chirurgie, Psychiatrie, Neurologie, Psychosomatik, Frauenheilkunde und Kinderheilkunde.

Des Weiteren lernen Sie viele kleinere Fachbereiche in verschiedenen Seminaren kennen, hierzu zählen Infektiologie/Immunologie, Spezielle Pathologie, Radiologie, Notfallmedizin, Schmerztherapie, Palliativmedizin, Klinische Ethik, Klinische Pharmakologie, Rechtsmedizin, Geriatrie, Rehabilitation/Naturheilverfahren, Gesundheitsökonomie/Gesundheitssysteme/Öffentliche Gesundheit, Arbeits- und Sozialmedizin, Klinische Umweltmedizin und Prävention. Über die nach der Ärztlichen Approbationsordnung geforderten Lehrinhalte hinaus bietet das Bonner Curriculum zusätzlich einige Schwerpunktveranstaltungen wie die oben genannten Untersuchungskurse, den Gesprächsführungskurs, Schmerztherapie, Klinische Ethik sowie Neurochirurgie und Epileptologie im Rahmen des Lehrangebotes der Neurologie.

Spezialisierungsmöglichkeiten

Eine Spezialisierung auf einen Fachbereich ist während des Studiums nicht vorgesehen. Sie können jedoch persönliche Schwerpunkte setzen, indem Sie z.B. Ihre Famulaturen in den Bereichen ableisten, die Sie besonders interessieren. Es handelt sich hierbei um ärztliche Praktika, die bis zum Ende des sechsten klinischen Semesters für eine Dauer von insgesamt vier Monaten nachgewiesen werden müssen. Dazu dient die vorlesungsfreie Zeit.
Weitere Möglichkeiten, sich in einer Disziplin besonders zu engagieren, bieten die Wahlpflichtfächer sowie viele freiwillige Zusatzveranstaltungen, die von den jeweiligen Instituten angeboten werden.
Nicht zuletzt können Sie auch mit dem eigenen Promotionsthema persönliche Schwerpunkte setzen.

Zweiter Abschnitt der Ärztlichen Prüfung | Praktisches Jahr

Nach erfolgreichem Abschluss des Zweiten (schriftlichen) Abschnitts der Ärztlichen Prüfung durchlaufen Sie im letzten Jahr Ihres Studiums das so genannte Praktische Jahr (PJ). Hier haben Sie die Wahl, ob Sie an der Universitätsklinik bleiben, ein anderes Lehrkrankenhaus im Bonner Raum besuchen oder für mehrere Monate ins Ausland gehen möchten, um Ihre Sprachkenntnisse zu erweitern, ein neues Gesundheitssystem kennenzulernen, in Entwicklungsländern zu helfen oder einfach eine aufregende Zeit weit ab der Heimat zu erleben.
Das PJ besteht aus drei Tertialen à 16 Wochen. Je eines der Tertiale muss in der Inneren Medizin und in der Chirurgie geleistet werden, das dritte Tertial dürfen Sie in einem Fachgebiet Ihrer Wahl durchführen.

Dritter Abschnitt der Ärztlichen Prüfung

Am Ende des Studiums wartet dann noch der Dritte Abschnitt der Ärztlichen Prüfung (mündlich-praktisch) auf Sie. Hier wird das gesamte Wissen der Klinik abgeprüft, bevor Sie dann nach sechseinhalb Jahren Ihre Approbation beantragen und sich als Arzt bzw. Ärztin bezeichnen dürfen.

 

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