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Studienprofil

Der Bachelorstudiengang Geowissenschaften ist forschungsorientiert und bietet zahlreiche Spezialisierungsmöglichkeiten. Ziel des 6-semestrigen Bachelorstudiengangs (B.Sc.) ist es, sowohl für den frühen Einstieg in das Berufsleben Wissen und methodische Kenntnisse zu vermitteln, als auch die Wahl fachlicher Schwerpunkte innerhalb der Kernbereiche (s. Tabelle unten) für den Zugang zum Masterstudium zu ermöglichen. Das erste Studienjahr widmet sich zum größten Teil den zugrunde liegenden Naturwissenschaften, welche später mit den Systemen und Prozessen der Erde verknüpft werden. Parallel dazu wird den Studierenden der Arbeitsmarkt in einem Berufskolloquium näher gebracht, um so die Bedeutung der Spezialisierungen aufzuzeigen.

Die vielseitige Umgebung Bonns mit Rheintal (Flußgeschichte) und Niederrheinischer Bucht (Braunkohle), Siebengebirge (Vulkanismus) und Rheinisches Schiefergebirge (Eifel, Bergisches Land, Taunus, Hunsrück) bietet beste Bedingungen für geowissenschaftliche Erkundungen ‚vor der Haustür‘. Darüber hinaus stehen aber auch zahlreiche Exkursionen in viele Teile Europas sowie international auf dem Veranstaltungsplan.

Die Bonner Geowissenschaften setzen sich aus vier Arbeitsgruppen zusammen:

Exogene Prozesse

Allgemeine Geologie, Angewandte Geologie, Umweltgeologie, Hydrogeologie, Sedimentologie
Endogene Prozesse Experimentelle Petrologie, Geochemie, Mineralogie/Kristallografie, Hochdruck / Petrophysik, Strukturgeologie
Geophysik und Geodynamik Geodynamik, Angewandte Geophysik
Paläontologie Vertebratenpaläontologie (Wirbeltiere), Invertebratenpaläontologie (wirbellose Tiere), Paläobotanik, Mikropaläontologie

 

Geologie

Die Geologie ist die Wissenschaft von Struktur, stofflicher Zusammensetzung und dem Aufbau sowie der geschichtlichen Entwicklung des Planeten Erde. Sie untersucht die physikalischen und chemischen Veränderungen an der Oberfläche und beschäftigt sich mit den thermischen und mechanischen inneren Einwirkungen auf die irdische Gesteinshülle, die im Laufe der Erdgeschichte großen Veränderungen unterliegt (Kreislauf der Gesteine).

Exogene Prozesse

Die Allgemeine Geologie beschäftigt sich mit den Grundlagenprozessen des Systems Erde. Neben dem Feld der endogenen Dynamik, die sich mit den inneren Kräften der Erde (Magmatismus, Metamorphose, Gebirgsbildung) befasst, spielen für die direkte menschliche Umwelt die von außen wirkenden Kräfte der exogenen Dynamik eine wesentliche Rolle.

Die Umweltgeologie untersucht die Wechselwirkungen zwischen Mensch und Umwelt und bearbeitet praxisbezogene Aspekte wie Auswirkungen der Rohstoffgewinnung auf die Umwelt, den Eintrag anthropogener Schadstoffe in die natürlichen Systeme und die Verbringung von Abfällen auf und in die Lithosphäre.

Zu den vordringlichen Aufgaben der Hydrogeologie gehören die Erkundung der Grundwasservorräte, deren Erschließung, Nutzung und Schutz. Neben Fragen der Grundwassergewinnung und des Grundwassermanagements bilden zunehmend Probleme des Grundwasserschutzes im Zusammenhang mit der anthropogenen Beeinflussung unserer Umwelt einen wichtigen Forschungsschwerpunkt.

Die Sedimentologie untersucht Ablagerungsprozesse von Sedimenten und interpretiert die raumzeitliche Dynamik von terrestrischen und marinen Ablagerungsräumen im Zusammenspiel mit Meeresspiegelschwankungen, Tektonik und Klima. Sedimente und Sedimentbecken enthalten bedeutende Ressourcen wie fossile Energieträger, Trinkwasser und Rohstoffe (z.B. Erze, Salze, Baustoffe). Zugleich dienen Sedimente als Endlager, als Gasspeicher oder Quelle geothermischer Energie.

Endogene Prozesse

Die Experimentelle Petrologie beschäftigt sich mit der experimentellen, analytischen und theoretischen Modellierung von geochemischen und petrologischen Prozessen im Erdmantel und in der Erdkruste. Ein Schwerpunkt ist die Analyse von magmatischen Prozessen bei sehr hohen Temperaturen. Weitere Arbeitsgebiete sind die Phasengleichgewichte in magmatischen Sulfiden sowie die experimentelle Bestimmung von Elementverteilungen in Metall-Silikat-Sulfidsystemen und ihre Anwendung auf Schmelzbildung im Erdmantel. Gegenstand weiterer Forschung sind die Differentiationsprozesse magmatischer Schmelzen in der Erdkruste.

Die Geochemie beschäftigt sich mit der Anwendung und Entwicklung neuer isotopen- und spurenelementgeochemischer Methoden auf geowissenschaftliche Prozesse auf und in der Erde. Schwerpunkte liegen bei den Prozessen im Erdmantel und in der Erdkruste, der Entstehung des Sonnensystems und der Entwicklung der frühen Erde. Ein weiterer Schwerpunkt liegt - in Kooperation mit der Paläontologie - in der Untersuchung der Geochemie von Dinosaurierknochen sowie der Mineralisationsprozesse fossiler Hölzer.

Die Mineralogie ist die materialbezogene Geowissenschaft. Sie beschäftigt sich mit den Eigenschaften der Materie und deren Rolle in den geologischen Prozessen auf der Erde. Von besonderem Interesse sind die physikalischen Eigenschaften, die chemische Zusammensetzung, die Kristallstruktur, das Vorkommen und die Verbreitung von Mineralen und deren Entstehung in der Natur und der physikalischen und chemischen Bedingungen die zur Bildung und Zerstörung von Mineralen führen.
Das Mineralogische Museum in Bonn beherbergt eine so umfangreiche Mineraliensammlung wie kaum ein anderes Institut in Deutschland. Die Sammlung ist für Studenten unentgeltlich einzusehen.

Die Kristallographie untersucht den mikroskopischen Aufbau kristalliner Feststoffe, insbesondere den Zusammenhang zwischen Struktur und chemischer Zusammensetzung sowie die daraus folgenden physikalischen und technischen Eigenschaften kondensierter Materie. Die Petrologie befasst sich mit der Entstehung, Herkunft und Umwandlung der Gesteine. Im Labor werden die Druck- Temperaturbedingungen, wie sie im Erdinneren herrschen, simuliert (experimentelle Petrologie). In der Geochemie und Kosmochemie wird die Häufigkeit und Mobilität der chemischen Elemente in der Erde, den Meeren, der Atmosphäre und im Weltraum untersucht. Die Meteoritenforschung gibt Hinweise auf die Entstehung des Sonnensystems. Geochemische, insbesondere isotopen-geochemische Untersuchungen geben wichtige Informationen über Stoffkreisläufe im System Erde.

Die Strukturgeologie untersucht die Deformation der Lithosphäre in verschiedenen Skalen, vom mikroskopischen Maßstab bis zu dem der Plattentektonik (Ozeanbildung, Subduktion und Kontinentkollision). Aus der Kenntnis der Erdoberfläche und bestenfalls lückenhaften Untergrund-Informationen (Bohrungen, geophysikalische Sondierungen) wird der Aufbau des Untergrundes prognostiziert. Dies ist besonders für Rohstoff-Prospektion und Tunnelbau, aber auch für die meisten anderen geologischen Arbeitsbereiche von entscheidender Bedeutung. 

Geodynamik/angewandte Geophysik

Die Geodynamik/Angewandte Geophysik ist ein Zweig sowohl der Geowissenschaften als auch der Physik und verwendet physikalische Prinzipien zur Erforschung der Erde. Die Geodynamik in Bonn befasst sich mit der numerischen Simulation von Geoprozessen im Bereich der Lithosphäre. Dazu gehören die Entstehung von Erdbeben und damit zusammenhängend das Auftreten von Nachbeben und die mechanischen Prozesse, die zu vulkanischer Aktivität führen. Die Angewandte Geophysik beschäftigt sich allgemein mit der Erkundung des Erdkörpers mit physikalischen Methoden zu wirtschaftlichen oder unmittelbar gesellschaftlich relevanten Zwecken (z. B. Exploration von Bodenschätzen und Erforschung von Naturgefahren).

Paläontologie

Der Fachbereich Paläontologie im Steinmann-Institut ist eine der wenigen universitären Einrichtungen in der Bildungs- und Forschungslandschaft Deutschlands, die das Fach Paläontologie in seiner gesamten Breite in Forschung und Lehre vertritt. Innerhalb von Nordrhein-Westfalen ist das Bonner Institut und das ihm zugehörige Goldfuß-Museum die größte Einrichtung für Paläontologie. Das Engagement von Wissenschaftlern und Mitarbeitern spiegelt sich in der international hervorragend bewerteten Forschung und der hochqualifizierten Ausbildung des Nachwuchses in einer intensiven Öffentlichkeitsarbeit sowie vielfältigem fachlichen und politischen Einsatz in nationalen und internationalen Verbänden und Gesellschaften wider.

Ein bundesweit einmaliges Kennzeichen der Bonner Paläontologie ist die enge Zusammenarbeit mit zahlreichen biologischen Instituten in Bonn. Der Fachbereich Paläontologie nimmt hier in besonderem Maße seine Brückenfunktion zwischen den Erd- und Lebenswissenschaften wahr.

 

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