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Sie sind hier: Startseite Studium Vor dem Studium Fächer Evangelische Theologie und Hermeneutik (Bachelor) Was sagen unsere Absolventen?

Was sagen unsere Absolventen?

Das sagen ehemalige Studierende der Evangelisch-Theologischen Fakultät: 

  • „Es geht bei der Theologie um den Glauben, um die Grundlagen des Lebens und des Vertrauens, um das, was uns trägt … viel tiefer kann man gar nicht gehen.“ (Edzard „Eddi“ Hüneke, Musiker).
  • „Wenn man die Bibel liest, liest man ganz viel [über] Lebenserfahrung, Glaubensweg, Glaubenserfahrung. Man lernt im Studium, das herauszulesen.“ (Simone Lehnert, Pfarrerin) 
  • „Fragen tauchen natürlich immer wieder im Kontext von Theologie auf. Was bedeutet es eigentlich, einen Menschen wertzuschätzen? Was bedeutet die Kombination Wertschätzung und Wertschöpfung?“ (Dr. Joachim Witte, Personalleiter).

 

Erfahrungsberichte

 

Kontakte zu Alumni
Die Evangelisch-Theologische Fakultät hält Kontakt zu Ihren ehemaligen Studierenden über eine eigene Fachgruppe Evangelische Theologie im Alumni-Netzwerk der Universität. Sie lädt ehemalige Studierende außerdem ein, Mitglied im Verein „Freunde der Evangelisch-Theologischen Fakultät Bonn. Rheinische Gesellschaft zur Förderung der Theologie“ zu werden.

Forum Beruf Evangelische Theologie
Die Evangelisch-Theologische Fakultät veranstaltet gemeinsam mit dem Alumni-Netzwerk der Universität in regelmäßigen Abständen das „Forum Beruf: Evangelische Theologie“ zum Austausch zwischen Alumni und Studierenden der Fakultät, bei dem ehemalige Studierende von ihrem beruflichen Werdegang berichten und ihren aktuellen Arbeitsbereich vorstellen.

Von der Veranstaltung im Wintersemester 2011/12 berichtet Tim Wendorff als studentischer Teilnehmer anschließend in einem Artikel für die Zeitschrift des Vereins der Freunde und Förderer der Fakultät:

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Für manch einen Studierenden scheint der Weg zum Beruf klar vorgegeben zu sein: Pfarrer/Pfarrerin oder Lehrer/Lehrerin heißt das Ziel, das viele Kommilitoninnen und Kommilitonen an die Evangelisch-Theologische Fakultät treibt. Doch was, wenn der Traumberuf im Laufe des Studiums an Attraktivität verliert? Was, wenn die eigene Lebensplanung nicht mit der Personalpolitik der Landeskirche kompatibel ist? Was, wenn nicht ein klarer Berufswunsch, sondern das Interesse an der Theologie, an der wissenschaftlichen Beschäftigung mit biblischen und außerbiblischen Texten, alten Sprachen, Kirchengeschichte, Ethik, Dogmatik und religiöser Praxis hinter der Wahl des Studienfaches steckten? Nicht jeder, der hier studiert, will ins Lehr- oder Pfarramt. Und nicht jeder, der ein Kirchen- oder Staatsexamen abgelegt hat, ergreift tatsächlich den entsprechenden Beruf. Auch abseits dieser klassischen Wege gibt es vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten für Theologinnen und Theologen, innerhalb und außerhalb der Kirche. Die Wege dorthin sind allerdings nicht immer gradlinig und individuell verschieden.

Am 19. Januar 2012 lud die Bonner Evangelisch-Theologische Fakultät gemeinsam mit dem Alumni-Netzwerk der Universität Bonn Studierende aller Studiengänge der Fakultät zum sogenannten Forum Beruf ein. Alumni stellten in Vorträgen ihren persönlichen Werdegang vor und anschließend gab es Zeit für die Studierenden, den Referenten im persönlichen Gespräch Fragen zu stellen. Den Anfang machte Prof. Dr. Gotthard Fermor. Er ist Direktor des Pädagogisch-Theologischen Instituts der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) in Bonn und lehrt an der Evangelischen Fachhochschule (EFH) in Bochum. Nach dem Studium war es vor allem kontinuierliche Beschäftigung mit wissenschaftlicher Forschung, v.a. im Bereich der praktischen Theologie, und der Kulturarbeit, die ihm nach Studium und Vikariat die Möglichkeit gab, in der Lehre Fuß zu fassen. Neben der Ausbildung von Gemeinde- und Sozialpädagogen an der EFH gehören vor allem Fortbildungen von Lehrerinnen und Lehrern und die Leitung des Pädagogisch-Theologischen Instituts zu seinen Aufgaben. Als einzige der Referenten im klassischen Pfarramt tätig ist Simone Lehnert, Pfarrerin in der Kirchengemeinde zu Düren (EKiR). Dass es einmal so weit kommen würde, war für die gebürtige Westfälin allerdings keineswegs immer selbstverständlich. Nachdem die rheinische Landeskirche ihr nach Vikariat und zweitem Examen keine Übernahme in den Pfarrdienst anbieten konnte, orientierte sie sich anders. So war sie zuletzt als Öffentlichkeitsreferentin im westfälischen Kirchenkreis Coesfeld-Steinfurt-Borken tätig und mit dieser Aufgabe durchaus glücklich, bevor sie eher zufällig über die Ausschreibung ihrer jetzigen Stelle stolperte. Das Stellenprofil (Schwerpunkte auf Jugend- und Öffentlichkeitsarbeit) sagte ihr zu, sodass sie sich ohne Zwang bewarb – und prompt gewählt wurde. Als Fazit ihres Lebenslaufes bleibt: Es war nicht immer gradlinig, aber stets aufrichtig, sich nicht verbiegen für einen bestimmten Beruf, sondern die Augen offen halten und schauen, was einen noch interessieren könnte, damit sei sie immer gut gefahren.

Auch Sven Waske, Oberkirchenrat der EKD und Leiter der dortigen Online-Redaktion, hat seine Interessen neben dem Pfarrberuf stets im Auge behalten. Schon neben dem Studium war er immer journalistisch tätig, hat für verschiedene Medien im Print- und Rundfunkbereich v.a. über Kirchenthemen berichtet. Trotzdem wurde er erst mal Pfarrer, nach dem Vikariat arbeitete Waske als Gemeindepfarrer mit einem Schwerpunkt in der Öffentlichkeitsarbeit und später in der Krankenhausseelsorge. Und Pfarrer ist er auch immer noch, von der rheinischen Kirche allerdings freigestellt, um seinen (zeitlich befristeten) Dienst im Kirchenamt der EKD in Hannover zu leisten. Als Leiter der Online-Redaktion der EKD ist er für den offiziellen Internetauftritt ekd.de zuständig und koordiniert die Internetarbeit innerhalb des Protestantismus. Dazu gehört es, Strategien für die Kirche zu entwickeln, wie sie sich im Netz präsentiert, welche Kanäle bestimmte Einrichtungen nutzen sollten.

Als vierter Referent war Stefan Hofmann beim Forum Beruf zu Gast. Anders als die anderen drei hat sein heutiges Arbeitsfeld mit der Kirche gar nichts mehr gemein. Schon im Studium hat Hofmann viel in der freien Wirtschaft gejobbt, u.a. Kartons gepackt und Lakritzschnecken gerollt. Als die Ausbildung dann langsam zu Ende ging wurde ihm klar, dass seine Zukunft nicht in der Kirche liegt. Über eine Stelle als Werbetexter bei einer Tochter der Firma Birkenstock kam er dann ins Marketing, wobei ihm der im Studium erworbene Umgang mit Sprache sicher hilfreich war, den größten Teil seines Handwerks musste er aber neu lernen. Trotzdem fand er hier seine Profession, nach einem kurzen Intermezzo bei einem großen Farbenhersteller ist er heute als Marketingleiter bei der Firma MOONICH in der Nähe von München tätig.

Auch wenn ihre Lebenswege unterschiedlich sind: Keiner der vier hat es bereut, in Bonn Theologie studiert zu haben. Und genau das war auch die Botschaft, die sie den Studierenden mitgeben konnten: Das Studium lohnt sich, nur sollte man nicht alles auf eine Karte setzen. Sie machten Mut, neben dem Studium auch Hobbies am Leben zu halten, mit Nebenjobs und Praktika in andere Berufsfelder zu schnuppern. Nicht die Einhaltung der Regelstudienzeit sei entscheidend dafür, ob man später einen Beruf findet, der einem Freude bereitet, sondern vor allem die Offenheit, Anderes auszuprobieren und eigene Stärken zu erkennen. Niemand kann wissen, ob nach mehreren Jahren Studium der Beruf des Lehrers oder Pfarrers noch immer der Traumberuf ist und ob Länder und Kirchen dann gerade auf der Suche nach Nachwuchskräften sind, aber fast jeder kann auch abseits vom klassischen Weg Aufgaben finden, die neben einem monatlichen Einkommen auch das Gefühl geben, etwas Sinnvolles zu tun, und die auch Spaß zu machen.

Tim Wendorff, Student der Evangelischen Theologie

 

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