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Allgemeine Hinweise

Erfahrungsgemäß empfinden sich nicht alle Menschen mit einer gesundheitlichen Beeinträchtigung als „behindert“ und bemühen sich – teils mit großem Kraft- u. Energieaufwand -, ihr Leben so „normal“ wie möglich zu bewältigen, nicht aufzufallen und scheuen sich, Hilfs- oder Beratungsangebote in Anspruch zu nehmen – evtl. auch aus Sorge vor Ausgrenzung oder negativen Konsequenzen. Das kann zwar auch zum Erfolg führen, aber meist macht man es sich damit viel schwerer als unbedingt nötig, belastet sich zusätzlich und verzichtet auf Möglichkeiten und Rechte, die einem eigentlich zustehen. 

Denn auch chronische oder psychische Erkrankungen, Teilleistungsstörungen wie Legasthenie/Dyskalkulie oder andere längerfristige Beeinträchtigungen sind Formen von Behinderungen und wirken sich nicht weniger stark im Studium aus als Körper- und Sinnesbeeinträchtigungen – aber eben anders. Das zu erkennen und in den Konsequenzen anzuerkennen ist für Lehrende, Beratende sowie für Mitstudierende oft nicht einfach - für Sie selbst vielleicht auch nicht.
 
Wann gilt jemand als "behindert"?

Definition gemäß § 2 Abs. 1 Sozialgesetzbuch(SGB) Neuntes Buch (IX): 

"Menschen mit Behinderungen sind Menschen, die körperliche, seelische, geistige oder Sinnesbeeinträchtigungen haben, die sie in Wechselwirkung mit einstellungs- und umweltbedingten Barrieren an der gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate hindern können. Eine Beeinträchtigung nach Satz 1 liegt vor, wenn der Körper- und Gesundheitszustand von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweicht. Menschen sind von Behinderung bedroht, wenn eine Beeinträchtigung nach Satz 1 zu erwarten ist."

Studieren mit Behinderung - gehöre ich dazu?

 
"Behinderung" bedeutet im Studium auch viel mehr als die "Amtlich anerkannte Schwerbehinderung" im arbeitsrechtlichen Sinne. Die Anerkennung bzw. der Besitz eines Schwerbehindertenausweises kann für die Beantragung von Unterstützungsmaßnahmen daher zwar hilfreich sein, ist aber nicht zwingend erforderlich.
 
Die nachfolgenden Informationen sollen Ihnen daher einen ersten Überblick zu ausgewählten Themenbereichen verschaffen.
Doch auch das beste Informationsangebot kann nicht alle individuellen Fragen beantworten. Deshalb ist es sinnvoll und empfehlenswert, schon frühzeitig Kontakt zu wichtigen Ansprechpartner*innen u. Beratungsstellen aufzunehmen, die vertraulich und lösungsorientiert hilfreiche Tipps geben und gemeinsam mit Ihnen Strategien und Lösungsmöglichkeiten abstimmen können.
 

Wer mit einer gesundheitlichen Beeinträchtigung ein Studium aufnehmen möchte, hat neben der Bewältigung der alltäglichen Herausforderungen Einiges zu beachten. Da manche beeinträchtigungsbedingten Belange im aktuellen Studiensystem nicht ausreichend berücksichtigt werden können, sollte die Entscheidung für ein Studium sehr gut vorbereitet werden. Schon bei der Wahl der geeigneten Hochschule sind je nach Art der Behinderung bzw. Erkrankung Faktoren wie Barrierefreiheit, Studien- und Beratungsangebot sowie Studierbarkeit von wesentlicher Bedeutung.

Informationen zum Studien- und Beratungsangebot der Universität Bonn finden Sie bei der Zentralen Studienberatung sowie bei der Fachstudienberatung.

Die Wahl des geeigneten Studienganges hängt ebenfalls von verschiedenen Kriterien ab. Die Universität Bonn bietet in sieben Fakultäten insgesamt ca. 40 (Teil-)Bachelor- und fast 60 konsekutive und weiterbildende Masterstudiengänge an. Daneben werden einige Studiengänge mit einem staatlichen oder - in den Theologien - mit einem kirchlichen Examen abgeschlossen.

Um herauszufinden, welcher Studiengang für Sie der „Richtige“ ist, können Sie das Onlineportal „Studienscout Academicus nutzen, das neben fachspezifischen Online-Self-Assessments (= Studienorientierungstests) auch alle relevanten Fakten zu den Studiengängen sowie wichtige Informationen rund um das Studium in Bonn bietet.

Neben den Inhalten u. Qualifikationszielen sind aber auch die Zulassungskriterien von Bedeutung. Bei Fragen zur Bewerbung und Einschreibung wenden Sie sich bitte zunächst an das Studierendensekretariat.

Behinderte oder chronisch kranke Studieninteressierte können unter bestimmten Voraussetzungen zusätzlich zum formellen Zulassungsantrag Sonderanträge stellen. Bei der Prüfung dieser Sonderanträge werden zwar sehr strenge Maßstäbe angelegt, aber in begründeten Einzelfällen ist eine Verbesserung der Zulassungschancen möglich.

Darüber hinaus sind mögliche Einschränkungen bei der Organisation des Studiums zu bedenken. Auch im Hinblick auf Studien- und Prüfungsleistungen können individuelle Nachteilsausgleiche beantragt werden. In jedem Falle ist es sinnvoll, schon frühzeitig den Kontakt zu wichtigen Ansprechpartnern aufzunehmen, die Hilfestellung bei Problemen geben können.

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