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Datum: 01.05.2020

Katastrophenvorsorge und -management: Ein Alumnus berichtet aus seinem Berufsalltag

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Der berufsbegleitende Masterstudiengang „Katastrophenvorsorge und -management“ (KaVoMa) richtet sich an Fach- und Führungskräfte aus dem Bevölkerungs- und Katastrophenschutz. Die Studierenden und Alumni haben in der gegenwärtigen Lage besonders viel zu tun. Einer von ihnen berichtet in unserer Serie "Lebenszeichen" von seinem Alltag in der Corona-Pandemie.

Die Studierenden und Alumni des berufsbegleitenden Masterstudiengangs „Katastrophenvorsorge und –management“ (KaVoMa) arbeiten in Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS), KRITIS-Unternehmen (z.B. Krankenhäuser, Energieversorger) und anderen Bereichen der Zivilgesellschaft.

Gerade in der gegenwärtigen Lage (Covid-19) stehen die Studierenden und Alumni unter einer hohen Arbeitsbelastung, da sie meist in den genannten systemrelevanten Berufsfeldern tätig sind. Um einen Einblick in deren gegenwärtige Tätigkeiten zu bekommen, haben wir mit Johannes Hartl gesprochen, der Alumnus des 4. KaVoMa-Jahrgangs ist. Johannes Hartl ist Senior Experte im Notfall-/Krisenmanagement der Deutschen Telekom.

Wie sind Sie gegenwärtig in die Bewältigung der Corona-Lage eingebunden? 

Johannes Hartl: Der Ausbruch von Corona beschäftigt uns bereits seit Januar 2020, seitdem nimmt es fast 100% meiner Arbeitszeit ein. Im Notfall-/Krisenmanagement der Deutschen Telekom AG koordinieren wir alle notwendigen Maßnahmen national wie international, zusammen mit den Notfall-/Krisenstäben unserer Tochtergesellschaften weltweit, vom asiatischen Raum bis hin nach Brasilien. 

Wie hilft Ihnen in der gegenwärtigen Lage ihr absolviertes KaVoMa-Studium aus inhaltlicher Sicht?

Mir hilft insbesondere das gelernte Wissen über strukturiertes Krisenmanagement, Reaktionsebenen und Führungsmethoden. Dazu kommen noch die Inhalte meiner Masterarbeit, die sich mit der Pandemieplanung in KRITIS-Unternehmen der Telekommunikation beschäftigt hat.

Welche Kompetenzen werden von Ihnen abverlangt? 

Die Themen sind vielfältig, von den rein medizinischen Fragestellungen bis hin zu rechtlichen Aspekten. Alles geschieht, um unsere MitarbeiterInnen, KundInnen und Services bzw. Dienstleistungen unserer kritischen Infrastruktur zu schützen. Gerade in diesen Zeiten muss das Telekommunikationsnetz stabil sein.

Was lernen wir bereits jetzt bzw. welche Anforderungen werden an eine zukünftige Katastrophenvorsorge nach der Corona-Lage gestellt („lessons learned“)?

Es zeigt sich, dass insbesondere drei Dinge in einer derartigen Situation helfen:  

Gute und etablierte Reaktionsstrukturen, die auf der jeweiligen Ebene die strategischen und operativen Aufgabenstellungen bearbeiten bzw. entsprechend notwendige Entscheidungen herbeiführen.

Vorabdefinierte Pandemie- und Business Continuity-Pläne, die uns nun als Werkzeuge zur Bewältigung der Lage dienen.

Methodisch gut trainierte NotfallmanagerInnen, die gemeinsam die Themen erarbeiten und entscheiden, welche bei einer Pandemie eben nicht planbar sind.

Vielen Dank, Herr Hartl!

 

Über KaVoMa

Ein berufsbegleitendes Studium wie KaVoMa erfordert umfangreiche Kompetenzen, besonders in den Bereichen der zeitlichen Organisation des Studiums neben Beruf und Privatleben. In der gegenwärtigen Lage ist ein berufsbegleitendes Studium für die Studierenden noch herausfordernder. Da das Lehr- und Lernkonzept von KaVoMa das sogenannte „blended learning“ ist (Kombination von Präsenzveranstaltungen und Selbstlernphasen), hat der Studiengang bereits seit einigen Jahren Erfahrungen mit digitalem Lernen sammeln können (z. B. Bereitstellung von Lernmodulen für die Selbstlernphase, digitale Abgabetools). Auch Erfahrungen mit digitaler Lehre konnten in Form von Webinaren gesammelt werden, die jedoch nur vereinzelt durchgeführt werden. Nun wird das „blended learning“ temporär auf ein „digitales Blending“ umgestellt, das heißt auch die Präsenzveranstaltungen, die normalerweise an der Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz (AKNZ) in Ahrweiler stattfinden, werden - sofern möglich - digital durchgeführt.

Seit 2006 wird der Masterstudiengang von der Universität Bonn in Kooperation mit dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) angeboten. 

Mehr Informationen zu KaVoMa finden Sie unter www.kavoma.de 

 

Über Johannes Hartl

Johannes Hartl ist Senior-Sicherheitsexperte bei der Deutschen Telekom. Nach dem Informatikstudium arbeitete er zehn Jahre als Anforderungsmanager, Softwarearchitekt und Projektleiter in der IT-Abteilung der Telekom. Inspiriert durch sein ehrenamtliches Engagement im Deutschen Roten Kreuz absolvierte er den berufsbegleitenden Masterstudiengang KaVoMa an der Universität Bonn. Anschließend wechselte er in die Sicherheitsabteilung der Telekom und ist u.a. für die Fortentwicklung der Notfall-/Krisenmanagementprozesse des Konzerns verantwortlich. Neben seiner hauptberuflichen Tätigkeit ist er Dozent an der Universität Bonn im Studiengang KaVoMa (Lehrmodul Schutz kritischer Infrastrukturen), Dozent an der Steinbeis Hochschule Berlin (Studiengang Notfall-/Krisenmanagement) und Ausbilder für Krisenmanager und Führungskräfte beim Deutschen Roten Kreuz (Generalsekretariat Berlin und Landesverband Bayern). 

 

 

Lebenszeichen – Wir bleiben im Gespräch! 

Das Dezernat für Hochschulkommunikation veröffentlicht unter dem Titel: „Lebenszeichen – Wir bleiben im Gespräch!“ Beiträge aus der Universität Bonn, die unter dem Eindruck der Bekämpfung des Coronavirus und der daraus resultierenden Bedingungen entstanden sind. Als Bildungseinrichtung will die Universität Bonn damit auch in schwierigen Zeiten im Diskurs bleiben und die universitäre Gemeinschaft fördern. In loser Folge erscheinen dazu auf der Website der Universität Bonn Beiträge von Universitätsangehörigen, die das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten, Dialoge in Gang setzen, Tipps und Denkanstöße austauschen wollen. Wer dazu beitragen möchte, wendet sich bitte an das Dezernat für Hochschulkommunikation, [Email protection active, please enable JavaScript.].

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