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Datum: 23.12.2015

Isabel Schnabel forscht und lehrt nun an der Uni Bonn Professorin für Finanzmarktökonomie ist Mitglied der „Wirtschaftsweisen“

Prof. Dr. Isabel Schnabel wechselte von der Universität Mainz an die Bonner Alma mater. Die Ökonomin ist Mitglied des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, der die Bundesregierung berät. Ihr Spezialgebiet sind Banken- und Finanzkrisen.

Die Wissenschaftlerin ist eine gefragte Expertin: Sie lehrt und forscht auf dem Gebiet der Finanzmarktökonomie, die sich unter anderem mit Bankenkrisen und der Finanzierung von Unternehmen und Haushalten aus volkswirtschaftlicher Sicht befasst. Statistische Fragen zählen zu ihrem Spezialgebiet – die Wissenschaftlerin arbeitet vor allem empirisch auf Basis von Daten. Die Ökonomin steht mit einem Bein fest in der Grundlagenforschung, mit dem anderen in der Politikberatung.

Seit 2014 ist Prof. Schnabel Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und gehört damit zu den fünf Wirtschaftsweisen, die die Bundesregierung beraten. Das Gremium ist nach Ansicht der Professorin kein zahnloser Tiger: „Wir sind gut vernetzt: In den Ministerien und im Kanzleramt stehen uns die Türen offen, damit wir an die erforderlichen Informationen herankommen.“ Darüber hinaus steht das Jahresgutachten immer im Schlaglicht der Medien. „Der Sachverständigenrat hat einen großen Einfluss auf die öffentliche Meinung.“

Aussagen des Sachverständigenrats sind wissenschaftsbasiert

Anspruch des Gremiums ist, dass die Aussagen des Sachverständigenrates wissenschaftsbasiert sind. „Jede Zahl muss entsprechend unterfüttert sein“, sagt Prof. Schnabel. Das Gutachten dreht sich nicht nur um das Wachstum des Bruttoinlandprodukts. Im aktuellen Werk berücksichtigen die „Weisen“ unter anderem auch die Auswirkungen der Flüchtlinge auf die Ökonomie in Deutschland. „Wenn es gelingt, die Zuwanderung zu begrenzen, bleiben die Kosten für den Staat tragbar“, zieht Prof. Schnabel ein Fazit.

Deutschland nehme die Flüchtlinge aus humanitären und nicht aus wirtschaftlichen Gründen auf, macht die Wissenschaftlerin deutlich. Positive ökonomische Effekte hingen davon ab, wie gut es gelinge, die Asylsuchenden in den Arbeitsmarkt zu integrieren. „Es sind viele Menschen, aber es ist zu schaffen!“, sagt Prof. Schnabel.

Acht Jahre lang hatte sie eine Professur für Finanzökonomie an der Universität Mainz inne. Als der Ruf aus Bonn kam, zögerte sie keine Sekunde: „Die Wirtschaftswissenschaften an der Universität Bonn zählen zu den besten in Deutschland.“ Wer solch eine Möglichkeit bekomme, könne gar nicht nein sagen. „Das Forschungsumfeld ist toll und die Kollegen sind sehr nett“, sagt Prof. Schnabel.

Die Wissenschaftlerin befasste sich auch mit historischen Finanzkrisen. „Es gibt zahlreiche Parallelen zu aktuellen Ereignissen: Auch im Jahr 1931 wurden viele Banken durch den Staat gerettet“, berichtet Prof. Schnabel. Offensichtlich ahnten dies die Geldinstitute schon zuvor. Wie die Untersuchungen der Ökonomin zeigten, verhielten sich die Finanzhäuser äußerst riskant, weil sie sich auf das Eingreifen des Staates verließen. Eine nach wie vor aktuelle Frage ist, wie sich solches Verhalten vermeiden lässt. Deshalb suchen Wissenschaftler und Politiker gemeinsam nach Wegen, wie die Eigentümer und Gläubiger der Banken künftig stärker am Risiko beteiligt werden können, damit am Ende der Steuerzahler nicht alleine haften muss.

Zahlreiche Auslandsaufenthalte

Isabel Schnabel, geborene Gödde, wurde am 9. August 1971 in Dortmund geboren. Sie studierte Volkswirtschaftslehre in Mannheim und absolvierte mehrere Auslandsaufenthalte in Paris, Sankt Petersburg und in den USA (unter anderem an der Harvard University). Nach der Promotion arbeitete sie am Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern in Bonn. Im Jahr 2007 nahm sie den Ruf auf eine Professur in Mainz an. 2014 wurde sie im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung Nachfolgerin von Claudia Maria Buch, die als Vizepräsidentin zur Deutschen Bundesbank wechselte. Seit kurzem lehrt und forscht sie an der Universität Bonn.

Kontakt für die Medien:

Prof. Dr. Isabel Schnabel
Institut für Finanzmarktökonomie und Statistik
Universität Bonn
Tel. 0228-739228
E-Mail: isabel.schnabel@uni-bonn.de

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