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Datum: 24.09.2019

Neue Ausstellung: Groß, größer, Dinosaurier Gigantismus-Forschung: Prof. Dr. Martin Sander kuratiert neue Ausstellung im Museum Koenig.

Einzigartige Dinosaurier-Skelette zeigt das Zoologische Forschungsmuseum Koenig – Leibniz-Institut für Biodiversität der Tiere (ZFMK, Museum Koenig) ab dem 28. September 2019. In dieser neuen Ausstellung werden erstmals in Europa in Kooperation mit dem Sauriermuseum Aahtal bei Zürich insbesondere Dinosaurierfunde aus Europa gezeigt, darunter das 27 Meter lange Originalskelett des Sauropoden “Arapahoe”. Es ist das längste Originalskelett eines Dinosauriers in Europa. Durch außerordentliche Schaustücke, darunter mehrere Original-Skelette, wird ein sonst schwer zugänglicher Forschungsbereich erlebbar: die Grundlagenforschung zum Thema Gigantismus. Kurator der Ausstellung ist Prof. Dr. Martin Sander, Professor für Wirbeltierpaläontologie am Institut für Geowissenschaften der Universität Bonn. Die Ausstellung läuft bis zum 21. Juni 2020.

Die Ausstellung präsentiert die Gigantismus-Forschung: Wie konnten die Dinosaurier ihre einzigartige Größe erreichen? Das ist die Leitfrage, um die sich die kommende Schau im Museum Koenig dreht. Sauropoden oder Langhalsdinosaurier erreichten 80 Tonnen Lebendgewicht und wurden bis 40 Meter lang. Aber auch Raubsaurier wie Tyrannosaurus rex waren viel größer als heutige Raubtiere. Sauropoden waren die größten Tiere, die jemals über die Erde liefen und sie waren über die lange Zeitspanne ihrer Existenz von etwa 150-160 Millionen Jahren über die ganze Welt verbreitet. Langhalsdinos zählen also zu den höchst erfolgreichen Lebensformen überhaupt und sie waren nicht etwa eine Fehlentwicklung der Evolution.

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Arapahoe trifft Toni: 27 Meter Länge neben zwei Metern Sauropodenbaby
Veranschaulicht wird das Ausstellungsthema durch das 27 Meter lange Originalskelett des Sauropoden “Arapahoe”, dem längsten Originalskelett eines Dinosauriers in Europa. Neben diesem Unikat wird auch ein kleines Jungtier, das Sauropodenbaby “Toni” gezeigt. Es ist mit zwei Metern Länge eher ein Riesenbaby. Die Ausstellung geht zurück bis zum Beginn des Gigantismus in der späten Trias-Zeit vor 220 Millionen Jahren, nämlich zum größten bekannten Plateosaurus-Skelett, das etwa acht Meter lang ist. Plateosaurus ist Vorfahre der Sauropoden, der an vielen Stellen in Mitteleuropa gefunden wurde.
Tyrannosaurus rex wird in der Bonner Ausstellung repräsentiert durch eine Kopie seines furchteinflößenden Schädels sowie durch ein Skelett (Abguss) des Jungtieres “Tinker”. Außerdem gibt es die Skelette des Räubers Allosaurus und eines Stegosauriers zu sehen, die zusammen mit “Arapahoe” und “Baby Toni” ausgraben wurden.

Die Exponate stammen vor allem aus dem Sauriermuseum Aathal bei Zürich, das eine der besten Dinosaurier-Sammlungen Europas durch eigene Grabungen in den Jura-zeitlichen Ablagerungen von Wyoming (USA) zusammengetragen hat. Weitere Leihgeber sind das Sauriermusum Frick, ebenfalls Schweiz, und das Goldfuß-Museum der Universität Bonn. Die Ausstellung wurde ermöglicht durch die Zusammenarbeit mit dem Institut für Geowissenschaften, Abteilung Paläontologie der Uni Bonn und dem Sauriermuseum Aathal, Schweiz.

Der Gigantismus der Langhalsdinosaurier
Die Exponate der Ausstellung führen die Besucher zu den Fragen der Wissenschaft: Wie entstand der Gigantismus der Langhalsdinosaurier? Was ermöglichte ihn? Welche Forschungsergebnisse trugen zu den Antworten bei? Wie funktionierte der Organismus dieser größten Landtier? Einige Ergebnisse der Forschungsarbeit unter Leitung der Universität Bonn sind die wissenschaftliche Grundlage der Ausstellung. In einem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft acht Jahre lang geförderten Forschungsprojekt wurde gezeigt, dass der Gigantismus der Sauropoden in ihrer einzigartigen Biologie begründet war. Im Museum Koenig ist zu sehen, dass sie eine Lunge wie die heutigen Vögel hatten, dass sie so schnell wachsen konnten wie heutige Säugetiere und dass sie aus erstaunlich kleinen Eiern schlüpften.

„Auch wenn das Museum Koenig keine eigene Paläontologie betreibt, so sind doch die Forschungsergebnisse von den Lebewesen und Lebewelten der geologischen Vergangenheit für unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unerlässlich“ freut sich Prof. Dr. Bernhard Misof, kommissarischer Leiter des ZFMKs über die spektakuläre Exposition in seinem Haus. Misof ist Inhaber des Lehrstuhls für Molekulare Biodiversitätsforschung an der Universität Bonn.

Im März 2004 hatte die Deutsche Forschungsgemeinschaft die Forschungsgrupp 533 "Biologie der sauropod Dinosaurier: Die Evolution des Gigantismus" eingerichtet. Prof. Martin Sander von der Universität Bonn war ihr Sprecher bis zum Abschluss dieses Projektes im Jahr 2012. Die Ziele waren erstens, diese riesigen Fossilien als lebende Tiere zu verstehen und zweitens die Frage zu beantworten, wie sie ihre enorme Größe erreichen konnten. Die Datengrundlage bestand aus fossilen Skeletten, der Knochenmikrostruktur, fossilen Eiern und aus der Chemie der Knochen. Der Vergleich mit lebenden Tieren wurde ebenfalls herangezogen, etwa zur Verdaulichkeit von Futterpflanzen, von denen viele noch heute wachsen. Ein Ergebnis: Sauropoden waren als Individuen energetisch effizienter als andere Dinosaurier oder Säugetiere gleicher Größe. Die abschließende Forschungsperiode führte zu der Erkenntnis, dass dieser paläobiologischer Ansatz viel Potential für zukünftige Forschung zur Evolution der Tetrapoden bietet.

Die Welt nach den Dinosaueriern verstehen lernen
Prof. Dr. Martin Sander: „Indem Wissenschaftler die Faktoren verstehen und vermitteln, die den Gigantismus der Sauropoden ermöglichten, konnte geklärt werden, was die Körpergröße von Säugetieren begrenzte. Durch die Untersuchung von Dinosauriern lernten wir etwas über die Säugetierevolution im Allgemeinen und über uns Menschen. Die Erforschung des Dinosaurier-Gigantismus lässt uns die Welt nach den Dinos verstehen, zu der wir schließlich selbst auch gehören.“

Kurator
Prof. Dr. P. Martin Sander
Abt. Paläontologie, Institut für Geowissenschaften
Universität Bonn, Nussallee 8, 53115 Bonn
Tel. 0049-228-73-3105, E-Mail: [Email protection active, please enable JavaScript.]

Ansprechpartnerin Museum Koenig
Sabine Heine,
Abteilungsleiterin Öffentlichkeitsarbeit
Tel: 0049-228-9122-215, E-Mail: [Email protection active, please enable JavaScript.]

Weitere Information zum Thema
www.paleontology.uni-bonn.de
www.sauropod-dinosaurs.uni-bonn.de
www.oep-bio.uni-bonn.de

Dauer der Ausstellung und Öffnungszeiten
Die Ausstellung ist vom 28.09.2019 bis zum 21.06. 2020 zu sehen während der üblichen Öffnungszeiten des Museums Koenig, dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr, mittwochs bis 21 Uhr, feiertags bis 18:00 Uhr.

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