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Datum: 17.08.2018

„Hofgartengalerie“ statt Graffiti Der Bauzaun im Hofgarten soll bald ansehnlicher werden

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Die gute Nachricht war, dass endlich Bewegung in die lange geplante Sanierung der Uni-Tiefgarage kommt. Im Dezember 2017 begann der Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) NRW mit den vorbereitenden Maßnahmen für das Großprojekt. Die schlechte Nachricht gab es dann Anfang Januar, als der Bauzaun für die Großbaustelle errichtet wurde: gut 500 Meter ist er lang, drei Meter hoch und aus massiven, blütenweiß gestrichenen Stahlteilen zusammengesetzt.

Bauzaun im Hofgarten (Hochformat)Was für die einen ein offenbar erforderlicher Schutz für eine Baustelle mitten in der Stadt ist, haben andere als Einladung verstanden, sich „künstlerisch“ zu betätigen. Schon kurz nach der Errichtung haben unbekannte Täter auf dem Bauzaun ihre Graffiti hinterlassen. Seitdem werden fast jeden Morgen neue gesprühte „Duftmarken“ an der langen Wand im Hofgarten gesichtet. Die schon durch den Zaun selbst verschandelte Sicht auf das barocke Hauptgebäude wird so zusätzlich getrübt – und das regt viele auf. Auch in der Universität!

"Ausgerechnet im Jubiläumsjahr..." wird mancher gedacht haben, aber eine Verschiebung der lange herbeigesehnten Sanierungsmaßnahme war natürlich auch keine Option.

Schon früh hat sich die Universitätsverwaltung an den BLB NRW gewandt, um mögliche Lösungen für die Situation zu besprechen. Doch auch der BLB ist nicht der Eigentümer des Bauzauns. Vielmehr hat er den Zaun bei einer Firma in Norddeutschland gemietet.


Bemalen verboten!

Die Universität Bonn wandte sich dann zunächst erfolglos an die Eigentümer-Firma, um die Erlaubnis für die Gestaltung des Bauzauns zu erwirken. Nach langem Schweigen kam dann die Antwort über den BLB: Legal könne dort auch von der Universität keine Farbe aufgebracht werden. Der Zaun dürfe nach dem Willen des Eigentümers weder beklebt, bemalt noch besprüht werden. Auch das Anbringen zusätzlicher Bohrungen (zum Beispiel zur Befestigung von Transparenten) würde nicht toleriert und Schadenersatzforderungen nach sich ziehen.

Schließlich wurde eine Lösung gefunden, die die genannten Verbote umgeht, und doch eine zumindest teilweise „Neudekoration“ des Bauzauns ermöglicht. Dazu können bestehende Bohrungen verwendet werden, so dass der Zaun nicht tangiert wird. Ein Testtransparent hängt bereits seit Anfang Juli und hat selbst die extreme Augusthitze gut überstanden.

„Hofgartengalerie“ mit studentischer Beteiligung

In den kommenden Wochen sollen Großtransparente mit Motiven aus dem Universitätsgeschehen auf dem Zaun angebracht werden. Auch eine Kunstaktion der Studierendenschaft, die sich an der Gestaltung beteiligt, ist fest eingeplant.

Aufgrund der unregelmäßigen Lage dieser Bohrungen ist eine gleichmäßige Hängung nicht möglich, auch keine flächendeckende Bespannung (auch wegen Türen und Lampen, die freibleiben müssen). Entlang des Zauns wird eine Art „Hofgartengalerie“ entstehen, mit gelegentlich wechselnden Motiven aus dem Universitätsleben. Rechtzeitig zur der Jubiläumsfeier am 18. Oktober 2018 sollen die ersten Transparente hängen.
 

Bauzaun am Hauptgebäude
Bauzaun mit (illegalen) Graffiti und (legalem) Test-Transparent der Universität. Foto: Andreas Archut/Uni Bonn

Zum Hintergrund der Baumaßnahme

Die Eigentümerpflichten für die aus dem Jahr 1969 stammende Tiefgarage werden ebenso wie beim Hauptgebäude selbst durch den Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW wahrgenommen, der diese Aufgabe auch für alle übrigen Uni-Gebäude wahrnimmt.
Die Uni-Garage ist marode und darum aus Sicherheitsgründen geschlossen. Im Zuge der Arbeiten werden die Zwischendecke der beiden Garagengeschosse und die Bodenplatte im Untergeschoss erneuert. Dazu muss das alte Material herausgebrochen und abtransportiert werden. Geplant sind unter anderem auch die komplette Erneuerung der Beleuchtung, der Videoüberwachung, neue Schrankenanlagen und vieles mehr.

Um die Tiefgargenstellplätze künftig barrierefrei erreichen zu können, wird ein Personenaufzug in Höhe Stockenstraße/Regina-Pacis-Weg errichtet. Darüber hinaus wird die gesamte Baumaßnahme durch ein neues, abgestimmtes Brandschutzkonzept geprägt, das unter anderem den Einbau neuer Brandschutztüren und -tore erforderlich macht. Die Kosten belaufen sich nach heutigem Sachstand inklusiver aller Baunebenkosten auf rund 19 Millionen Euro. Die Universität Bonn beteiligt sich mit 2,5 Millionen Euro an der Baumaßnahme.
 

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