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Datum: 09.06.2017

Hilft Biofeedback gegen Panikattacken? Wissenschaftler vom Uniklinikum Bonn und von der Uni Witten/Herdecke suchen Probanden für eine Studie

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Atemnot, Herzrasen, Zittern und Schweißausbrüche – so fühlt sich eine Panikstörung an. Wissenschaftler des Universitätsklinikums Bonn und der Universität Witten/Herdecke untersuchen in einer Studie, ob sich diese Ängste mit Biofeedback behandeln lassen. Dabei nehmen die Patienten über Sensoren Körpersignale – etwa die Herzfrequenz – frühzeitig wahr. In speziellen Therapien sollen die Teilnehmer lernen, so besser mit ihrer Angststörung umzugehen. Betroffene können sich noch für die Teilnahme an der Studie melden.

Privatdozent Dr. Rupert Conrad von der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie des Universitätsklinikums Bonn und Prof. Dr. Katja Petrowski von der klinisch-psychologischen Diagnostik an der Universität Witten/Herdecke führen die Studie gemeinsam am Universitätsklinikum in Bonn durch. Die Wissenschaftler suchen Probanden, welche unter einer Panikstörung leiden. Die Studieneignung wird eingangs durch ein einmaliges diagnostisches Gespräch überprüft.

Die Teilnehmer sollten zwischen 18 und 65 Jahren alt sein, aktuell nicht psychotherapeutisch behandelt werden, nicht regelmäßig Medikamente wegen ihrer Angst oder anderer psychischer Befindlichkeiten einnehmen und keine Herzerkrankungen haben. Ziel der Studie ist es, herauszufinden, ob sich eine Herzratenvariabilität-Biofeedback-Behandlung (HRV) bei Patienten mit Panikstörung positiv auf die Symptome und weitere biologische Parameter auswirkt.

Sensoren melden Körpersignale vor der nächsten Attacke

Mit Biofeedback werden Strategien bezeichnet, welche dem Patienten ermöglichen, eigene körperliche Signale wahrzunehmen und auf diese Signale Einfluss zu nehmen. Dazu werden kleine Messfühler auf der Haut befestigt. Eine neue Strategie ist dabei das sogenannte Herzratenvariabilität-Biofeedback, welches dem Probanden die Möglichkeit bietet, das bei einer Panikstörung auftretende Herzrasen genauer zu erfassen und darauf zu reagieren.

Die Probanden erhalten zunächst eine ausführliche psychologische Diagnostik. Anschließend probieren sie das HRV-Biofeedback aus. Da Stress und Immunparameter eng zusammenhängen, werden diese Biomarker aus Blut und Haaren bestimmt, wozu die Abgabe einer Blut- und einer kleinen Haarprobe erforderlich ist. Anschließend geht es über fünf Wochen einmal pro Woche für eine Stunde zur HRV-Biofeedbackbehandlung. Außerdem führen die Probanden während dieser Zeit selbstständig zuhause ein Atemtraining durch. Insgesamt sollten sie also rund sieben Wochen am Stück wöchentlich einen festen Termin ermöglichen können, sowie einmalig sechs Wochen nach der letzten Behandlung.

Die Probanden erhalten eine Aufwandsentschädigung von 50 Euro und eine moderne wissenschaftlich fundierte HRV-Biofeedbackbehandlung. Diese ermöglicht es den Teilnehmern, ganz individuelle Rückmeldungen zu den psychophysiologischen Vorgängen in ihrem Körper zu erhalten. Probanden, die noch auf einen Psychotherapieplatz warten, können die Zeit mit der Teilnahme an dieser Studie ideal überbrücken. Interessierte können sich bei Stefanie Rambau von der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Universitätsklinikum Bonn melden: Tel. 0228/287-11150; E-Mail: [Email protection active, please enable JavaScript.]

Kontaktadresse für die Medien:

Prof. Dr. Katja Petrowski
Universität Witten/Herdecke
Tel.: 02302/926468
E-Mail: [Email protection active, please enable JavaScript.]

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